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Der Athleisure-Architekt

Der Athleisure-Architekt
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Aktualisiert
Lesezeit8 Min · 1.636 Wörter

Mark Ralea, der Mann, der Activewear auf die nächste Stufe hebt.

Ob Fitnessstudio, Streetwear oder Loungewear – Fabletics ist längst mehr als Sportmode. Hinter dem Erfolg der Marke in Europa steht Mark Ralea, ein Stratege mit E-Commerce-DNA und einem Gespür für Trends. Gerade feiert Fabletics mit der neuesten VIP-Kollaboration „By Khloé Kardashian“ Female Empowerment in all seinen Facetten – kraftvoll, sexy, sportlich und selbstbestimmt. Figurformende Silhouetten, klare Linien und starke Proportionen: Jedes Piece entstand in enger Zusammenarbeit mit Khloé und setzt auf Passform, Funktionalität und Selbstbewusstsein. Während sich Fabletics bei den Frauen bereits zur absoluten Go-to-Brand für sportlichen Lifestyle entwickelt hat, bringt Ralea nun auch Bewegung in die Männerwelt – und hebt Activewear auf die nächste Stufe. Warum Mode heute mehr kann als nur gut aussehen, wie Daten das Design bestimmen und welche Rolle Community und Tech dabei spielen: Zeit für ein Gespräch mit dem Mann, der Sportmode neu denkt.

Fabletics steht für die Verbindung von Performance und Style. Wie schafft ihr den Spagat zwischen Funktionalität und modischem Anspruch? 

Wir übertragen unsere Erfahrung aus dem Performance-Bereich auch in unsere modischeren Styles. Das betrifft dann beispielsweise technische Materialen, wie wasserabweisende Stoffe mit 4-Wege-Stretch und UV-Schutz oder auch clever angebrachte Taschen. Unsere Don-Pant für Herren, ist ein Beispiel, denn sie sieht wie eine herkömmliche, modische Chino aus, hat aber so viele Features, dass man damit auch wandern gehen kann. Grundsätzlich bringen wir neue Schnitte, Prints und Farben aber in alle unsere Kollektionen ein, egal ob es die Sportkollektionen sind oder die Modekollektionen für den Alltag. 

Welche Trends prägen derzeit die Activewear-Branche, und wie reagiert Fabletics darauf? 

Zum einen wächst der Activewear-Trend selbst immer weiter und Leggings, Hoodies und andere sportliche Looks werden heute ganz selbstverständlich im Alltag und auch im Büro getragen. Innovationen bei den Materialen erlauben nicht nur mehr Performance, sondern auch neue modische Highlights. So konnten wir Ende 2024 zusammen mit Khloé Kardashian Leggings, Sport-BHs und andere Performance-Looks entwerfen, bei denen Glitzerfäden in das Material eingearbeitet waren, die einen tollen Glitter-Effekt erzeugt haben. Große Trends waren aber auch die vom Tennis inspirierten Kleider und Röcke, die wir auch in dieser Saison wieder stark sehen, sowie Flared Leggings mit Schlag und eine Scrunch Leggings, die den Po mit einem Push-Up Effekt besonders gut formen. 

Nachhaltige Materialien und recycelte Stoffe sind ein großer Teil eurer Kollektionen. Gibt es eine Innovation, auf die du besonders stolz bist? 

Für uns ist die Verantwortung für unsere Mitmenschen und den Planeten ein Thema, dass wir aus echter Überzeugung umsetzen und wahrscheinlich bisher zu wenig nach außen kommunizieren. Schon seit 2021 sind wir ein zertifiziertes CarbonNeutral Unternehmen und verwenden für alle unsere Polybeutel, Versandtaschen, Kartons und Seidenpapierverpackungen bestehen aus recycelten Materialien. Auch bei unseren Kollektionen setzen wir schon jetzt 60% recycelte Materialen ein. Unser größter Beitrag zur Nachhaltigkeit liegt aber in unserem Businessmodell und der VIP-Mitgliedschaft. Dadurch können wir unglaublich exakt prognostizieren, welche Produkte in welchen Größen von unseren Mitgliedern gekauft werden und haben daher keine nennenswerte Überproduktion. Auch unsere Retourenrate ist mit 7% deutlich unter den Branchenstandards – wir versenden also kaum Produkte sinnlos durch die Gegend. 

Inwiefern unterscheidet sich Fabletics von klassischen Sportmarken wie Nike oder Adidas? 

Mit unserem Umsatz von bald 1 Milliarde Dollar sind wir natürlich deutlich kleiner als die Branchenriesen, können aber auch deutlich schneller und agiler auf Trends reagieren. Durch unser Mitgliedschaftsmodell haben wir auch eine deutlich engere Kundenbindung als Nike und Adidas und können uns voll auf die Bedürfnisse unserer Kunden fokussieren. Bei uns stehen eher die normalen Freizeitsportler und Modefans im Fokus. Profifußball, Olympiamedaillen und neue Weltrekorde zählen für unsere Community weniger als der Spaß an der Bewegung. Wir jagen keiner Ziellinie hinterher, sondern dem Lebensgefühl, wenn man mit seinen Freunden Spaß hat und sich bewegt. 

Ihr arbeitet mit Influencern und Prominenten wie Kevin Hart oder Lizzo. Wie wichtig sind solche Kooperationen für eure Markenstrategie? 

Auch wenn Fabletics schon mehr als zehn Jahre in Europa aktiv ist, bringen uns gemeinsame Kollektionen, wie die mit Khloé Kardashian, noch immer zusätzliche Aufmerksamkeit, damit wir unsere Markenbekanntheit noch über die bisherigen 50% ausbauen können. In Zukunft werden wir zusätzlich verstärkt in Celebrity-Partnerschaften in Europa investieren und schaffen damit die Verbindung aus unserer Geburtsstadt Los Angeles, mit deren Musik- und Filmstars und den lokalen Hype-Drivern aus Europa. 

Was macht für dich die perfekte Activewear aus – worauf kommt es neben Atmungsaktivität und Bewegungsfreiheit wirklich an? 

Es sind oftmals kleine Details, die den Unterschied machen. Unsere Kundinnen sind verrückt nach unseren Leggings, weil sie blickdicht sind und man also auch bei Squats nichts durchblicken lässt. Durch den hohen Bund verrutschen sie nicht und die praktischen Taschen für das Handy sind ideal für die Joggingrunde. Auch die Produktlebensdauer ist uns sehr wichtig. Wir haben Kundinnen, die ihre Fabletics Leggings schon seit Jahren tragen, obwohl sie schon hunderte Male gewaschen wurde. Diese Unterschiede, die man oft erst auf den zweiten Blick entdeckt, zu kommunizieren ist aber eine Herausforderung für uns als D2C-Marke.  

In welchen Sportarten oder Workouts siehst du besonders viel Potenzial für neue Fabletics-Designs? 

Für uns ist die Vielseitigkeit ein großes Thema bei der Produktentwicklung. Wir versuchen also vorrangig neue Produkte zu entwickeln, die man für möglichst viele Gelegenheiten verwenden kann. Natürlich beobachten wir die Sporttrends wie Padel, Hyrox oder auch die immer stärker werdende Laufbewegung genau und versuchen diese Einflüsse in unseren Kollektionen aufzugreifen. Zu unserer Community passen aber Trends wie Pilates und der Fokus auf Mental Health und Wellbeing deutlich besser als neue Performance-Sportarten, wie etwa Hyrox. 

Ihr habt eine riesige Community von über 2,4 Millionen VIP-Mitgliedern. Wie beeinflussen die Mitglieder die Entwicklung neuer Kollektionen? 

 Durch die VIP-Mitgliedschaft haben wir ein einzigartig detailliertes Verständnis für die Vorlieben unserer Kunden und können sehr genau ablesen, wie sich Trends entwickeln oder das Einkaufsverhalten verändert. Wir reagieren darauf, bekommen aber über Mitgliedertreffen, wie unsere “Meet the VIP” Events, Umfragen und Produktbewertungen aber auch viel direktes Feedback. 

Ihr sprecht von „Activewear für alle“. Wie stellt ihr sicher, dass eure Designs inklusiv und für unterschiedliche Körpertypen funktional sind? 

 Wir gehören sicherlich zu den Vorreitern bei der größeninklusiven Sportmode und wollen, dass wirklich alle, die sich bewegen wollen dafür ein passendes Outfit finden. Als wir unsere ersten Geschäfte eröffnet haben, mussten wir sogar extra Schaufensterpuppen anfertigen lassen, weil es bis dahin keine Mannequins in großen Größen bei den Herstellern gab. Wir machen unsere Produkte nicht nur größer oder kleiner, sondern passen auch die Schnitte an, sodass sie Jeder und Jedem gut stehen. Mit Größen von XXS bis 4X, die zusätzlich in verschiedenen Längenoptionen wie kurz, reguläre oder lang angeboten werden, haben wir wirklich für alle etwas im Angebot. 

Viele Menschen tragen Sportkleidung mittlerweile auch im Alltag. Seht ihr Fabletics eher als Sport- oder Lifestyle-Marke?

Für uns gibt es keine klare Trennung dieser beiden Kategorien – Activewear steht ja für Mode für einen sportlichen Lifestyle. Die Übergänge sind dort mittlerweile fließend und die meisten unserer Looks werden sowohl im Gym als auch im Alltag getragen. 

Euer Erfolg basiert stark auf digitalem Handel und Datenanalyse. Wie nutzt ihr Technologie, um die perfekte Activewear für eure Kunden zu entwickeln? 

Durch die VIP-Mitgliedschaft haben wir ein einzigartig detailliertes Verständnis für die Vorlieben unserer Kunden und können sehr genau ablesen, wie sich Trends entwickeln oder das Einkaufsverhalten verändert. 

Ihr seid mittlerweile mit 95 Stores weltweit vertreten. Wie wichtig bleibt der stationäre Handel für euch in der Zukunft? 

Der stationäre Handel hilft uns, einigen Herausforderungen zu begegnen, die wir als D2C-Marke haben. Mit dem Handel machen wir es einfacher, unsere Produkte zu probieren, sich von der Qualität zu überzeugen und diese auch im Vergleich mit anderen Marken zu probieren. Wir sind sehr stolz auf die Qualität unserer Leggings und sind überzeugt, dass viele sich nach der Anprobe für unsere Leggings entscheiden. Für den Handel bieten sich dadurch interessante Umsatzpotentiale, da nicht alle Menschen, die Fabletics kennen, online bestellen möchten, sondern lieber im Handel shoppen. 

Gibt es Expansionspläne für neue Märkte oder Produktkategorien? 

Mit dem Launch von Fabletics Scrubs haben wir zuletzt unsere Erfahrung aus der Activewear in das Segment der medizinischen Arbeitsbekleidung übertragen und bekommen großartiges Feedback dafür. Das weitere Produktsortiment wird sicher aber eher organisch weiterentwickeln, innerhalb der bestehenden Angebotspalette. Wir arbeiten daran, die Marke Fabletics noch leichter verfügbar zu machen – über alle gängigen Vertriebskanäle. Dazu arbeiten wir mit führenden Online-Playern wie Zalando, Best Secret und About You zusammen, aber auch Retailpartnern wie Gigasport oder Wöhrl. Auch regional wollen wir uns breiter aufstellen und haben vor kurzem die Expansion nach Südamerika angekündigt und in den Nahen Osten, inklusive eines Stores in der Mall of Dubai. Auch in Europa schauen wir uns gerade nach neuen strategischen Optionen um. 

Wo siehst du Fabletics in fünf Jahren – mehr High-Tech, mehr Fashion oder vielleicht eine ganz neue Richtung? 

Ich glaube daran, dass wir das Potential des Membership Commerce noch lange nicht ausgereizt haben und sehen werden, wie auch andere Marken sich stärker um das Thema Mitgliedschaft bemühen werden. Als Innovator und Vorreiter erwarten wir also eine höhere Akzeptanz und ein besseres Verständnis für die Vorteile unserer VIP-Mitgliedschaft. Durch künstliche Intelligenz werden wir das Kundenverhalten noch besser verstehen lernen und Trends noch besser vorhersagen können. Es wird also mehr Fashion, ermöglicht durch High-Tech.

Portrait Susie von den Stemmen

Susie von den Stemmen

Mit über 30 Jahren Erfahrung in den Medien hat Susie eine vielseitige Karriere als TV-Redakteurin, Print- und Online-Journalistin verbracht. Ihr Fokus liegt auf Kultur, Auto- und Lifestylethemen, in denen sie eine umfassende Expertise aufgebaut hat. Diese Tätigkeiten haben ihr die Möglichkeit eröffnet, faszinierende Orte zu bereisen und ein umfassendes Netzwerk im Bereich der Persönlichkeiten hinter den Marken und VIPs aufzubauen. Susies beruflicher Werdegang begann nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften und Germanistik mit einer ersten Berufsstation beim Disney Club (ARD), gefolgt von Redaktionsarbeiten für Gottschalk Late Night (RTL) und Jay Leno (NBC Los Angeles). Sie hat zahlreiche Fernsehaufträge für verschiedene Sender durchgeführt, darunter die Produktion von TV Beiträgen, Leitung von Studioredaktionen und die Akquise von Neugeschäft. Nachdem sie mit ihrer Familie nach Hamburg gezogen ist, hat sie ihre Karriere im Printbereich gestartet, zunächst bei Park Avenue für Gruner & Jahr und später bei Gala und anderen renommierten Titeln. Als VIP-, Automobil- und Kultur-Beauftragte hat sie weiterhin die Welt bereist, ihr Netzwerk ausgebaut und ihre Leidenschaft für die Auto-, Reise- und Genussszene vertieft. Aktuell leitet sie das Office! von den Stemmen in Hamburg und München. Kunden waren und sind: Bild, Cosmopolitan, Travellers World, Ramp, Audi Magazin, Air Tours, Lufthansa Magazin, DB Magazin, Tagesspiegel, Myself, Zeit Online, Instyle Men und nun auch Business Punk. Neben ihrem Wohnsitz in Hamburg ist sie dank ihrer Porsche Rennlizenz weltweit im Einsatz, um fesselnde Geschichten rund um Automobilität, Kultur und Lifestyle zu generieren.