Finance & Freedom Was diesen VC-Underdog von Sequoia & Co. unterscheidet

Was diesen VC-Underdog von Sequoia & Co. unterscheidet

Heliad ist seit Jahren ein Akteur in der deutschen VC-Szene, doch der Name bleibt vielen unbekannt. Nicht, weil wenig passiert wäre: Enpal, FINN, Raisin, ARX Robotics und Aikido gehören zum Portfolio, und der Net Asset Value hat sich in einem Jahrzehnt vervierfacht. Der Grund liegt woanders: Heliad hat lieber das eigene Portfolio aufgebaut als geredet.

Während viele klassische VCs mit fehlenden finanziellen Mitteln kämpfen, blickt Heliad zuversichtlich auf das kommende Jahr. Auch weil sie anders als andere Investoren an der Börse notiert sind.

Kein Ablaufdatum für Investments

US-Größen wie a16z und Sequoia investieren inzwischen in Europa. Der Wettbewerb um die besten Gründerteams ist härter geworden und wer nur Kapital mitbringt, verliert. Doch Heliad bringt mehr als nur Kapital.

Als börsennotierte Gesellschaft hat Heliad keine Fondslaufzeit. Klassische Venture-Capital-Fonds laufen zehn Jahre, dann müssen sie verkaufen – ob der Zeitpunkt passt oder nicht. Heliad bleibt investiert, solange es sinnvoll ist: vom ersten Ticket bis nach dem IPO. Co-CEO Falk Schäfers sagt: „Wir geben Gründern etwas Seltenes in der VC-Welt: einen Investor, der sich am Unternehmen orientiert, nicht am Fondszyklus.“

Das erlaubt Heliad, starke Unternehmen mehrfach zu finanzieren, ohne Verkaufsdruck. Viele Portfoliounternehmen begleitet Heliad seit den Anfängen und bleibt investiert, solange die These trägt.

Früher rein, genauer hinschauen

Heute investiert das Unternehmen auch früh – mit kleineren Tickets, aber dem klaren Ziel, bei den besten Unternehmen nachzulegen. Schäfers erklärt den Strategiewechsel: „Der größte Wertzuwachs entsteht heute in den frühen Phasen. Wer dort fehlt, verpasst einen entscheidenden Teil der Wertschöpfung.“

Early-Stage-Investments bedeuten für Heliad vor allem: Menschen statt Geschäftsmodelle bewerten. Geschäftsmodelle ändern sich, oft mehrfach. In diesen Phasen zählt das Team. Schäfers nennt drei entscheidende Faktoren: Transparenz, Selbstüberzeugung und die Einstellung zu Hiring. Sein Fazit: „You become who you hire.“

2026 setzt Heliad auf Robotics, AI, Automation, GovTech und Defense. Bereiche, die viele Fonds meiden, weil sie komplex oder kapitalintensiv wirken. Schäfers sieht darin keine Risiken, sondern Chancen. Er verweist auf sich öffnende Exitmärkte: „Ich erwarte ein potenziell gutes Jahr oder zwei für DPI.“

Geld allein reicht nicht

Kapital allein überzeugt heute keine Gründer mehr. Heliads Team unterstützt bei Government Relations, Ausschreibungen und Förderprogrammen, um Gründern den Zugang zu hochregulierten Märkten zu erleichtern. Dazu kommt Kapitalmarkt-Know-how für Startups, die früh mit komplexen Finanzierungsstrukturen umgehen müssen. Ein Netzwerk aus Unternehmern öffnet Türen zum deutschen Mittelstand.

Schäfers beschreibt das als gezielten Aufbau: „Gründer erwarten VCs mit Superpower.“ Drei davon hat Heliad systematisch etabliert. Ob das reicht, um gegen die großen US-Namen zu bestehen?

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