work wise · Bewerbungsfragen

Diese eine Frage entlarvt Teamplayer – oder Ego-Shooter

Welche Schwächen sie im Bewerbungsgespräch nennen sollten
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Eine simple Interviewfrage reicht Monica Cepak, CEO des Medizinunternehmens Wisp, um Bewerber zu durchschauen. Wer hier nur von sich selbst spricht, hat bereits verloren.

Bewerbungsgespräche gleichen oft einem Tanz auf dünnem Eis. Während Kandidaten ihre Stärken präsentieren, versuchen Personaler hinter die Fassade zu blicken. Monica Cepak, CEO des medizinischen Unternehmens Wisp, hat diesen Prozess radikal vereinfacht. Sie braucht nur eine einzige Frage, um zu erkennen, ob jemand ins Team passt – und wer besser draußen bleibt.

Die Schlüsselfrage mit Fallstrick-Potenzial

Die entscheidende Frage klingt zunächst harmlos: „Was war das schwierigste Problem, das Sie bei der Arbeit gelöst haben, und wie haben Sie es gelöst?“ Doch genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Cepak achtet bei den Antworten besonders darauf, ob Bewerber von funktionsübergreifenden Lösungsansätzen berichten oder sich in Selbstdarstellung verlieren.

„Sie würden überrascht sein, wie oft die Leute ‚ich, ich, ich, ich, ich‘ sagen. Wenn ich nirgendwo ‚wir‘ höre, ist das normalerweise ein Warnsignal“, erklärt die Unternehmenschefin im Gespräch mit CNBC. Wer ausschließlich die eigenen Leistungen betont und mit Formulierungen wie „Ich habe alles selbst gemacht“ aufwartet, hinterlässt bei ihr sofort einen negativen Eindruck.

Kollektive Intelligenz statt Einzelkämpfer-Mentalität

Hinter Cepaks Interviewstrategie steckt eine klare Unternehmensphilosophie. „Wir sind ein Team am Ende des Tages, und Ihre Fähigkeit, Probleme im Team zu lösen, ist ausschlaggebend“, betont die CEO. Diese Haltung ist mehr als nur ein nettes Beiwerk – sie bildet das Fundament erfolgreicher Unternehmenskultur.

Die Wisp-Chefin ist überzeugt: Teamarbeit führt zu effizienteren und produktiveren Arbeitsplätzen. Deshalb bewertet sie kollaborative Problemlösungsfähigkeiten als eine der wichtigsten Eigenschaften potenzieller Mitarbeiter. „Die Fähigkeit, Probleme mit Neugier, Empathie und Demut zu lösen, treibt Lösungen voran“, erklärt Cepak. Diese Qualitäten stärken das Vertrauen in die Fähigkeit eines Mitarbeiters, langfristig im Unternehmen erfolgreich zu sein.

Die perfekte Antwort vorbereiten

Wer im nächsten Bewerbungsgespräch mit einer ähnlichen Frage konfrontiert wird, sollte vorbereitet sein. Statt zu erzählen, wie man im Alleingang eine wichtige Deadline gerettet hat, empfiehlt sich ein anderer Ansatz: Schildern Sie, wie Sie durch direkte Zusammenarbeit und klare Aufgabenverteilung im Team zum Erfolg gekommen sind.

Die richtige Antwort demonstriert nicht nur Teamfähigkeit, sondern auch strategisches Denken. Wer versteht, dass die besten Lösungen selten im stillen Kämmerlein entstehen, sondern durch den Austausch verschiedener Perspektiven, hat bereits einen entscheidenden Vorteil im Auswahlprozess.

Die Fokussierung auf Teamfähigkeit in Bewerbungsprozessen dürfte in Zukunft noch stärker werden. In einer zunehmend vernetzten Arbeitswelt, in der komplexe Probleme kaum noch von Einzelpersonen gelöst werden können, entwickelt sich kollaborative Intelligenz zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Unternehmen wie Wisp sind Vorreiter eines Paradigmenwechsels: Weg vom Geniekult einzelner Superstars, hin zu hochfunktionalen Teams mit komplementären Fähigkeiten. Für Jobsuchende bedeutet dies, dass sie neben Fachkompetenz verstärkt ihre Fähigkeit zur konstruktiven Zusammenarbeit unter Beweis stellen müssen – und zwar nicht nur in Phrasen, sondern durch konkrete Beispiele aus ihrer Berufspraxis.

Quellen: CNBC, Focus

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