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Deutscher Pfandtourismus in Österreich und was das für die Brauereien bedeutet

Pfandflaschen
picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod
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Lesezeit2 Min · 484 Wörter

Grenznahe Bewohner Bayerns profitieren von Österreichs höherem Flaschenpfand. Der Trick spart bares Geld, doch die Brauereien leiden.

An der deutsch-österreichischen Grenze braut sich etwas zusammen – und es sind nicht nur die Biere der lokalen Brauereien. Ein cleverer Trick sorgt für Aufsehen: Der sogenannte Pfandtourismus boomt.

Während in Österreich das Flaschenpfand kürzlich angehoben wurde, bleibt es in Deutschland niedrig. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Geldbeutel der Verbraucher, sondern auch auf die Brauereien, die mit den Folgen zu kämpfen haben.

Pfandtourismus: Ein lukrativer Grenzverkehr

Seit Österreich Anfang Februar das Pfand für Mehrweg-Bierflaschen auf 20 Cent erhöht hat, nutzen pfiffige Bayern die Gelegenheit: Sie kaufen ihre Bierkästen in Deutschland und bringen das Leergut über die Grenze, um dort das höhere Pfand zu kassieren. Ein Kasten Bier, der in Bayern für 3,10 Euro Pfand gekauft wird, bringt in Österreich satte sieben Euro ein. Das macht einen Gewinn von 3,90 Euro pro Kasten – theoretisch. Die Praxis zeigt jedoch, dass nicht alles so einfach ist, wie es scheint.

Brauereien in der Zwickmühle

Christian Thiel von der Brauerei Schönram, nahe der Grenze, beobachtet das Phänomen mit gemischten Gefühlen. „In den ersten Tagen war die Tendenz katastrophal“, berichtet er dem „Münchner Merkur“. Einige clevere Köpfe versuchen, mit vollen Anhängern von Bierkästen das System auszunutzen. Doch die österreichischen Händler sind vorbereitet. Sie nehmen nur haushaltsübliche Mengen zurück und nur Flaschen, die sie selbst im Sortiment führen.

Österreichischer Handel bleibt gelassen

Offizielle Zahlen zu den Auswirkungen des Pfandtourismus gibt es nicht. Doch der österreichische Handel bleibt gelassen. Spar Österreich und der Rewe-Konzern berichten, dass das Phänomen bislang überschaubar ist. Dennoch befürchten einige, dass durch die mediale Berichterstattung das Interesse an diesem Trick steigen könnte.

Diskussion um Pfanderhöhung in Deutschland

Die Entwicklungen an der Grenze befeuern die Diskussion um eine Pfanderhöhung in Deutschland. Der Bayerische Brauerbund spricht sich gegenüber „t-online“ für eine Anhebung aus, denn die aktuellen acht Cent pro Flasche decken die Kosten längst nicht mehr. Eine Erhöhung könnte die Rücklaufquote verbessern und die Brauereien entlasten. Doch die großen Player der Branche zögern, da sie die Umstellungskosten fürchten.

Exklusive Flaschendesigns: Ein weiteres Problem

Ein weiteres Hindernis für die Brauereien sind exklusive Flaschendesigns, die nicht in den klassischen Mehrweg-Pool passen. Diese müssen laut „BR24“ oft über weite Strecken transportiert werden, um sortiert und wiederverwendet zu werden. Vier große deutsche Brauereien haben sich bereits zusammengeschlossen, um eine Einheitsflasche zu nutzen. Doch das Problem des Leergutmangels bleibt bestehen.

Ein System im Wandel

Der Pfandtourismus zeigt, wie schnell sich wirtschaftliche Anreize ändern können. Während die Verbraucher sparen, geraten Brauereien unter Druck. Die Diskussion um eine Pfanderhöhung in Deutschland ist in vollem Gange. Ob und wann sich etwas ändert, bleibt abzuwarten.

Quellen: BR24, Münchner Merkur, t-online

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