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Die Cooper-Garage – dort, wo der Mini atmet

Die Cooper-Garage – dort, wo der Mini atmet
Mini Die Cooper-Garage – dort, wo der Mini atmet
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Lesezeit3 Min · 672 Wörter

Manchmal liegt die Magie eines Autos nicht in Windkanälen, CAD-Dateien oder Marketingbudgets. Manchmal liegt sie in einer Garage, deren Türen ein bisschen klemmen, deren Farbe ein wenig blättert – und die trotzdem seit Jahrzehnten das Epizentrum einer Legende ist. Südlich von Arundel, dort wo Sussex aussieht, als hätte jemand die englische Seele in satte Wiesen und schlanke Landstraßen gepflanzt, steht die Cooper Garage. Ein Ort, an dem Mini nicht einfach repariert wird – er wird gelebt.

Mini
Mini

Wenn Mike Cooper, 70, das knarzende Tor öffnet, riecht es nach kalt gewordenem Öl, altem Holz und Familiengeschichte. Dahinter: eine Handvoll historischer Minis, jeder mit Narben und Geschichten, und daneben ein brandneuer John Cooper Works Electric, der erstaunlich still zwischen all den knurrenden Klassikern wirkt.
„Erst vor ein paar Tagen bekommen“, sagt Mike mit einem Grinsen, „und es ist verrückt, wie der abgeht.“

Kurz darauf stößt Charlie hinzu, sein Sohn – 44, Rennfahrer, Rekordhalter in Goodwood, Mini-blutdurchströmt wie Vater und Großvater. Und plötzlich spricht die Garage. Oder besser: Sie singt. Von früher, von Rennen, von der Zeit, als Mikes Vater John Cooper mit seinen Formel-1-Ideen die Welt auf den Kopf stellte.

Wo ein kleiner Wagen zu etwas Großem wurde

John, der Tüftler, der Visionär, war der Erste, der dem braven Mini Beine machte – und zwar solche, die in Monte Carlo gern mal Podestplätze erklommen.
1964. 1965. 1967.
Drei Siege, die aus dem kleinen Flitzer einen Riesen machten. Und wie das oft so ist mit Mythen: Sie beginnen bescheiden.
In einer Garage.
Mit Werkzeugen, die schon bessere Tage gesehen haben.
Mit einer Familie, die nicht anders kann, als Dinge schneller, leichter, frecher zu machen.

Autos mit Herz. Und Stecker.

Auf dem Hof steht ein Mini-Kleinlaster von 1962, dunkelgrün, charmant, fast unscheinbar – bis man ihn fährt.
Denn unter dem Blech schlägt ein 110-PS-Elektromotor, der den kleinen Retro-Laster bei Vollgas schwarze Striche auf den Asphalt malen lässt.
Die Batterie liegt hinten in einer roten Werkzeugkiste.

Auch der neue JCW Electric ist so ein Grenzgänger – ein Wagen, der zeigt, dass die Zukunft elektrisch sein kann, ohne die Vergangenheit zu verraten.
Charlie fährt ihn gern.
Aber er sagt auch: „Verbrenner werden wir unter John Cooper Works nicht einfach aufgeben. Dafür steckt zu viel Geschichte im Sound.“

Die Cooper-Garage – dort, wo der Mini atmet

Rennblut, das nicht versiegt

In einer Ecke steht Charlies schwarzer Classic Mini, mit dem er in Goodwood seinen Geschwindigkeitsrekord holte – rund 200 km/h, in einem Auto, das so leicht ist, dass der Wind es eigentlich wegblasen müsste.
Letztes Jahr gewann er seine Klasse beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Dieses Jahr zwingt ihn eine Knie-OP zu einer Pause, aber die Garage schläft deshalb nicht. Sie werkelt weiter. Sie atmet weiter.

Es ist der gleiche Geist, der John Cooper einst dazu brachte, einen Mini mit zwei Motoren auszuprobieren – vorne und hinten.
Ein Allrad-Mini, seiner Zeit voraus.
Wahnsinnig schnell im Anzug, aber kaum beherrschbar.
Der Test endete in einem Überschlag. Das Projekt wurde begraben.
Der Mythos wuchs weiter.

Wie der GP seinen Namen bekam – eine kleine Cooper-Anekdote

Als BMW Anfang der 2000er zusammen mit Mike die modernsten JCW-Modelle entwickelte, stand irgendwann die Frage im Raum: Wie nennen wir das Spitzenmodell?

Ein Meeting, angesetzt auf zwei Stunden.
Vorschläge, Tabellen, Diskussionen.
Mike sagt:
„Nehmen wir GP. Grand Prix. Simpel. Klar. Unverwechselbar.“
Die Anwälte prüfen.
Viertelstunde später:
John Cooper Works GP steht fest.

Manchmal entstehen Legenden mit der gleichen Leichtigkeit, mit der ein Mini eine Kurve nimmt.

Ein Familienbetrieb im Herzen – und eine Straße, die nie endet

Die Coopers leben Mini. Nicht als Produkt.
Sondern als Fortsetzung einer Idee, die in den 1950ern begann und sich bis heute in jedem JCW wiederfindet: leicht, wild, britisch, mutig.

Wenn man die Garage am Abend verlässt und die Straße Richtung Sussex-Küste rollt, fühlt es sich an, als hätte man etwas Seltenes erlebt:
Nicht nur die Geschichte eines Autos, sondern eine Familie, die sie seit drei Generationen beschützt: Er fühlt sich nach Zuhause an.

Portrait Susie von den Stemmen

Susie von den Stemmen

Mit über 30 Jahren Erfahrung in den Medien hat Susie eine vielseitige Karriere als TV-Redakteurin, Print- und Online-Journalistin verbracht. Ihr Fokus liegt auf Kultur, Auto- und Lifestylethemen, in denen sie eine umfassende Expertise aufgebaut hat. Diese Tätigkeiten haben ihr die Möglichkeit eröffnet, faszinierende Orte zu bereisen und ein umfassendes Netzwerk im Bereich der Persönlichkeiten hinter den Marken und VIPs aufzubauen. Susies beruflicher Werdegang begann nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften und Germanistik mit einer ersten Berufsstation beim Disney Club (ARD), gefolgt von Redaktionsarbeiten für Gottschalk Late Night (RTL) und Jay Leno (NBC Los Angeles). Sie hat zahlreiche Fernsehaufträge für verschiedene Sender durchgeführt, darunter die Produktion von TV Beiträgen, Leitung von Studioredaktionen und die Akquise von Neugeschäft. Nachdem sie mit ihrer Familie nach Hamburg gezogen ist, hat sie ihre Karriere im Printbereich gestartet, zunächst bei Park Avenue für Gruner & Jahr und später bei Gala und anderen renommierten Titeln. Als VIP-, Automobil- und Kultur-Beauftragte hat sie weiterhin die Welt bereist, ihr Netzwerk ausgebaut und ihre Leidenschaft für die Auto-, Reise- und Genussszene vertieft. Aktuell leitet sie das Office! von den Stemmen in Hamburg und München. Kunden waren und sind: Bild, Cosmopolitan, Travellers World, Ramp, Audi Magazin, Air Tours, Lufthansa Magazin, DB Magazin, Tagesspiegel, Myself, Zeit Online, Instyle Men und nun auch Business Punk. Neben ihrem Wohnsitz in Hamburg ist sie dank ihrer Porsche Rennlizenz weltweit im Einsatz, um fesselnde Geschichten rund um Automobilität, Kultur und Lifestyle zu generieren.