Ein Schiff wie Schneewittchen
Ja, sicher über Kreuzfahrten gibt es sehr, sehr viele Geschichten. Da existieren die guten, die faszinierenden, die traurigen und überhaupt der Waggon voller Stories. Wie nähert man sich also so einer Kreuzfahrt, die mit dem knallneuem Kreuzer NCL Aqua von Lissabon nach Southampton führt? Einfach nur beschreiben, wie toll das Schiff ist? Todsterbenslangweilig. Also machen wir es mal anders …
Worum geht es bei einer Kreuzfahrt? Um das Abschalten, um neue Eindrücke, unbekannte Staaten. Oder doch ganz falsch die Ideen dahinter? Wie wäre es denn damit: Sobald jemand das Festland verlässt und sich mit seinen Landbeinen auf so ein Schiff begibt, verabschiedet er oder sie sich eigentlich aus der bisherigen Realität. Dies mag gut oder schlecht sein – oder in diesen weltpolitisch gesehenen Tagen essenziell wichtig und sehr, sehr nötig. Nur: Was bietet einem solch ein Schiff? Nun dort findet sich eine Art von Märchen, also Schneewittchen würde passen. Die Umweltschützer beneiden die Kreuzfahrer in etwa sowie die böse Königin das schöne Kind im Märchen, das ja bekanntlich „weiß wie Schnee, rot wie Blut und Schwarz wie Ebenholz“ war. Es ist ein Besuch in einer Parallelrealität, die sich hervorragend um einen kümmert, denn nicht nur auf jenem wunderbaren Schiff wird an wirklich alles gedacht.
Far, far away …
Es geht alles seinen Gang, aber auf die ganz eigene Art und Weise eines Kreuzfahrtschiffs. Wer sich also auf so ein Abenteuer einlässt, muss sich zum ersten mit den Gewalten beschäftigten. Der grellen Sonne, den hohen Wellen oder mauen Stürmen. All jene Kräfte beeinflussen uns im täglichen Leben nicht wirklich. Ja, mein Gott, es regnet halt oder die Sonne scheint. Der 2025er-Frühling? Ist zu trocken, der 2023er-Sommer war zu nass. Vielleicht kommen wir ab und an in einem starken Sommerregen und können trotz der dritten Stufe des Scheibenwischers die Fahrspur nicht mehr erkennen. Möglich auch: Uns überrascht eines Morgens im Spätherbst der Frost, was etliche Pflanzen im Garten killt. Oder das Thermometer steigt im Klimakrisensommer auf weit über 40 Grad und dann ist Kreislaufärger angesagt.

Und das Wetter so?
Aber dass eine wunderbare Reise davon abhängt, wie es um die Witterungsverhältnisse steht? Dazu kommt es doch in unser aller Leben nicht. Wer sich also Kreuzfahrt begibt, setzt sich den Gewalten aus. Ist das Meer schön flach und ruhig? Ein Traum. Sind die Wellen höher? Dann wird es etwas ungemütlich. Bläst der Wind gar mit strammen 50 Knoten? Dann sorgt das schon für ordentlich Bewegung, selbst auf einem Riesenschiff. Das muss man also wissen, bevor man sich auf den Traum einlässt.

24 Stunden große Freude
Da kommen wir nun zu den Verhältnissen, um die es nun gehen soll. Denn was macht man auf so einem fabrikneuen Boot wie der Norwegian Aqua eigentlich den lieben langen Tag? Sicher kann man in seiner Bleibe bleiben und auf dem TV-Gerät miterleben, wie die Kameras die Umgebung einfangen, zeigen, wohin die Fahrt gerade geht. Oder man setzt sich auf dem Balkon und schaut aufs Meer. Stundenlang oder man schläft, immer ´ne feine Idee. Oder geht in den Fitnessraum mit den wunderbaren Technogym-Geräten, die noch so schön nach Produktion dampfen. Wenn das keine Motivation ist! Wir merken: Hier fehlt es an nichts, im Gegenteil. Alles ist wirklich High End.
Was kann man noch machen? Einen Kaffee bei Starbucks trinken und dann später am Abend Cocktails an einer Bar. Oder auf zum Essen. Denn es gibt auf diesem Schiff etliche Restaurants, es mangelt einem an nichts. Aus dem Vollen wird geschöpft und wer das Glück hat, zu einem der Spezialitätenrestaurants vorzudringen, der ist pappsatt, sein Geschmack voll abgeholt und der Mensch wunschlos glücklich. Diese Stätten kosten normalerweise extra, aber auf der Jungfernfahrt ist es eben nicht so.
Eigentlich lässt es sich auf so einem Schiff immer essen. Und trinken. Der Kaffee schmeckt wunderbar und selbst wer nicht mit etlichen Kilo mehr auf den Rippen vom Schiff taumelt, ist mit dem schnöden Wasser gut bedient.

Smile Baby, smile
Was fällt einem noch auf in dieser Traumwelt? Das Personal ist unfassbar freundlich. Dabei ist die Bezahlung auf solchen Schiffen nicht unfassbar gut, sondern ausbaufähig. Doch setzt man es einfach mal in Relation zum Verdienst eines Mitarbeiters aus einem fernen Land, dann passt es eher – und nach ein paar Jahren Arbeit auf solchen Cruisern ist das Eigenheim fein finanziert. Dafür muss man aber jeden Tag ran, mitunter hartes Brot.
Fazit?
Und erst wenn man nach fünf Tagen von Bord geht, endet der tolle Traum. Wer also will und bereit dazu ist, sich dem Märchen zu nähern, dem sei die Norwegian Aqua empfohlen und ans Herz gelegt. Wärmstens.