Förder-Kahlschlag! Habeck kürzt bei Energieberatung drastisch
Das Bundeswirtschaftsministerium senkt ab dem 7. August die Förderquote für Energieberatungen in Wohngebäuden von 80 auf 50 Prozent. Grund ist die hohe Nachfrage und die haushaltspolitische Lage.
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Das Bundeswirtschaftsministerium hat angekündigt, die Förderquote für Energieberatungen in Wohngebäuden drastisch zu senken. Ab dem 7. August wird die Unterstützung von bisher 80 Prozent auf nur noch 50 Prozent reduziert. Diese Entscheidung könnte weitreichende Konsequenzen haben, sowohl für Hausbesitzer als auch für die Energiewende insgesamt.
Förderung wird drastisch gekürzt
Die Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK) kam überraschend: Ab dem 7. August wird die Förderung für Energieberatungen in Wohngebäuden (EBW) von 80 Prozent auf 50 Prozent gesenkt. Die maximalen Zuschüsse pro Beratung werden ebenfalls halbiert. Diese Maßnahme betrifft viele Hausbesitzer, die sich auf die bisher großzügige Förderung verlassen haben.
Warum wird gekürzt?
Das BMWK begründet die Kürzung mit einer enormen Nachfrage nach Energieberatungen. Bis Juli 2024 wurden bereits 80.000 Anträge gestellt, ein neuer Rekord. Zum Vergleich: 2019 waren es nur rund 10.000 Anträge, 2023 stieg die Zahl auf 130.600. Die hohe Nachfrage und die angespannte haushaltspolitische Lage machen eine Anpassung der Fördersätze notwendig, so das Ministerium gegenüber verschiedenen Medien.
Kurze Pause wegen Haushaltssperre
Die Bundesregierung hatte vorübergehend die Bewilligungen in den Programmen EBW und EBN (Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme) pausiert, nachdem das Bundesverfassungsgericht Mitte November eine Haushaltssperre verhängt hatte. Diese Sperre wurde jedoch Anfang Januar aufgehoben, und die Förderprogramme konnten wieder aufgenommen werden.
Rückblick: E-Auto-Förderung
Die Entscheidung des BMWK erinnert an das Vorgehen hinsichtlich der E-Auto-Förderung: Im Dezember 2023 wurde die Unterstützung beim Kauf eines Elektro-Fahrzeugs kurzfristig eingestellt. Die Begründung war ebenfalls ähnlich: die angespannte Haushaltslage. Seit dem Wegfall der E-Auto-Prämie ist der Markt für E-Autos eingebrochen, was zeigt, wie stark staatliche Förderungen den Markt beeinflussen können.
Bonus bleibt unverändert
Trotz der Kürzungen gibt es auch gute Nachrichten: Der Bonus für einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) bleibt bestehen. Wer sich vor einer Gebäudesanierung ausführlich beraten lässt, kann weiterhin höhere Zuschüsse für Effizienzmaßnahmen erhalten. Diese Zuschüsse steigen sogar von 15 auf 20 Prozent, wenn ein iSFP erstellt wurde. Auch die förderfähigen Ausgaben für Effizienzmaßnahmen verdoppeln sich auf 60.000 Euro, wenn ein geförderter iSFP vorhanden ist.
Zukunft der Energieberatung
Die staatliche Förderung für Energieberatungen ist gefragt, so sehr, dass das BMWK jetzt die Summen kürzen muss, um das Geld nicht ausgehen zu lassen. Das Ministerium rechnet in diesem Jahr mit 152.500 Förderanträgen für Wohngebäude, eine deutliche Steigerung gegenüber den 130.600 Anträgen im Jahr 2023. Durch die Kürzung der Förderung sollen die Programme „auf einem guten Niveau“ weitergeführt werden können, so das Ministerium gegenüber „heise online“.
Was bedeutet das für Hausbesitzer?
Die Entscheidung des BMWK, die Förderquote für Energieberatungen zu senken, mag auf den ersten Blick drastisch erscheinen, ist jedoch angesichts der hohen Nachfrage und der haushaltspolitischen Lage nachvollziehbar. Für Hausbesitzer bedeutet dies jedoch, dass sie tiefer in die Tasche greifen müssen, um von den Vorteilen einer Energieberatung zu profitieren.
Zudem ist es mehr als verwunderlich, dass das von den Grünen geführte Wirtschaftsministerium ausgerechnet eine Förderung, die für die grüne Trendwende sorgen soll, reduziert. Ob die Partei damit in der Beliebtheitsskala aufsteigen kann? Verfechter von Umweltschutz-Maßnahmen dürften enttäuscht sein, dass die Regierung die private Energie-Optimierung weniger fördern will, und der Rest der Bevölkerung muss die staatlich vorgegebenen Maßnahmen in Sachen Energie nun mit weniger Fördermitteln erfüllen.