Fast alle haben verloren. Bis auf einen
Es gibt noch Gerechtigkeit auf dieser Welt. Der Club der Milliardäre hat an der Börse so viel Federn lassen müssen, wie noch nie. Nur einer hat es mal wieder geschafft, auf der Gewinnerseite zu stehen.
Hi Punks, die Runzelfalten sind nicht zu übersehen, die der eine oder andere unter uns hat, wenn er in sein Depot schaut. Ist nur Fucking Money, stimmt. Aber weniger ist eben weniger und die Zollpläne von Donald Trump fressen die Vorräte im Depot wie eine Ratte in der Käsetheke. Das Einzige, was nervenschonend wirkt, ist der alte natürlich völlig irrationale, aber zutiefst menschliche Spruch, dass geteiltes Leid halbes Leid ist. Deswegen schaut auf diese Liste und seht, mit wem wir da im gleichen Schlamassel liegen:
Durch den bisherigen Kurssturz wurden die Vermögen der 3000 Milliardäre der Welt um insgesamt 270 Milliarden Dollar geschmälert, haben die Milliardärs-Watcher von Forbes ermittelt. Die größten Verlierer sind natürlich die reichsten Menschen der Welt, insbesondere diejenigen, die sich in letzter Zeit mit Trump angefreundet haben. Es gibt also noch Gerechtigkeit auf dieser Welt.
Keiner wurde härter getroffen als Meta-Gründer Mark Zuckerberg, dessen Vermögen zum Wochenende bereits um 17,9 Milliarden Dollar gesunken war, da die Aktien des Facebook-Mutterkonzerns um 9 Prozent gefallen sind. Zuckerberg, der bei Trumps Amtseinführung im Januar neben Jeff Bezos und Elon Musk saß, nachdem Meta an Trumps Amtseinführungskomitee gespendet hatte, hat sich seitdem auch mehrmals mit dem Präsidenten im Weißen Haus getroffen – zuletzt vergangenen Mittwoch.
Der bisher zweitgrößte Verlierer ist auch einer aus dem Spendenkomitee: Jeff Bezos von Amazon, der bei Trumps Amtseinführung im Januar in der zweiten Reihe hinter dem Präsidenten saß. Im Februar kündigte er an, dass die Washington Post, die er 2013 für 250 Millionen Dollar gekauft hatte, ihre Meinungsseiten ändern und sich auf die Unterstützung persönlicher Freiheiten und freier Märkte konzentrieren werde. Einen Monat später äußerte er sich zu Zöllen und sagte in einem X-Post, dass die Meinungsseiten „die schädlichen und verzerrenden Auswirkungen von Zöllen, die dazu verwendet werden, Gewinner und Verlierer zu bestimmen“, behandeln würden. Bezos ist durch den Zollstreit 16 Milliarden Dollar ärmer.
Larry Ellison der Gründer des Software-Riesen Oracle, verlor 9,9 Milliarden Dollar, was auf einen Kursrückgang der Oracle-Aktie um 6 Prozent zurückzuführen ist. (Er ist auch ein Großaktionär von Tesla.) Im Gegensatz zu Bezos und Zuckerberg ist Ellison seit langem ein wichtiger Geldgeber für die Republikaner. 2020 veranstaltete er eine Spendenaktion für Trump und speiste letztes Jahr mit ihm in seinem Club Mar-A-Lago in Palm Beach. Im Januar kündigte er zusammen mit dem Präsidenten, Sam Altman von OpenAI und dem japanischen Milliardär Masayoshi Son eine geplante Investition in Höhe von 500 Milliarden US-Dollar in KI-Rechenzentren in den USA an.
Auch der liebe Elon Musk, bei uns ja eher gerade Zielscheibe von Spott, was ihn aber als reichsten Menschen der Welt nicht kümmern muss, lässt Federn. Er hat 8,7 Milliarden Dollar verloren, was in Dollar gerechnet den fünftgrößten Verlust unter den Milliardären darstellt. Die Tesla-Aktien sind um mehr als 5 Prozent eingebrochen, nachdem der Autohersteller nach einer schwierigen Woche bekannt gegeben hatte, dass seine Verkäufe in den ersten drei Monaten des Jahres um 13 % zurückgegangen sind.
Unterdessen erlitt der französische Luxus-Tycoon Bernard Arnault, der bis zum vergangenen Jahr der reichste Mensch der Welt war, einen Verlust von 8,6 Milliarden US-Dollar, da die Aktien seines Konglomerats LVMH um fast 6 Prozent fielen. Arnault ist der erste Europäer auf dieser Liste und hatte im Januar öffentlich seine Unterstützung für Trump bekundet. Er war zusammen mit zwei seiner fünf Kinder, die alle Führungskräfte bei LVMH sind, bei dessen Amtseinführung anwesend. Neben Bezos und Zuckerberg mussten auch viele andere Tech-Magnaten – darunter Michael Dell, Jensen Huang von Nvidia und die Google-Mitbegründer Larry Page und Sergey Brin – herbe Verluste hinnehmen.
Und wie ergeht es Trump inmitten der Marktverwerfungen? Nicht so schlecht. Das Nettovermögen des Präsidenten ist um 40 Millionen Dollar auf 4,6 Milliarden Dollar gesunken, da die Aktionäre den Kurs der Trump Media & Technology Group Corp., der Muttergesellschaft seines Social-Media-Unternehmens Truth Social, um 3 Prozent nach unten gedrückt haben, was weniger ist als der Rückgang des Gesamtmarktes.
Es gibt übrigen eine Ausnahme und die bildet sozusagen der Altvordere unter den Milliardären: Warren Buffett. Sein Vermögen in diesem Jahr gewachsen ist. Laut dem Bloomberg Billionaires Index liegen in Buffetts Tresor in diesem Jahr 11,5 Milliarden Dollar mehr und damit insgesamt 153,5 Milliarden Dollar. Dies ist bemerkenswert, da sein Vermögen seit dem 2. April, als es den höchsten Stand seit fünf Jahren erreichte, um 14,5 Milliarden Dollar gesunken ist. Der 94-jährige Buffett ist nun der viertreichste Mensch der Welt und der einzige unter den Top-Ten-Milliardären, die dieses Jahr bisher einen Gewinn eingefahren haben.
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