She'sPunk · Business Insider

Frauenpower: Die Zukunftsmacherinnen revolutionieren die Wirtschaft!

Business Insider kürt die Zukunftsmacherinnen
Shutterstock
Erschienen
Lesezeit5 Min · 929 Wörter

Frauen erobern die Chefetagen: Business Insider kürt 26 Zukunftsmacherinnen, die die Wirtschaft umkrempeln. Trotz Fortschritten bleibt Parität eine Herausforderung. Frauenquote und Mindestbeteiligungsgebot zeigen Wirkung.

Jedes Jahr kürt Business Insider Frauen, die mit ihrer Arbeit die Wirtschaft vorantreiben und die Zukunft beeinflussen. In diesem Jahr wurden 25 beeindruckende Frauen ausgezeichnet, die in verschiedenen Branchen tätig sind. Doch trotz dieser Erfolge stellt sich die Frage: Ist die Gleichstellung in der Wirtschaft bereits erreicht?

Frauen in Führung: Ein Grund zum Feiern?

Die Entwicklung in den Führungsetagen deutscher Unternehmen scheint Grund zur Freude zu geben. Laut einer Untersuchung der Organisation „Frauen in die Aufsichtsräte“ (Fidar) ist der Frauenanteil in den Aufsichtsräten deutscher Börsenunternehmen auf einem Rekordhoch. Im Mai 2024 waren 37,3 Prozent der Aufsichtsratspositionen in 180 untersuchten Unternehmen mit Frauen besetzt.

Doch der Weg zu dieser Entwicklung war nicht einfach und ist noch lange nicht das Ende. Hinter diesen Zahlen steckt ein erheblicher Druck, der durch gesetzliche Regelungen wie die verbindliche Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten seit 2016 entsteht. Diese Regelung betrifft 57,78 % der analysierten Unternehmen, also knapp über die Hälfte. Seit 2022 gibt es zudem das Mindestbeteiligungsgebot, das für Vorstände mit mehr als drei Mitgliedern gilt und mindestens eine Frau und einen Mann vorschreibt. Dies gilt aber nur für börsennotierte Unternehmen mit mehr als 2000 Beschäftigten.

Die Wirkung der Frauenquote

Die Studienerheber von Fidar sehen die positiven Effekte der gesetzlichen Regelungen, weisen aber auch auf Unterschiede hin. Seit der Einführung der Vorstandsquote im Jahr 2022 ist der Frauenanteil in den Vorständen um 4,6 Prozentpunkte auf fast 20 Prozent gestiegen. Bei den 76 Unternehmen, die nicht unter die 30-Prozent-Quote fallen, stagniert der Frauenanteil hingegen bei 14,9 Prozent.

Die Vielfalt der Zukunftsmacherinnen

Die Auswahl an kompetenten Frauen ist groß, wie das Bewerbungsverfahren von Business Insider für die „Zukunftsmacherinnen“ jedes Jahr zeigt. In diesem Jahr haben sich über 140 Frauen aus allen Branchen und Positionen beworben. Die Jury aus erfahrenen Wirtschaftsredakteuren hatte die schwierige Aufgabe, die besten auszuwählen.

Hier die inspirierenden Preisträgerinnen:

  • Jil Andert (Miss Germany Studios) hat Miss Germany in eine Plattform für gesellschaftliches Engagement verwandelt. Sie möchte junge Mädchen dazu inspirieren, nicht nur Influencer zu werden, sondern auch in Berufe wie Astronautin oder DAX-Vorständin zu streben.
  • Jennifer Baum-Minkus (Gitti) hat eine vegane Nagellack-Marke entwickelt, die weltweit 2,5 Millionen Produkte verkauft. Sie setzt sich für mehr Diversität in der Beauty-Branche ein, auch wenn es Gegenwind gibt.
  • Nicole Cienskowski (Capgemini) arbeitet als Client Director an der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Ihr Ziel ist es, das Gesundheitswesen zugänglicher und barrierefreier zu gestalten.
  • Kristiina Coenen (Deloitte) leitet den Innovationshub „The Garage“ im Bereich Tax und Legal. Sie sieht die Stärke ihres Teams in skalierbaren Lösungen, die die Zukunft von TaxTech gestalten.
  • Karolina Decker (finmarie) fördert die finanzielle Bildung von Frauen und Kindern durch ihre Initiativen SchulGold und finmarie Visions, um die Finanzlandschaft nachhaltig zu verändern.
  • Christina Diem-Puello (Deutsche Dienstrad) gründete 2020 die DD Deutsche Dienstrad GmbH, die 2023 einen Umsatz von 280 Millionen Euro erreichte. Sie ist auch Präsidentin des Verbands deutscher Unternehmerinnen.
  • Alexandra Kohlmann (Rowe Gruppe) leitet das Familienunternehmen in der Schmierstoffindustrie. Sie bereitet ihr Unternehmen auf die Zukunft der Mobilität vor.
  • Saruul Krause-Jentsch (Spotify) entwickelt das Podcast-Format weiter und fördert unterrepräsentierte Stimmen, um mehr Vielfalt auf Spotify zu schaffen.
  • Janine Lampprecht (Grenzlotsen) modernisiert den Zollbereich, um Unternehmen durch innovative Prozesse zu entlasten.
  • Louisa Lippold (Regpit) gründete mit 22 Jahren ein Unternehmen, das Software zur Geldwäscheprävention anbietet. Sie erkannte den großen Bedarf an praktischen Lösungen im Bereich Compliance.
  • Karla Loida (DLR) leitet den Aufbau von Quantencomputern und fördert Startups, die diese Technologie zur Marktreife entwickeln.
  • Julia Lupp (Rheingau-Taunus-Kreis) modernisiert die Kommunikation zwischen Bürgern und Behörden und sieht großes Potenzial in den öffentlichen Verwaltungen Deutschlands.
  • Cosima Meyer (SAP) setzt sich für mehr Diversität in der Tech-Branche ein und will Vorbilder für die nächste Generation sichtbar machen.
  • Chiara Monteton (Bedachungen Monteton) modernisiert das Dachdeckerhandwerk und kämpft gegen das schlechte Image der Branche.
  • Annika von Mutius (Empion) digitalisiert das Recruiting mit KI-Systemen und teilt ihre Forschungsergebnisse offen.
  • Neşe Oktay-Gür (NAP!) fördert mentale Gesundheit in Unternehmen und setzt sich für die Entstigmatisierung dieses wichtigen Themas ein.
  • Philine Paschen (Deutsche Bank) entwickelt Finanzierungsstrukturen für nachhaltigere Unternehmen, insbesondere durch die Integration von ESG-Kriterien.
  • Cordula Pflaum (Lufthansa Airlines) lehrt als Ausbildungskapitänin psychologische Sicherheit in Airline-Teams, um in kurzer Zeit vertrauensvolle Teams zu bilden.
  • Helena Rapprich (LipoCheck) bietet mit ihrer App Frauen mit Lipödem Zugang zu Gesundheitsleistungen und hilft ihnen, ihre Lebensqualität zu verbessern.
  • Cosima Richardson (Kynd Hair) entwickelt nachhaltiges Kunsthaar für Women of Color und gehört zu den wenigen WOC-Gründerinnen in Deutschland, die Wagniskapital erhalten haben.
  • Olga Stürmer (Freshfields) berät Finanzinvestoren und fördert Frauen in der Private-Equity-Branche, wo sie eine der wenigen weiblichen Anwältinnen ist.
  • Natalia Wallroth & Emmelie König (MINTD) verbinden Frauen in MINT-Berufen mit Unternehmen und sorgen dafür, dass Unternehmen passende weibliche Talente finden.
  • Aisha Washington (L’Oréal) ist eine alleinerziehende Mutter in Führungsposition und setzt sich für die Vereinbarkeit von Familie und Karriere ein.
  • Franziska Weindauer (TÜV AI.Lab) entwickelt Prüfkriterien für KI-Systeme, um den vertrauenswürdigen Einsatz von KI zu sichern.
  • Alexandra Wudel (FemAI) setzt sich für eine feministische Entwicklung von KI ein und fördert marginalisierte Perspektiven in der KI-Entwicklung.

Diese Frauen setzen sich in ihren jeweiligen Branchen für mehr Vielfalt, Innovation und Nachhaltigkeit ein und gestalten so die Zukunft der Wirtschaft aktiv mit.

Portrait Business Punk Redaktion

Business Punk Redaktion

Hier schreibt die Business-Punk-Redaktion. Mal er, mal sie, mal gar keiner. Ach und kauft unser Heft! Danke.