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Chefkoch bei Burger King: Muss man dafür kochen können?

Burger King
Burger King King’s Selection Crunchy Pepper Chicken Burger bei Burger King. Tim Lenke, Senior Manager Product Development & Innovation.
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Aktualisiert
Lesezeit4 Min · 754 Wörter

Mit der „King’s Selection“ will Burger King als Fast-Food-Kette ein Fine-Fast-Food-Erlebnis schaffen. Dafür soll die Qualität des Fleisches und die Raffinesse der Rezepte herkömmliche Burger-King-Burger überbieten. Eine echte Qualitätsoffensive also?

Erst vor wenigen Monaten geriet die Kette durch investigative Recherchen des Team Wallraffs unter Druck. Der Vorwurf lautetet unter anderem, dass echtes Fleisch auf vegan deklarierten Burgern landete. Als Reaktion darauf veränderte das Unternehmen die Panade des Chicken-Ersatzes. Darin finden sich nun Kräuter, die die Pattys auch von außen sichtbar unterscheiden.

Zum Launch ihres neuesten Premium-Burger, dem „King’s Crunchy Pepper Chicken“, lädt Burger King Pressevertreter:innen in eine Filiale nach Hamburg ein, um sich selbst vom Geschmack und der Qualität zu überzeugen. Und um mit Chefkoch Tim Lenke sowie CMO Klaus Schmaeing über ihre Premium-Strategie und die Arbeit in der Küche zu quatschen.

Was unterscheidet eure Premium-Burger von euren herkömmlichen Burgern?

Tim Lenke: Das Fleisch auf den Premium-Burgern ist aus deutscher Herkunft. Das Chicken-Patty wird außerdem aus einer ganzen Hähnchenbrust geformt.

Klaus Schmäing: Wir versuchen in der „King’s Selection“ Kombinationen anzubieten, die man im ersten Moment nicht von einer Fast-Food-Kette wie Burger King erwarten würde. Brioche Bun, Rucola oder eine Harissa-Soße: Sowas kennt man eher von kleinen Burgerketten wie Burgermeister oder The Bird.

Denkt ihr, ihr könnt mit ihnen mithalten?

Klaus: Ich bin durchaus der Überzeugung, dass wir mit dem ein oder anderen Burger aus dem Premiumsegment mit den kleineren Ketten mithalten können.

Kommt die Zielgruppe von diesen kleineren Burger-Restaurants denn überhaupt zu euch?

Klaus: Die Frage ist eher: In welchen Situationen gehst du wohin? Wir wissen schon, dass Burger King eher dann besucht wird, wenn man eben schnell etwas essen will.

Tim, du bist der Chefkoch hier. Wie wird man denn Chefkoch bei Burger King? Muss man dafür kochen können?

Tim: Es hilft, wenn man kochen kann. Ich bin gelernter Koch und habe auch als Küchenchef in der gehobenen Küche gearbeitet. Meine ganze berufliche Laufbahn war ich in der Food-and-Beverage-Szene unterwegs. Als Chefkoch bei Burger King sollte man immer offen für Neues sein, gute Geschmacksnerven haben und natürlich Fast-Food lieben.

Wie entwickelst du neue Produkte und Burger?

Tim: Das fängt genau wie in der klassischen Küche an. Die Idee, die Umsetzung, mit dem Lieferanten gemeinsam kochen, sich mit Workshops herantasten. Jedes Produkt, das wir bei Burger King haben, ist natürlich nach unseren Wünschen für Burger King hergestellt.

Kannst du uns einmal Step-by-Step durch den Prozess durchführen?

Tim: Wir führen eine Trendforschung durch, machen Marktstudien, testen eigene Ideen und die der Lieferanten. Man tauscht sich auch mit Burger Kings Innovationsmanagern aus anderen Ländern aus.

Klaus: Ich kann mich noch an meinen ersten Workshop erinnern. Da haben wir viele Supplier dazugeholt. Dann schaust du dir die Zutaten an, die Trends auf dem Markt, baust einfach mal einen Burger zusammen und probierst.

Tim: Für Geschmackstests befragen wir auch Gäste oder externe Partner wie Agenturen und Lieferanten. Es gibt natürlich nicht die Rezeptur, die alle abholt. Aber man sollte schon immer die Burger-King-DNA herausschmecken. Essen entwickelt sich auch immer weiter. Wir müssen also gucken, was die Leute in der Zukunft essen wollen.

Wer entscheidet am Ende, ob ein Burger ins Sortiment aufgenommen wird?

Klaus: Das entscheiden wir intern gemeinsam, basierend auf Ergebnissen und auch aus dem Bauchgefühl heraus.

Wie lange hat die Entwicklung eures Chicken-Burgers aus der King’s Selection gedauert?

Tim: Das hat knapp zwei Jahre gedauert.

Gibt es eine Zutat, die auf keinem Burger King Burger fehlen darf?

Tim: Natürlich eine Proteinquelle wie Chicken, Beef oder Plant-Based, ein Bun und eine Soße. Das alles muss dann schön kombiniert werden. Die Kombination ist quasi die Liebe im Burger, sodass alles gemeinsam harmoniert.

Gibt’s auch Zutaten, die ihr gerne nutzen würdet, aber nicht könnt?

Tim: Es gibt Zutaten, bei denen man sich nicht sicher ist: Ist der Markt bereit dafür? Sind die Zutaten bekannt genug? Es gibt das Sprichwort: Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Da ist auf alle Fälle was dran.

Klaus: Wir gucken aber immer wieder, wie weit man das ausreizen kann. Damit sind wir auch schon auf die Nase gefallen.

Tim: Es muss vor allem auch zur Jahreszeit passen. Man kann nicht jedes Produkt zu jeder Jahreszeit bringen.

Wie sich der neue Chicken-Burger im Taste-Test geschlagen hat? Erfahrt ihr im Video auf unserem TikTok-Kanal.

Michael Gnahm

Michael studiert Marketingkommunikation, weil er es mit klassischen Studiengängen wie Wirtschaftswissenschaften einfach nicht so hat. In den Journalismus ist er zufällig reingestolpert und mittlerweile voll in Love. In seiner Freizeit hört er gerne musikalische Kunstwerke aus dem Bereich des deutschen Sprechgesangs. Also komm ins Café, wir müssen reden!