style & design

Der Play-hard-Partybefehl: „Geht mehr raus, trinkt mehr und trefft schlechte Entscheidungen“

Der Play-hard-Partybefehl: „Geht mehr raus, trinkt mehr und trefft schlechte Entscheidungen“
Erschienen
Aktualisiert
Lesezeit3 Min · 686 Wörter

Jan Böhmermann würde an dieser Stelle wohl sagen: Der Hashtag zum Wochenende heißt #Partybefehl. Denn alle sehen sich gerade gezwungen, eben genau diesen zu geben. Erst Hans-Joachim Watzke, der Boss von Borussia Dortmund. Partybefehl für seine Fußballer, weil sie das reiche Paris Saint-German geschlagen haben und damit – im Gegensatz zum FC Bayern – im Finale der Champions League stehen. Der eindringlichste kommt von Scott Galloway, Professor der New York University und oberster Business Punker. Beim OMR-Festival lehrte er jetzt Play-Hard-Lifestsyle: „Get out more, drink a lot more and make more bad decisions that might pay off.“ Nur so könne etwas Wunderbares entstehen. 

Das OMR-Festival in Hamburg, die größte Digitalmesse Europas. Treffpunkt diese Woche für alle, die wir über LinkedIn kennen oder noch kennen lernen wollen. 70.000 Besucher, 499 Euro pro Ticket, fünf Bühnen, 800 Speaker und 270 Masterclasses. Hard work, da überhaupt durchzukommen.

Pflichttermin für alle Start-Upper und Founder: Scott Galloway, Tec-Prophet und Rockstar der Keynote-Szene. Professor für Marketing an der Stern School of Business der New York University, Bestseller-Autor, Founder, Podcaster und Power-Talker. Keiner schafft es, 80 Charts in zehn Minuten so cool zu präsentieren wie er.

Legendär: Seine Predictions. Jedes Jahr sagt er zielsicher voraus, wie sich die internationale Tec- und Marketingszene entwickelt. 

Seine Prognose für 2024: TikTok setzt Netflix und Spotify unter Druck. Indien ist das neue China. Und natürlich der Peek von Künstlicher Intelligenz. Die größte Gefahr von KI seien aber nicht Fake-News oder Superwaffen, sondern Einsamkeit. Die Loneliness Epidemie, wie Scott Galloway sie nennt. Noch nie hätten sich so viele Menschen auf der Welt so einsam gefühlt. 

Er rechnet vor:

  • 1 von 7 Männern in den USA hat keinen einzigen Freund
  • Jeder 4. Mann in Amerika kann nicht mal einen besten Freund benennen
  • 4x mehr Männer als Frauen begehen Selbstmord 

Schuld daran seien die Tec-Giganten, so Scott Galloway: „Es ist ein Desaster für junge Männer. Die größten Companys der Welt, mit den größten Ressourcen und den brillantesten Köpfen wollen junge Männer und junge Frauen – vor allem aber junge Männer – davon überzeugen, dass sie eine sinnvolle Nachbildung von Leben hinter einem Screen und einem Algorithmus finden können. Die Companys wollen dich überzeugen, dass du nicht mehr zu Arbeit gehen musst. Handele einfach mit Krypto oder mit Aktien auf Robinhood oder Coinbase. Du brauchst keine Freunde: Geh einfach auf Reddit or Discord. Du musst dich nicht duschen oder in Shape bringen, um interessant für andere Menschen zu sein – geh einfach auf Youporn.“ 

Warum eine richtige Beziehung führen, wenn es KI-Girlfriends gibt? Die Suchanfragen nach KI-Freundinnen gehen durch die Decke. Schon mehr als 1500 Unternehmen weltweit bewerben Services mit KI-Girlfriends, rechnet der Tec-Professor vor.

Deshalb jetzt sein Partybefehl live on stage: „Meine Message an junge Männer ist: Nothing wonderful, I mean really wonderful will ever happen to you on a screen“. Es wird nie passieren!  

Die Lösung? Das, was Business Punk schon immer gesagt hat: Play hard. „Geh mehr aus, trink viel mehr und treffe schlechte Entscheidungen, die sich am Ende doch auszahlen“, wie es Scott Galloway ganz punkig formuliert: „Echte Siege bedeuten, dass man etwas macht, was besonders hart ist, dass man ein Risiko eingeht und gewinnt. Wenn du nicht aus dem Haus gehst, wirst du nie verstehen, was echte Siege, was echtes Leben und was echte Zufriedenheit bedeuten.“

Sein Call to Action, den wir zum Wochenende an alle Business Punker weitergeben: „Ruf deine 5 besten Freunde an und stelle ihnen zwei Fragen. Erstens: Wie geht es dir? Und zweitens: Wie geht es Dir wirklich?“

Das Play-Hard-Studium von Professor Scott Galloway: lasst es uns alle bestehen!

PS: Ein Life-Hack dazu von Kim Kardashian, die über Nacht noch schnell von der Met-Gala in New York zum OMR-Festival nach Hamburg eingeflogen ist. „Post and ghost“, wie sie es nennt. Wer jetzt am Handy hängt, um an seinem Personal Branding zu arbeiten: Foto oder Video schnell raushauen und dann aber sofort abschalten und nicht eine Sekunde checken, ob oder wie gut das Posting ankommt. Nicht kommentieren, sondern leben.

Portrait Tom Junkersdorf

Tom Junkersdorf