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Es geht wieder los – die Rallyesaison 2025 kann wieder geplant werden

Es geht wieder los – die Rallyesaison 2025 kann wieder geplant werden
HBK_2024
Erschienen
Aktualisiert
Lesezeit9 Min · 1.728 Wörter

Oldtimer sind nicht nur Autos, sondern bewegliche Zeitzeugen, die Geschichten von Freiheit, Abenteuer und echtem Fahrspaß erzählen. Für diejenigen, die den Glanz moderner Autos und digital inszenierter Perfektion satt haben, bieten klassische Fahrzeuge eine willkommene Alternative. Doch wie bringt man diese unvergleichliche Faszination in die heutige Social-Media-Welt? Ein passionierter Oldtimer-Fahrer und Content Creator verrät, wie er es schafft, den rauen Charme und die authentischen Erlebnisse des Oldtimerfahrens in seinen Videos festzuhalten – ohne auf das perfekte Bild zu setzen, sondern den Sound, die Emotion und das Gefühl eines echten Klassikers zu vermitteln. Jonas Lach ist ein Oldtimer-Enthusiast, der nicht nur mit Leidenschaft hinter dem Lenkrad sitzt, sondern auch mit Schraubenschlüssel und Kamera, um die Faszination klassischer Fahrzeuge authentisch in die digitale Welt zu transportieren.

Du bist ein leidenschaftlicher Oldtimer-Fahrer und Content Creator. Wie schaffst du es, den echten Fahrspaß der klassischen Autos im Vergleich zu den oft glanzvoll inszenierten digitalen Inhalten zu vermitteln?

Ich versuche mit meinen Videos möglichst viele junge Menschen für klassische Fahrzeuge zu begeistern. Ich denke ein großer Unterschied zwischen mir und vielen anderen professionellen Foto- und Videografen ist, dass ich die Oldtimer selber fahre und auch selber dran schraube, wenn nötig. Bei mir steht nicht das perfekte Bild an erster Stelle, ich möchte Menschen begeistern und versuche das, was ich an klassischen Fahrzeugen liebe, mit der Kamera möglichst gut aufzunehmen. Ich möchte das Gefühl, das klassische Fahrzeuge in mir auslösen, so authentisch wie möglich auf Social Media wiedergeben.
Außerdem ist es meinen Followern sehr wichtig, dass sie immer den Originalsound der Fahrzeuge hören und nicht wie bei vielen Anderen Musik.

Wenn du einen Oldtimer für den Rest deines Lebens fahren müsstest, welcher wäre das und warum? Ist es die Nostalgie oder das Design, das dich anzieht?

Ich liebe Vorkriegsfahrzeuge! Ich würde mich vermutlich für ein Amilcar C6 (1926) oder ein Mercedes-Benz SSK (1928) entscheiden. Ich könnte mir aber vorstellen, dass ich eines Tages doch den Stauraum und ein Dach über dem Kopf vermisse. Daher denke ich, dass ein Mercedes-Benz 300 SL von 1955 der perfekte Kompromiss wäre. Er hat einen robusten 6 Zylinder mit über 200 PS, fährt entspannt 200 km/h und sieht mit seinen ikonischen Flügeltüren unglaublich gut aus. Außerdem hat man relativ viel Stauraum im Gegensatz zu den beiden anderen genannten Fahrzeugen.
Bei mir ist es denke ich ein Mix aus Nostalgie und Design. Klar sollte das Fahrzeug gut aussehen, aber es ist auch wichtig, dass es Charakter hat und es Spaß macht, damit zu fahren.

Was sind deiner Meinung nach die größten Unterschiede zwischen Oldtimern und modernen Fahrzeugen, abgesehen von der technischen Ausstattung? Und was vermisst du an den heutigen Autos, wenn du in deinem Oldtimer sitzt?

Moderne Autos haben keinen Charakter mehr. Sie sind ein ‚totes‘ Produkt. Jeder Hersteller produziert jede Fahrzeuggröße und auch jede Zwischengröße. Früher stand eine Marke für eine bestimmte Sache. Mercedes war immer ein luxuriöses Fahrzeug, Porsche war schon immer ein sehr sportliches Fahrzeug, heute bauen sie auch SUV’s etc. Heute versucht jeder alles zu können. Moderne Fahrzeuge sind zu perfekt und langweilig zu fahren. Aufgrund der vielen Regelsysteme ist das eigene Fahrkönnen immer weniger gefragt. Ich liebe es klassische Fahrzeuge im Alltag zu bewegen. Wenn ich in einem Oldtimer sitze, empfinde ich ein Gefühl der Freiheit, verbunden mit dem Risiko, liegen zu bleiben. Aber meistens kann ich es dann selber reparieren. Wenn ich mit einem modernen Fahrzeug liegen bleiben würde, könnte ich den Fehler wahrscheinlich gar nicht beheben, da mir der Computer fehlen würde, um die Fehler auszulesen.

Du hast an vielen Rallyes teilgenommen. Kannst du uns von einem besonderen Moment oder einem Pannenabenteuer erzählen, das dir für immer im Gedächtnis bleiben wird?

Das ist nicht einfach, da gibt es so viele Geschichten. Ich habe diesen Sommer bei der Hamburg Berlin Klassik mit meinem Austin Seven Ulster ‚Special‘ von 1932 teilgenommen. Ich bin aus Hannover auf eigener Achse nach Berlin gefahren und dann nach Hamburg. Als die Rallye vorbei war, auf dem Rückweg von Hamburg nach Hannover, bin ich nach über 500 gefahrenen Kilometern dann 30 km vor Hannover liegen geblieben. Die Zahnräder in meiner Hinterachse haben sich aufgelöst. Mein Vater hat mich dann mit einem Anhänger abgeholt. Ich habe mir eine gebrauchte Hinterachse gekauft, überholt und verbaut. Das war das letzte Bauteil an meinem Fahrzeug, das ich vorher noch nie auseinander gebaut habe.

Glaubst du, dass Oldtimer in der Zukunft ihre Beliebtheit behalten werden, oder ist das nur ein Trend, der irgendwann abflacht? Wie siehst du die Entwicklung der Oldtimer-Szene in den nächsten zehn Jahren?

Die Frage stelle ich mir in letzter Zeit selber sehr häufig. Generell stelle ich fest, dass die Autos der Oldtimerszene immer jünger werden. Viele Menschen, die ihren ersten Oldtimer kaufen, kaufen sich ein Fahrzeug, das sie in der Kindheit oder jungem Alter bewundert haben, aber sich damals nicht leisten konnten. Deswegen sind Fahrzeuge aus den 80/90er Jahren im Moment so beliebt. Ich denke aber, dass werden nicht immer so weitergehen, da ein Auto aus 2020 meiner Meinung nach in 50 Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr fahren wird. Die Ersatzteile sind einfach zu komplex, um sie als Einzelanfertigung zu fertigen. Somit ist die Anzahl an alten Fahrzeugen die in 50 Jahren noch fahren begrenzt und viele werden sich dann für Fahrzeuge vor Baujahr 2000 und älter interessieren.

Was macht für dich die Hamburg-Berlin Klassik so besonders? Welche Tipps würdest du jemandem geben, der daran teilnehmen möchte, um die Erfahrung in vollen Zügen zu genießen?

Ich bin dieses Jahr die Hamburg-Berlin Klassik das erste Mal mitgefahren. Ich fand die Strecken unglaublich schön. Ich denke ich bin 95 % der Straßen vorher noch nie gefahren, obwohl ich gar nicht so weit weg wohne. Außerdem habe ich viele neue Menschen kennengelernt, was immer schön ist. Mein Tipp ist es, mit einem möglichst alten Fahrzeug teilzunehmen, da die Startnummern nach Baujahr sortiert sind. So kann man sich in dem Starterfeld immer mal ein bisschen nach hinten fallen lassen, fährt nicht immer hinter den gleichen Autos her und kommt trotzdem nicht zu spät am Ziel an.

Gibt es eine Oldtimer-Marke oder ein Modell, das für dich persönlich die Seele des Automobils verkörpert? Wenn ja, warum gerade dieses?

Eine Marke oder ein bestimmtes Modell kommt mir bei der Frage eigentlich nicht spontan in den Sinn. Für mich geht es in erster Linie um das Fahrerlebnis. Dieses ist für mich am intensivsten bei Fahrzeugen aus den 20er und 30er Jahren. Alles wird rein mechanisch betätigt, ohne Hydraulik. Die Bremse z.B. wird meist über ein Gestänge oder Stahlseil betätigt. Durch diese rein mechanischen Bauteile ist man viel enger mit dem Fahrzeug und der Straße verbunden.

Die Rallye führt 2025 erstmals nach Travemünde. Was macht diese Strecke für dich so besonders – geht’s dir um den Wind im Haar oder eher um den knirschenden Kies unter den Reifen?

Ich habe 4 Jahre lang an der Ostsee studiert. Ich freue mich nun zusammen mit vielen anderen Oldtimerbegeisterten die Gegend zu befahren. Wenn das Wetter mitspielt, freue ich mich natürlich auf den Seewind in den Haaren.

Bei Rallyes wie der Hamburg-Berlin-Klassik steht die Gleichmäßigkeit im Fokus. Wie hältst du dich auf der Strecke entspannt, wenn es nicht ums Gewinnen auf der Überholspur, sondern um den perfekten Takt geht?

Ich versuche möglichst viele Videos während den Veranstaltungen zu machen, deswegen versuche ich gar nicht erst zu gewinnen. Ich finde es natürlich schön zu gewinnen, oder den zweiten oder dritten Platz zu belegen. Doch das ist für mich so unwahrscheinlich, da die Videos im Vordergrund stehen. Deswegen habe ich mir gesagt fahre ich die Prüfungen zwar aus Spaß mit, aber eher um dabei zu sein, als zu gewinnen.

Du bist ja eher im Flachland unterwegs, aber wie reizvoll findest du die neue Salzburger-Land-Klassik? Wäre die Fahrt durch das Salzkammergut und die Seenlandschaft für dich eine gute Abwechslung oder bleibst du lieber den norddeutschen Straßen treu?

Beides hat seine Reize, aber da ich eher aus dem Norden komme, freue ich mich schon sehr auf die neue Salzburger-Land-Klassik. Neue bergige und kurvige Straßen zu fahren ist immer schön. Nur mein Austin Seven mag die Berge nicht so gerne, für die Rallye bin ich momentan noch auf der Suche nach einem Fahrzeug mit mehr Leistung.

Die Salzburger-Land-Klassik umrundet imposante Bergmassive wie Dachstein und Grimming. Was ist für dich als Fahrer die größere Herausforderung – die engen Bergpässe oder der permanente Blick auf die traumhafte Kulisse?

Ich denke die größte Herausforderung ist es, beides miteinander zu verbinden: möglichst viel Spaß beim Fahren der Bergpfade zu haben und dabei auch die Aussicht zu genießen. Wenn man weit vorne mit einem möglichst alten Fahrzeug startet, hat man auch mehr Zeit, um mal anzuhalten und die Aussicht zu genießen.

Die Teilnahme an Rallyes wie der Hamburg-Berlin-Klassik ist mehr als nur Autofahren – es ist Lifestyle. Wie wichtig ist dir dieses gesellschaftliche Flair, das solche Events mit prominenten Teilnehmern und Luxusunterkünften ausstrahlen?

Es geht um das große Ganze, die Fahrzeuge, die Menschen, die Locations der Zwischenstopps und natürlich auch um die prominenten Teilnehmer. Häufig sieht man sie nur auf Rennstrecken im Fernsehen oder auf der Bühne, aber wer kann schon von sich behaupten ein kleines ‚Rennen‘ gegen H.P. Baxxter verloren oder Stucki überholt zu haben? Die Hamburg-Berlin Klassik war perfekt durchorganisiert bis hin zum letzten Abend, der mit einer tollen Party geendet hat. Ich freue mich schon jetzt auf das kommende Jahr.

16. Hamburg-Berlin-Klassik (22. – 24. Mai 2025) und 1. Salzburger-Land-Klassik (11. – 13. September 2025) Die Traditionsrallye „Hamburg-Berlin-Klassik“ geht 2025 bereits in die 16. Runde. Mal mit Start in Berlin, mal in Hamburg erkundet die Gleichmäßigkeits-Veranstaltung den Norden und Osten Deutschlands – im kommenden Jahr geht es erstmals nach Travemünde. Die Teilnehmer können sich auf Klassiker aus über 100 Jahren Automobilgeschichte sowie prominente Besatzungsmitglieder freuen. Die Anmeldung ist seit dem 1. August unter www.rallyebuero.de möglich, das Nenngeld beträgt 2.290 Euro. Neu im Programm ist die „Salzburger-Land-Klassik“: Geschaffen als legitime Nachfolgerin der „Bodensee-Klassik“, die ebenfalls unter dieser Adresse gebucht werden können.

Portrait Susie von den Stemmen

Susie von den Stemmen

Mit über 30 Jahren Erfahrung in den Medien hat Susie eine vielseitige Karriere als TV-Redakteurin, Print- und Online-Journalistin verbracht. Ihr Fokus liegt auf Kultur, Auto- und Lifestylethemen, in denen sie eine umfassende Expertise aufgebaut hat. Diese Tätigkeiten haben ihr die Möglichkeit eröffnet, faszinierende Orte zu bereisen und ein umfassendes Netzwerk im Bereich der Persönlichkeiten hinter den Marken und VIPs aufzubauen. Susies beruflicher Werdegang begann nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften und Germanistik mit einer ersten Berufsstation beim Disney Club (ARD), gefolgt von Redaktionsarbeiten für Gottschalk Late Night (RTL) und Jay Leno (NBC Los Angeles). Sie hat zahlreiche Fernsehaufträge für verschiedene Sender durchgeführt, darunter die Produktion von TV Beiträgen, Leitung von Studioredaktionen und die Akquise von Neugeschäft. Nachdem sie mit ihrer Familie nach Hamburg gezogen ist, hat sie ihre Karriere im Printbereich gestartet, zunächst bei Park Avenue für Gruner & Jahr und später bei Gala und anderen renommierten Titeln. Als VIP-, Automobil- und Kultur-Beauftragte hat sie weiterhin die Welt bereist, ihr Netzwerk ausgebaut und ihre Leidenschaft für die Auto-, Reise- und Genussszene vertieft. Aktuell leitet sie das Office! von den Stemmen in Hamburg und München. Kunden waren und sind: Bild, Cosmopolitan, Travellers World, Ramp, Audi Magazin, Air Tours, Lufthansa Magazin, DB Magazin, Tagesspiegel, Myself, Zeit Online, Instyle Men und nun auch Business Punk. Neben ihrem Wohnsitz in Hamburg ist sie dank ihrer Porsche Rennlizenz weltweit im Einsatz, um fesselnde Geschichten rund um Automobilität, Kultur und Lifestyle zu generieren.