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Fahrradbranche in der Krise: Diensträder als Rettungsanker?

Fahrradfahren macht glücklich
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Die Fahrradbranche kämpft mit hohen Lagerbeständen und sinkenden Verkaufszahlen. Doch Dienstradleasing könnte die Rettung sein. Warum E-Bikes und Leasingmodelle die Zukunft der Mobilität prägen.

Die Fahrradbranche steht vor einer Herausforderung. Hohe Lagerbestände und schlechtes Wetter haben die Verkäufe in den ersten Monaten des Jahres 2024 stark beeinträchtigt. Doch es gibt Hoffnung: Dienstradleasing könnte die Branche wiederbeleben. Was steckt hinter diesem Trend und warum sind E-Bikes dabei so wichtig?

Fahrradabsatz im Sinkflug

Ein Blick auf die Verkaufszahlen zeigt ein düsteres Bild: In den ersten vier Monaten des Jahres 2024 wurden in Deutschland 1,45 Millionen Fahrräder verkauft, ein Rückgang von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr, berichtet der Industrieverband ZIV. Besonders herkömmliche Fahrräder leiden unter dieser Entwicklung. Mit 650.000 verkauften Einheiten verzeichnen sie einen Rückgang von fast 20 Prozent. Im Gegensatz dazu bleiben E-Bikes mit 800.000 verkauften Stück nahezu stabil.

Übervolle Lager und Rabattschlachten

Die Produktionszahlen der Hersteller sind ebenfalls rückläufig. Mit 970.000 produzierten Fahrrädern über alle Typen hinweg, bedeutet dies einen Rückgang von fast 18 Prozent. Grund dafür sind die hohen Lagerbestände aus den Vorjahren. Diese Überkapazitäten haben bereits zu erheblichen Rabatten für die Kunden geführt. Doch wie lange kann diese Strategie noch aufrechterhalten werden?

Dienstradleasing als Hoffnungsträger

Ein Lichtblick am Horizont ist das Dienstradleasing. Laut dem Industrieverband ZIV könnte das Jahr 2024 trotz der aktuellen Schwierigkeiten noch ein normales Jahr mit einem Umsatz von 4,3 Millionen Fahrrädern werden. Der Leasingmarkt für Dienstfahrräder boomt und bietet enormes Potenzial. Aktuell haben erst 37 Prozent der Beschäftigten die Möglichkeit, ein Dienstrad zu leasen. Von diesen 16,8 Millionen Menschen haben erst knapp zehn Prozent einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen.

Lohnt sich das Dienstradleasing?

Doch lohnt sich das Dienstradleasing wirklich für die Beschäftigten? Auf den ersten Blick können Steuern und Sozialabgaben gespart werden. Doch in vielen Fällen kommt das Leasing auf lange Sicht teurer als der Kauf eines Fahrrads. Schließlich will nicht nur der Händler, sondern auch der Leasinganbieter verdienen. Studienautor Kim Lachmann betont dennoch, dass das Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft sei. Bei den rund 204.000 teilnehmenden Arbeitgebern gibt es im Durchschnitt noch rund 90 Prozent der Mitarbeiter, die bisher nicht leasen.

Wachstumspotenzial und Umsatzsteigerungen

Die Zahl der Unternehmen, die ihren Beschäftigten das Dienstradleasing anbieten, steigt kontinuierlich. Seit 2019 wächst diese Zahl im Schnitt um 46 Prozent pro Jahr. Der Umsatz der Leasinganbieter ist im vergangenen Jahr von 2,6 Milliarden auf 3,2 Milliarden Euro gestiegen. Verträge über 790.000 Räder wurden abgeschlossen, im Vergleich zu 680.000 im Jahr 2022. Die Flotte der auf drei Jahre geleasten Diensträder wuchs um rund 400.000 auf 1,9 Millionen Stück. Dabei handelt es sich meist um hochwertige und teure Räder, wobei E-Bikes rund 80 Prozent ausmachen. Der Durchschnittspreis eines geleasten E-Bikes liegt bei 3750 Euro – und damit 800 Euro über dem Preis im gesamten Fahrradmarkt.

Die Rolle der Eurobike Messe

Diensträder und E-Bikes werden auch im Fokus der Eurobike Messe in Frankfurt stehen. Rund 1800 Aussteller präsentieren dort Neuheiten und Weiterentwicklungen, auch bei Lastenrädern. Die Messe ist zunächst für Fachbesucher geöffnet und am Wochenende als Festival auch für das breite Publikum zugänglich. Hier könnten neue Trends und Innovationen vorgestellt werden, die der Branche weiteren Auftrieb geben.

Ein Blick in die Zukunft

Die Fahrradbranche steht vor großen Herausforderungen, doch das Dienstradleasing bietet eine vielversprechende Perspektive. Mit einem wachsenden Markt und steigenden Umsätzen könnte dieser Trend die Branche nachhaltig verändern. Ob sich das Leasing für jeden lohnt, bleibt individuell zu prüfen. Doch eines ist sicher: Die Zukunft der Mobilität wird elektrisch und flexibel sein.

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