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Bye-bye, Hollywood! Warum die Zukunft des Films in Berlin, Prag und Madrid geschrieben wird

Bye-bye Hollywood: Europas neue Filmhauptstädte
Quelle: Business Punk / KI-generiert Quelle: Business Punk / KI-generiert
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Lesezeit3 Min · 668 Wörter

Wer heute noch auf den amerikanischen Traum setzt, verschläft den globalen Film-Showdown. Während sich in Los Angeles die Drehbuchseiten stapeln und die Studios verwaisen, laufen in Prag, Madrid und Berlin die Kameras heiß. Die Zukunft der Bewegtbildbranche wird längst nicht mehr in Beverly Hills verhandelt – sondern an Orten, die vor ein paar Jahren noch höchstens als hübsche Kulisse galten.

Was passiert da gerade wirklich? Und welche Chancen hat Deutschland, aus Hollywoods selbstverschuldeter Schwäche Kapital zu schlagen?

Der große Exodus: Tinseltown verliert die Nerven

Noch vor wenigen Jahren galt Hollywood als das unumstrittene Epizentrum der weltweiten Unterhaltung. Wenn man dorthin wollte, musste man die berühmten Studiotore in Burbank oder Culver City passieren. Heute? Stehen viele davon auf Halbmast. 2024 brachen die Drehtage in Los Angeles erneut dramatisch ein – um 22 Prozent allein im ersten Quartal. Das letzte Mal, als so wenig produziert wurde, herrschte eine globale Pandemie .

Aber Corona war nur der Brandbeschleuniger. Der wahre Flächenbrand begann, als Streaming-Giganten wie Netflix, Disney+ und Amazon merkten: Geld wächst nicht auf kalifornischen Bäumen. Plötzlich hieß es: Kostensparen, Outsourcen, Abwandern. Autor:innenstreiks und Waldbrände gaben der Branche dann endgültig den Rest.

Make Hollywood Hollywood again? Nice try. Aber das Rad dreht sich längst in eine andere Richtung.

Neue Weltordnung: Wo heute wirklich gedreht wird

Wer heute Großproduktionen stemmen will, muss rechnen können. Steuererleichterungen von 25 bis 50 Prozent locken Produktionen weltweit in neue Hubs :

  • Großbritannien? Tax Relief ohne Obergrenze. Alleine 2024: über 6,5 Milliarden Euro in Film- und TV-Investitionen .
  • Spanien? 30 Prozent Steuerrebate, auf den Kanaren sogar bis 50 Prozent .
  • Tschechien? Neuer 25-Prozent-Rabatt, gepaart mit märchenhaften Altstädten .
  • Südkorea? Serienboom im XXL-Format dank massiver Kulturförderung .

Und Deutschland?

Nun ja, Deutschland steht nicht schlecht da – aber es zögert noch zu oft an der Startlinie.

Mit dem Deutschen Filmförderfonds (DFFF), German Motion Picture Fund (GMPF) und starken Landesförderungen bietet die Bundesrepublik ordentliche Bedingungen . Serien wie 1899 oder Blockbuster-Produktionen wie John Wick 4 bewiesen: Berlin, Babelsberg und Co. können Hollywood.

Aber während andere mit Vollgas Richtung Zukunft rasen, steht Deutschland manchmal noch am Schalter und füllt Anträge in dreifacher Ausfertigung aus. Bürokratie first, Filmkunst second – ein Muster, das dringend aufgebrochen werden muss.

Streaming kills the Hollywood star

Den wahren Paradigmenwechsel haben aber nicht Streiks oder Fördermodelle eingeleitet – sondern die Streamingdienste selbst.

Netflix und Co. haben die altbewährte Logik zerlegt: Kein Heimatmarkt hier, kein Exportmarkt dort – nur noch globale Reichweite zählt. Und siehe da: Spanische Bankräuber (Haus des Geldes), südkoreanische Survival-Games (Squid Game) oder französische Meisterdiebe (Lupin) schlagen amerikanische Superhelden locker auf dem Weltmarkt .

Inhalt trumpft Herkunft. Und da interessiert es am Ende niemanden mehr, ob der neue Lieblingsfilm in Burbank, Budapest oder Brandenburg gedreht wurde – Hauptsache, er ballert.

Deutschland: Goldgrube oder Bürokratiefalle?

Es wäre fatal, diese Zeitenwende zu verschlafen. Deutschland bietet alles, was die Branche braucht:

  • Weltklasse-Studios in Babelsberg und München
  • Top-Crews, die Hollywood-Standards bedienen können
  • Kulissen von mittelalterlich bis Science-Fiction-ready
  • Förderungen, die sich sehen lassen können (aber bitte noch smarter werden müssen)

Problem: Während Länder wie Großbritannien das Business aggressiv umwerben und den roten Teppich ausrollen, wirkt Deutschland manchmal so einladend wie ein zugiger Berliner Hauptbahnhof an einem Montagmorgen.

Wenn wir weiter brav die Formulare abstempeln, statt Drehbücher in Geld zu verwandeln, drehen bald wirklich nur noch die anderen.

Fazit: Hollywood stirbt nicht – es mutiert

Make no mistake: Hollywood wird nicht sterben. Aber es wird seine Monopolstellung verlieren. Streamingdienste haben das Spiel neu erfunden – und die Spielplätze dafür wachsen weltweit.

Deutschland hat die Infrastruktur. Deutschland hat die Köpfe. Was jetzt fehlt, ist der Wille zur Attacke.

Denn während in Kalifornien Schauspieler:innen „Make Hollywood Hollywood Again“ skandieren, heißt es in Europa längst: „Make Movie Magic Everywhere.“

Und das ist keine Drohung – sondern die schönste Verheißung für eine Branche, die endlich wieder auf Welttournee geht.

Quelle: reuters.com / Fisaplus.com

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