Business & Beyond Tankrabatt läuft aus: Jetzt kommt der Spritpreis-Realitätscheck

Tankrabatt läuft aus: Jetzt kommt der Spritpreis-Realitätscheck

Notfallplan für die Preisexplosion

Was passiert ab dem 1. Juli? Die Koalition will zwar nicht mehr pauschal die Steuern senken, bereitet sich aber auf das Worst-Case-Szenario vor. „Ändert sich die Lage ab 1. Juli dramatisch, können wir schnell reagieren“, erklärten Müller und sein SPD-Kollege Armand Zorn. Im Gespräch sind gezielte Zuschüsse für Autofahrer mit niedrigem Einkommen, eine höhere Pendlerpauschale, eine niedrigere Energiesteuer oder sogar ein Spritpreisdeckel.

Auch eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne steht auf der Liste möglicher Maßnahmen, wie das Handelsblatt berichtet. Notfalls könnte der Bundestag zu Sondersitzungen zusammenkommen – selbst während der Sommerferien. Unions-Fraktionsvize Müller kündigte zudem an, das Kartellrecht zu verschärfen. Ziel sei es, „den Markt aufzuräumen und mehr Transparenz zu schaffen“. Ob das mehr als Symbolpolitik ist, wird sich zeigen. Die Ölkonzerne haben in den vergangenen Monaten bewiesen, dass sie Krisen hervorragend für sich nutzen können.

Business Punk Check

Der Tankrabatt war ein teurer Schnellschuss – gut gemeint, schlecht gemacht. 1,6 Milliarden Euro für eine Maßnahme, die vor allem Vielfahrer und Ölkonzerne beglückt hat, während die eigentliche Zielgruppe – Pendler mit niedrigem Einkommen – kaum profitierte. Jetzt kommt der Reality-Check: Wie hoch schießen die Preise nach dem Ende des Rabatts? Die Koalition verspricht schnelle Reaktion, hat aber weder eine Preisgrenze noch eine konkrete Maßnahme festgelegt.

Das klingt nach Improvisationstheater statt nach durchdachter Wirtschaftspolitik. Für Unternehmen mit Fahrzeugflotten heißt es jetzt: Budgets anpassen, Preise kalkulieren – und hoffen, dass die Regierung nicht wieder mit der Gießkanne durch die Republik rennt. Der Tankrabatt ist Geschichte. Was bleibt, ist die Erkenntnis: Pauschale Steuersenkungen sind keine Lösung für strukturelle Probleme.

Quellen: WirtschaftsWoche, Handelsblatt, Bild, Rheinische Post, ADAC, Ifo-Institut

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