E-Mails sind out: Phishing verstärkt über Suchmaschinen
Phishing-Attacken nehmen rasant zu! Mitarbeiter klicken dreimal häufiger auf gefährliche Links. Warum? Erfahrt alles über die Tricks der Cyberkriminellen und wie Unternehmen darauf reagieren.
Phishing-Angriffe sind auf dem Vormarsch, und die Zahlen sprechen für sich: Mitarbeiter in Unternehmen klicken dreimal häufiger auf gefährliche Links als noch im Vorjahr, wie „Heise“ berichtet. Was steckt hinter diesem alarmierenden Anstieg?
Die Antwort liegt in der zunehmenden Raffinesse der Angreifer und der kognitiven Ermüdung der Opfer. Ein Blick auf die aktuelle Situation zeigt, dass sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen wachsam bleiben müssen, um nicht in die Falle zu tappen.
Phishing: Eine wachsende Bedrohung
Laut einer Studie des Sicherheitsunternehmens Netskope, die „Heise“ vorliegt, hat sich die Klickrate auf Phishing-Links im letzten Jahr fast verdreifacht. Im Jahr 2023 klickten über 0,8 Prozent der Mitarbeiter auf solche Links, während es im Vorjahr weniger als 0,3 Prozent waren. Interessanterweise gehen die Forscher davon aus, dass die meisten Klicks nicht mehr aus E-Mails, sondern aus anderen Quellen wie Suchmaschinen stammen.
Suchmaschinen-Phishing: Die neue Gefahr
Fast 20 Prozent der Klicks auf Phishing-Links kommen von Suchmaschinen. Cyberkriminelle nutzen Suchmaschinenoptimierung und schalten sogar Werbeanzeigen, um ihre gefälschten Websites in den Suchergebnissen nach oben zu bringen.
Shopping-Websites sind ebenfalls ein beliebtes Ziel, sie machen zehn Prozent der Klicks aus. Auch Technologie-, Geschäfts- und Unterhaltungswebsites sind betroffen, da Angreifer ihre Links in Werbung und Kommentaren verstecken. Browser-Anbieter setzen inzwischen auf künstliche Intelligenz, um ihre Nutzer vor solchen Phishing-Seiten zu schützen.
Kognitive Ermüdung und die Kreativität der Angreifer
Unternehmen schulen ihre Mitarbeiter zwar intensiv im Umgang mit Phishing. Doch trotz dieser Bemühungen klicken viele weiterhin auf gefälschte Links. Die Forscher von Netskope führen dies auf kognitive Ermüdung zurück. Die schiere Anzahl an Phishing-Versuchen und die immer ausgeklügelteren Methoden der Angreifer machen es schwer, echte von gefälschten Websites zu unterscheiden.
Cloud-Speicher sind dabei besonders im Visier der Angreifer. Warum? Weil sie ein wahres Eldorado an sensiblen Daten bieten.
Gefälschte Login-Seiten: Ein lukratives Geschäft
Über ein Viertel der angeklickten Phishing-Links führen zu gefälschten Login-Seiten von Cloud-Diensten. Angreifer nutzen diese, um Zugang zu unternehmensinternen Daten zu erhalten und möglicherweise weitere Opfer zu erreichen. Microsoft ist mit über 42 Prozent der Phishing-Klicks das häufigste Ziel, gefolgt von der Adobe-Cloud mit 18 Prozent und DocuSign mit 15 Prozent, wie „Heise“ berichtet.
Ein weiteres Risiko für Unternehmensdaten ist die Nutzung persönlicher Cloud-Anwendungen durch Mitarbeiter. 88 Prozent der Angestellten nutzen mindestens einmal im Monat Cloud-Apps, und mehr als ein Viertel lädt dort Daten hoch. Oft landen Firmeninhalte unbewusst in persönlichen Cloud-Konten, etwa durch automatische Backups von Smartphones. Auch geschäftliche Nachrichten in privaten Mail-Accounts und Termine in privaten Kalendern sind kritisch, da sie Links zu Videokonferenzen oder Meeting-Notizen enthalten können.
Die Bedrohung durch Phishing ist real und wächst stetig. Unternehmen müssen wachsam bleiben und ihre Mitarbeiter kontinuierlich schulen, um die Gefahr zu minimieren. Gleichzeitig ist es entscheidend, neue Technologien und Methoden zu nutzen, um Angriffe abzuwehren und Daten zu schützen.