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Das “Broken Rung”-Phänomen: Warum die Karriereleiter für Frauen kaputt ist

Broken Rung, Quelle: Shutterstock
Broken Rung, Quelle: Shutterstock
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Aktualisiert
Lesezeit3 Min · 625 Wörter

Die gläserne Decke kennen wir vermutlich alle – aber was, wenn die Leiter auf dem Weg nach oben bereits gebrochene Sprossen hat? “Broken Rung” wird dieses Phänomen genannt, das Frauen in ihrer beruflichen Karriere von Tag eins an hindert.

Gleichberechtigung und Diversität werden in der Arbeitswelt immer wichtiger – zum Glück. Diskutiert wird über eine Frauenquote oder das Abschaffen eines Bildes im Lebenslauf, um Diskriminierung aufgrund äußerlicher Merkmale zu verhindern. Doch eine aktuelle Studie von McKinsey & Company und LeanIn.Org über Unternehmen in den USA und in Kanada macht nun auf ein ganz anderes Problem aufmerksam, das Frauen – und dabei insbesondere Women of Color (WOC) – hindert, die Karriereleiter hinaufzuklettern. Denn die Sprossen sind kaputt.

Das “Broken Rung”-Phänomen

Was ist das “Broken Rung”-Phänomen? Die “gebrochene Sprosse” steht dafür, dass Frauen bereits auf der ersten Stufe des Managements seltener befördert werden als ihre männlichen Kollegen. Das heißt, dass Frauen bereits ab Tag eins im Rückstand sind. So entsteht eine Ungerechtigkeit, die im Laufe der Karriere kaum mehr auszugleichen ist.

Wie äußert sich das konkret? Die Studie zeigt das in Zahlen: In der Einstiegsstufe (Entry Level) im Unternehmen gibt es circa 48 Prozent Frauen und 52 Prozent Männer. Am Anfang ist das Verhältnis von Frauen und Männern als noch relativ identisch. Doch betrachtet man nun die darauffolgenden Karrierestufen und das jeweilige Männer-Frauen-Verhältnis, dann wird eins klar: Je höher die Position, desto kleiner die Anzahl an Frauen, die sie innehaben. So liegt der Frauenanteil auf der zweiten Stufe der Karriereleiter (Manager) nur noch bei 40 Prozent. Über die verschiedenen Level hinweg fällt der Anteil immer weiter, bis zur höchsten Stufe (C-Suite) – hier gibt es nur noch 28 Prozent Frauen.

Schwarze Frauen erleben die größte Diskriminierung

Betrachtet man die Karrierestufe des Managers noch genauer, dann wird nicht nur die Ungerechtigkeit der Geschlechter klar, sondern noch viel mehr. So kommen auf 100 Männer, die zum Manager befördert werden, nur durchschnittlich 87 Frauen, die zur Managerin befördert werden. Dabei werden allerdings schwarze Frauen und Latinas mit Abstand am stärksten diskriminiert. Denn während auf der Manager-Ebene auf 100 Männer zumindest 91 weiße Frauen kommen, kommen lediglich 76 Latinas und nur 54 schwarze Frauen.

Interessant ist auch die Entwicklung für schwarze Frauen in den letzten Jahren. So gab es in den Jahren 2020 und 2021 einen starken Anstieg an beförderten schwarzen Frauen: 96 schwarze Frauen kamen in diesen Jahren auf 100 Männer auf Manager-Ebene. In diesen Jahren war die Aufmerksamkeit für People of Color am größten, insbesondere in den USA. Doch der Trend hat sich nicht fortgesetzt. Stattdessen liegt die Zahl mittlerweile bei den bereits erwähnten 54 schwarzen Frauen auf 100 Männer – das ist dasselbe Niveau wie im Jahr 2018.

Warum Frauen seltener befördert werden: Mythos vs. Realität

Die landläufige Meinung, Frauen seien weniger ambitioniert als ihre männlichen Kollegen und werden auch deshalb seltener befördert, widerlegt die Untersuchung. So zeigt die Studie, dass Frauen auf jeder Karrierestufe genauso ambitioniert sind wie Männer. Junge Frauen unter 30 Jahren sind dabei ganz besonders ambitioniert – neun von zehn wollen die nächste Karrierestufe erklimmen. Die durch Corona entstandene Flexibilität in der Arbeitswelt hat Frauen scheinbar ganz besonders motiviert, so sind die Ambitionen der Frauen heute nochmal höher als im Jahr 2019. Als Gründe dafür wird genannt, dass durch das hybride und remote Arbeiten mehr Zeit zum Erledigen der Aufgaben bleibt und sich die Frauen weniger erschöpft und ausgebrannt fühlen. Dass Frauen also weniger ambitioniert sind als Männer, ist ein Mythos, der widerlegt werden kann.

Das Phänomen der “Broken Rung” kann leider nicht widerlegt werden – und zeigt, dass wir noch einiges an Arbeit vor uns haben.

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