Finance & Freedom Mindestlohn 13,90 Euro – das bleibt wirklich netto übrig

Mindestlohn 13,90 Euro – das bleibt wirklich netto übrig

Es klingt nach einem dicken Plus: Der Mindestlohn ist 2026 kräftig gestiegen, satte 8,4 Prozent mehr pro Stunde. Doch wer am Monatsende auf den Kontoauszug schaut, reibt sich die Augen. Denn zwischen dem schönen Brutto und dem, was tatsächlich ankommt, liegt eine ganze Welt aus Steuern und Sozialabgaben.

Wir rechnen vor, was vom neuen Mindestlohn netto wirklich übrig bleibt – und warum das Plus kleiner ausfällt, als es klingt.

13,90 Euro: das neue Brutto

Erst die Fakten. Zum 1. Januar 2026 ist der gesetzliche Mindestlohn von 12,82 auf 13,90 Euro pro Stunde gestiegen – ein Plus von 1,08 Euro oder rund 8,4 Prozent. Klingt ordentlich.

In Vollzeit gerechnet (rund 173 Stunden im Monat) ergibt das ein Bruttogehalt von 2.409 Euro im Monat. Und genau hier beginnt die Ernüchterung.

Die Brutto-Netto-Rechnung

Vom Brutto knabbern Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung rund 20 Prozent ab – dazu kommt, je nach Einkommen, noch die Lohnsteuer. Bei Mindestlohn und Vollzeit bleiben in Steuerklasse 1 unterm Strich oft nur 77 bis 81 Prozent als Netto übrig.

Konkret heißt das: Von den 2.409 Euro brutto landen je nach Steuerklasse, Bundesland, Kirchensteuer und Krankenkasse rund 1.850 bis 1.900 Euro netto auf dem Konto. Über 500 Euro im Monat verschwinden also, bevor das Geld überhaupt ankommt.

Und vom Plus bleibt noch weniger

Jetzt der eigentliche Aufreger. Die Erhöhung um 1,08 Euro pro Stunde bedeutet brutto rund 187 Euro mehr im Monat. Doch weil von jedem zusätzlichen Euro wieder Steuern und Abgaben abgehen, kommen netto nur etwa 120 bis 160 Euro mehr an.

Heißt im Klartext: Von den gefeierten 8,4 Prozent Lohnplus spürt man im Geldbeutel deutlich weniger. Das Brutto steigt schneller als das Netto – ein Effekt, den jede Lohnerhöhung mit sich bringt, der bei kleinen Einkommen aber besonders weh tut.

Ausblick: 2027 kommt der nächste Sprung

Immerhin: Die Richtung stimmt. Zum 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn weiter auf 14,60 Euro pro Stunde. Wer also jetzt knapp kalkuliert, hat im nächsten Jahr wieder etwas mehr Spielraum – wenn die Inflation nicht dazwischenfunkt.

Business Punk Check

Der Mindestlohn 2026 ist ein Lehrstück darüber, wie weit Brutto und Netto auseinanderliegen. 13,90 Euro die Stunde, 2.409 Euro brutto im Monat – und am Ende kommen davon rund 1.850 Euro an. Von der gefeierten Erhöhung bleiben netto nur 120 bis 160 Euro übrig. Das ist nicht nichts, aber es ist weit weg von dem, was die 8,4-Prozent-Schlagzeile verspricht.

Die nüchterne Erkenntnis: Wer mit Mindestlohn plant, sollte immer mit dem Netto rechnen, nie mit dem Brutto. Und wer mehr herausholen will, prüft Steuerklasse, Freibeträge und mögliche Zuschüsse wie Wohngeld – gerade bei kleinen Einkommen entscheidet das über echte Hunderter im Monat.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist der Mindestlohn 2026? Seit dem 1. Januar 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 Euro pro Stunde – ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber den vorherigen 12,82 Euro.

Wie viel ist das brutto im Monat? In Vollzeit (rund 173 Stunden) ergibt der Mindestlohn 2026 ein Bruttogehalt von etwa 2.409 Euro im Monat.

Wie viel bleibt netto übrig? Je nach Steuerklasse, Bundesland und Krankenkasse bleiben in Steuerklasse 1 rund 1.850 bis 1.900 Euro netto – das sind etwa 77 bis 81 Prozent des Bruttos.

Wie viel mehr Netto bringt die Erhöhung? Von der Erhöhung kommen netto nur rund 120 bis 160 Euro pro Monat an, weil von jedem zusätzlichen Euro Steuern und Sozialabgaben abgehen.

Wann steigt der Mindestlohn wieder? Zum 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn auf 14,60 Euro pro Stunde.

Quellen: Bundesregierung, mein-nettogehalt.de, Taxmaro

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