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Frauenpower im DAX: Aufsichtsräte auf dem Weg zur Parität

Frauen in Führungspositionen
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Frauen dominieren zunehmend die Aufsichtsräte großer DAX-Unternehmen. Mit 40% Frauenanteil in 25 von 40 Unternehmen und Parität in sieben Firmen ist ein Meilenstein erreicht. Doch die Machtverteilung bleibt ungleich.

Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen in den Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen zeigt: Frauen sind auf dem Vormarsch. Die 40%-Marke wurde geknackt, und in einigen Unternehmen sind Frauen sogar in der Mehrheit. Doch was bedeutet das für die deutsche Wirtschaft und welche Herausforderungen bleiben? Ein Überblick.

Frauen erobern die DAX-Aufsichtsräte

In vier DAX-Unternehmen sind Frauen inzwischen in der Mehrheit: Vonovia, Beiersdorf, Hannover Rück und Zalando. Bei Bayer, Commerzbank und Covestro ist die Parität erreicht, also ein 50:50-Verhältnis zwischen Männern und Frauen. Insgesamt liegt der Frauenanteil in 25 von 40 DAX-Unternehmen bei oder über 40%. Nur bei Porsche SE bleibt der Anteil unter 30%, was laut Führungspositionengesetz (FüPoG I) von 2016 für paritätisch mitbestimmte Unternehmen gefordert wird.

Ein Meilenstein für die Gleichberechtigung

„Mit dem Überschreiten der 40%-Marke ist ein Meilenstein in der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen bei der Kontrolle der größten deutschen Unternehmen erreicht“, sagt Jens-Thomas Pietralla von Russell Reynolds Associates. Noch vor einem Jahrzehnt waren Aufsichtsräte fast ausschließlich männlich dominiert. Jetzt rückt die Parität in greifbare Nähe. Die Aufsichtsräte sind nun gefordert, diese Entwicklung auch in den Vorständen und oberen Führungsebenen fortzusetzen.

Frankreich als Vorbild

Trotz der Fortschritte bleibt Deutschland im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Frankreich führt mit etwa 46% Frauenanteil in den Aufsichtsräten, gefolgt von Norwegen, Italien, UK, Dänemark und den Niederlanden. Deutschland rangiert auf Platz sieben, vor Spanien, Finnland, Schweden und der Schweiz.

Machtverteilung bleibt ungleich

Ein Blick auf die Machtverteilung zeigt jedoch, dass Frauen in den höchsten Positionen noch unterrepräsentiert sind. Nur zwei von 40 Aufsichtsratsvorsitzen sind weiblich besetzt (Henkel, Vonovia). Auch bei den Ausschussvorsitzen sieht es nicht viel besser aus: Nur 20% sind Frauen. Ein Viertel der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden ist weiblich. „Bei der Machtverteilung innerhalb der Aufsichtsräte gibt es noch Aufholbedarf“, so Dr. Thomas Tomkos von Russell Reynolds Associates. Erst wenn auch der Einfluss gleich verteilt ist, könne man von wirklicher Gleichberechtigung sprechen.

Nachhaltigkeitsexperten auf dem Vormarsch

In der Hälfte der DAX-Aufsichtsgremien sitzen mittlerweile Experten und Expertinnen für Nachhaltigkeit. Interessanterweise sind drei Viertel dieser Positionen von Frauen besetzt. Dies zeigt, dass Frauen besonders in zukunftsorientierten Bereichen stark vertreten sind.

Vergütung steigt

Die durchschnittliche Aufsichtsratsvergütung für das Geschäftsjahr 2023 betrug rund 200.000 Euro, was einem Anstieg von 7% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im Vergleich zu 2021 ist das ein Plus von knapp 9%. Dies zeigt, dass die Arbeit in den Aufsichtsräten nicht nur an Bedeutung, sondern auch an Wertschätzung gewinnt.

Mehrheit der neuen Mitglieder sind Deutsche

Von den 22 neu in DAX-Aufsichtsräte gewählten Frauen sind 18 deutsche Staatsbürgerinnen. Auch bei den Männern sind 79% Deutsche. Der Ausländeranteil ist das zweite Jahr in Folge gesunken und liegt nun bei 34%.

Die Entwicklung in den DAX-Aufsichtsräten zeigt, dass Frauen auf dem Vormarsch sind. Die 40%-Marke wurde geknackt, und in einigen Unternehmen sind Frauen bereits in der Mehrheit. Doch es bleibt noch viel zu tun, besonders wenn es um die Machtverteilung in den höchsten Positionen geht. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Aufsichtsräte diese Herausforderung meistern und die Gleichberechtigung weiter vorantreiben können.

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