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DAX-Chefs kassieren ab: Millionengehälter steigen um 10 Prozent – trotz Wirtschaftsflaute

VW-CEO Oliver Blume
picture alliance / ASSOCIATED PRESS | RONNY HARTMANN VW-CEO Oliver Blume
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Die Vorstandsvorsitzenden der DAX-Konzerne haben 2024 kräftig zugelangt. Im Schnitt stiegen ihre Bezüge um mehr als 10 Prozent – während Deutschland in der Rezession steckte und die Unternehmensgewinne kaum wuchsen.

Die Wirtschaft schwächelt, Unternehmen verkünden Sparprogramme – doch in den Chefetagen der größten deutschen Konzerne fließt das Geld in Strömen. Die Vergütungen der DAX-Vorstandschefs sind 2024 um satte 10,4 Prozent auf insgesamt 231,4 Millionen Euro gestiegen. Durchschnittlich 6,3 Millionen Euro pro Kopf – in einem Jahr, in dem die Nettogewinne der Unternehmen gerade mal um ein Prozent zulegten.

Die Millionen-Liga: Diese Chefs verdienen am meisten

An der Spitze der Gehaltsrangliste thront SAP-Chef Christian Klein mit knapp 19 Millionen Euro Jahresgehalt. Dicht dahinter folgt Beiersdorf-Boss Vincent Warnery, der sein Gehalt auf spektakuläre Weise verfünffachte: Satte 13,2 Millionen Euro kassierte der Franzose – ein Plus von 425 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund dafür ist laut „Handelsblatt“ ein Vier-Jahres-Bonus von 10,9 Millionen Euro.

Auch in der kriselnden Automobilbranche wurden die Geldbeutel der Führungskräfte prall gefüllt: Mercedes-Chef Ola Källenius strich 12,5 Millionen Euro ein, während VW-Chef Oliver Blume auf 10,4 Millionen Euro kam – und das, obwohl er seinem Konzern einen harten Sparkurs verordnet hatte. Auch Allianz-Chef Oliver Bäte durchbrach die 10-Millionen-Marke.

Wenn Vergütungssysteme aus dem Gleichgewicht geraten

Die enormen Gehaltssteigerungen stehen in einem bemerkenswerten Kontrast zur wirtschaftlichen Gesamtlage. Während die DAX-Konzerne zusammen nur ein Prozent mehr Nettogewinn als im Vorjahr erwirtschafteten (insgesamt 111 Milliarden Euro), legten die Vorstandsgehälter überproportional zu.

„Die Vergütungssysteme sind nicht immer ausbalanciert. Sie schlagen bei guter Geschäfts- und Aktienkursentwicklung häufig stärker nach oben aus als bei schlechter nach unten“, erklärt Sebastian Pacher von der Managementberatung Kienbaum gegenüber dem „Handelsblatt“. Diese Diskrepanz sorgt zunehmend für Unmut in den Unternehmen selbst, wo die Kluft zwischen Chef- und Mitarbeitergehältern immer größer wird.

Nicht alle profitieren vom Geldregen

Während einige Manager Rekordgehälter einstrichen, mussten andere Führungskräfte Einbußen hinnehmen. Zu den Verlierern gehören Merck-Chefin Bélen Garijo, BMW-Chef Oliver Zipse und Siemens-Energy-Boss Christian Bruch. Sie erhielten 2024 weniger als im Vorjahr.

Die Studie des „Handelsblatts“ basiert auf den Vergütungsberichten von 38 der 40 DAX-Konzerne. Airbus und Qiagen wurden nicht berücksichtigt, da sie ihren Sitz nicht in Deutschland haben und nicht dem deutschen Aktienrecht unterliegen.

Auch Vorstandsmitglieder greifen kräftig zu

Nicht nur die Chefs, auch die übrigen Vorstandsmitglieder der DAX-Unternehmen konnten sich über deutliche Gehaltssteigerungen freuen. Ihre Bezüge stiegen um 5,2 Prozent auf insgesamt 893,2 Millionen Euro. Damit wuchsen auch diese Gehälter deutlich stärker als die Unternehmensgewinne.

Die Zahlen beziehen sich auf die gewährte und geschuldete Vergütung inklusive der Altersvorsorgebeiträge, die die Firmen für ihre Topmanager zahlen.

Überhitzter Aktienmarkt als Gehaltstreiber

Ein wesentlicher Faktor für die kräftigen Gehaltssteigerungen war der boomende Aktienmarkt. Viele Vergütungssysteme koppeln die Bezahlung an die Kursentwicklung – steigt der Aktienkurs, steigt auch das Gehalt. Dieses System verstärkt Gehaltssprünge in guten Börsenzeiten überproportional, während es in schlechten Phasen nicht im gleichen Maße nach unten korrigiert.

Die Entwicklung wirft Fragen zur Nachhaltigkeit und Angemessenheit von Vergütungssystemen auf. Während Unternehmen Kostendruck an die Belegschaft weitergeben, scheinen die obersten Etagen davon weitgehend verschont zu bleiben. Diese Diskrepanz könnte in Zukunft zu verstärkten Diskussionen über die Ausgestaltung von Vergütungssystemen führen – besonders in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten.

Quellen: tagesschau.de, t-online.de, spiegel.de

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