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Frauen und Büro-Präsenzpflicht: Welche Veränderungen sie mit sich bringt

Frau im Büro
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Lesezeit3 Min · 576 Wörter

Fast jede sechste Frau in Deutschland muss täglich ins Büro. Diese Pflicht erhöht Stress und senkt die Produktivität. Flexible Arbeitsmodelle könnten helfen, vor allem bei der Vereinbarkeit von Beruf und familiären Aufgaben.

Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Doch während Homeoffice und flexible Arbeitszeiten für viele zur Norm geworden sind, kämpfen andere immer noch mit starren Büropflichten. Besonders Frauen sind davon betroffen. Die aktuelle Deloitte-Studie “Women @ Work” zeigt die weitreichenden Folgen dieser Verpflichtungen – sowohl für die Betroffenen als auch für ihre Arbeitgeber.

Büropflicht: Ein Stressfaktor für viele Frauen

Von den 500 befragten Frauen in Deutschland gab fast jede sechste an, dass sie an allen Arbeitstagen ins Büro kommen muss. Jede fünfte Frau hat zumindest an einigen Tagen diese Pflicht. Das klingt nach einem Rückschritt in Zeiten, in denen Flexibilität ein Fremdwort ist. Und die Folgen? 37 Prozent der Frauen mit kompletter Büropflicht berichten von erhöhtem Stress und schlechterem seelischen Wohlbefinden. Bei den Frauen mit teilweiser Büropflicht sind es immerhin noch 22 Prozent. Weltweit liegen die Zahlen etwas niedriger, aber das Problem bleibt bestehen.

Negative Auswirkungen auf Arbeitgeber

Die Studie zeigt auch, dass diese starren Vorgaben nicht nur den Arbeitnehmerinnen schaden. 32 Prozent der Frauen mit kompletter Büropflicht haben ihren Arbeitgeber gebeten, die Arbeitszeit zu reduzieren. Bei 29 Prozent hat sich die Meinung über den Arbeitgeber verschlechtert. Und 19 Prozent fühlen sich weniger produktiv. Überraschend? Nicht wirklich, denn Flexibilität kann Wunder wirken, und das gilt besonders für Frauen. Sandra Mühlhause, Chief People Officer bei Deloitte Deutschland, betont: „Je mehr Flexibilität Arbeitgeber bieten, desto mehr Chancen eröffnen sich vor allem für Frauen.“

Die unsichtbare Last der Care-Arbeit

Warum trifft die Büropflicht Frauen so hart? Ein Blick auf die familiären Verpflichtungen gibt Aufschluss. Neben dem Job übernehmen viele Frauen auch die Hauptverantwortung für Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen. Der Anteil der Frauen, die hauptsächlich für die Kinderbetreuung zuständig sind, stieg in Deutschland von 41 Prozent im Vorjahr auf 45 Prozent. Weltweit liegt dieser Anteil sogar bei 50 Prozent.

Noch gravierender ist das Ungleichgewicht bei der Pflege von Erwachsenen. Weltweit tragen 57 Prozent der Frauen die Hauptverantwortung, ein Anstieg von 44 Prozent im Vorjahr. In Deutschland gab es zwar einen leichten Rückgang von 58 auf 54 Prozent, aber die Männer lassen sich immer weniger blicken. 2022 waren es noch zwölf Prozent der Männer, die die Hauptverantwortung übernahmen, 2023 sind es nur noch drei Prozent. Interessanterweise kümmern sich inzwischen mehr Paare gemeinsam um die Pflege, was einige Frauen entlastet.

Arbeiten trotz Schmerzen: Ein weiteres Tabu

Ein weiteres Thema, das oft unter den Teppich gekehrt wird, sind gesundheitliche Probleme. 16 Prozent der befragten Frauen in Deutschland haben gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit ihrer Regel, fünf Prozent im Zusammenhang mit Kinderwunsch oder Schwangerschaft und vier Prozent in den Wechseljahren. Von diesen Frauen arbeiten 39 Prozent trotz starker Regelschmerzen, 32 Prozent trotz Beschwerden in den Wechseljahren und 35 Prozent trotz starker Leiden bei Problemen rund um Kinderwunsch und Schwangerschaft. Im Büro kann das noch unangenehmer sein als im Homeoffice.

Flexibilität als Schlüssel zur Lösung

Die Lösung scheint auf der Hand zu liegen: Mehr Flexibilität. Arbeitgeber, die hybride Arbeitsmodelle und flexible Arbeitszeiten anbieten, können nicht nur das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiterinnen steigern, sondern auch deren Produktivität. Es ist eine Win-Win-Situation. Die Zeiten ändern sich und die Arbeitswelt sollte es auch.

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