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Fritz Meineckes Expedition: 100 Prozent Luftfeuchtigkeit, 30 Grad, überall Mücken

Fritz Meinecke
© Digital Dre Media
Erschienen
Aktualisiert
Lesezeit5 Min · 948 Wörter

Fritz Meinecke dürfte den Meisten spätestens seit der zweiten Staffel seines Youtube-Formats „7 vs. Wild“ ein Begriff sein. Erst kürzlich kündigte der Bushcrafter die dritte Staffel des Erfolgsprojektes an. Doch zunächst startet auf dem Streamingdienst Discovery+ ab dem 19. April die zwölfteilige Doku-Serie „Fritz Meinecke – Facing the Unknown“.

Darin begibt sich der Survival-Youtuber gemeinsam mit altbekannten Freunden auf die wildesten Expeditionen und Challenges: Rein in den Dschungel von Papua, mit Kamelen durch die Sahara oder ein Trip in die Eiswüste Grönlands. Wie gefährlich die Dreharbeiten für das Team wirklich waren und wie man sich mit Einwohner:innen aus dem Dschungel verabredet? Darüber haben wir mit ihm vor der Ausstrahlung gesprochen.

Wie unterscheidet sich die Umsetzung deiner eigenen Formate zu dem Projekt mit Discovery+?

Bei meinen eigenen Projekten sind natürlich viel weniger Leute involviert. Das macht es einfacher, Entscheidungen zu treffen. Wenn man so etwas für einen Streaminganbieter produziert, ist es schon von der Struktur völlig anders.

Das heißt genau?

Du hast einen Sender wie Discovery+, der wiederum eine Produktionsfirma beauftragt. Dann hast du noch einen Host vor der Kamera, der auch gewisse Ansprüche hat. Da treffen viele Welten aufeinander. Man muss darauf achten, dass man am Ende alle Beteiligten abholt.

Wie läuft die Planung von so einer Show ab?

Der Titel heißt ja: „Facing the Unknown“. Genauso war es in vielen Fällen auch. Klar kannst du in Deutschland viele Sachen organisieren. Auf der anderen Seite der Welt sieht es dann meistens ganz anders aus. Wir mussten in jeder Folge und Destination sehr viel improvisieren. Gerade wir Deutschen haben so eine Mentalität: Wir planen das mit Timings und genauem Briefing und dann wird das so umgesetzt. Das interessiert woanders aber niemanden.

Was waren die größten Herausforderungen beim Dreh?

Sprache und Kommunikation waren häufig ein großes Hindernis. Ab und an unterstützen uns Dolmetscher. In anderen Fällen hieß es aber im Vorhinein: Die können auch Englisch. Vor Ort hat sich dann herausgestellt, dass niemand Englisch spricht.

Fritz Meinecke
(© Digital Dre Media)

Und die Zuverlässigkeit, die ich eben schon angesprochen hatte. Wir hatten anfangs einen Plan für eine Woche. Irgendwann haben wir dann nur noch für höchstens 24 Stunden geplant. Da muss man dann flexibel sein. In Papua im Dschungel besitzt niemand eine Uhr. Aber gerade da, wo es eben anders läuft als bei uns, wird’s erst richtig spannend.

Ich stelle mir den Kontaktaufbau zu abgeschiedenen Gruppen im Dschungel schwierig vor.

Meistens gibt es einen Ansprechpartner aus Deutschland, der eine Person vor Ort kennt – wie beispielsweise Herrn Dr. Weiglein in der Papua-Challenge, der schon häufiger vor Ort war. Die Person ist dann in diesen Regionen häufig eine Art Organisator, die im besten Fall Englisch spricht. Wenn wir keine Dolmetscher hatten, mussten wir uns auch häufig mit Händen und Füßen verständigen.

Das klingt fast so, als wäre das Organisatorische viel komplizierter als das eigentliche Survival.

Ne, das kommt dann natürlich noch on top. Du hast im Dschungel 100 Prozent Luftfeuchtigkeit, 30 Grad, überall Mücken und dein Körper ist null darauf eingestellt. Die abenteuerlichen Herausforderungen waren mindestens genauso, wenn nicht noch mehr gegeben. Das war körperlich und mental schon sehr anstrengend.

Inwiefern mental?

Wir hatten einmal die Situation in der Sahara, dass wir zu wenig Wasser dabei hatten. Übers Satellitentelefon haben wir dann Koordinaten für einen Brunnen bekommen. Dann stehst du da mitten in der Wüste in der prallen Sonne, Sand in jeder Ritze und checkst, dass du nochmal einen zehn Kilometer Umweg in die völlig falsche Richtung laufen musst. Das hat uns zwei Tage gekostet. Das macht natürlich etwas mit deiner Psyche und deinem Körper, aber du hast keine andere Wahl.

Gab es eine Situation, in der du auch richtig Angst hattest?

Da gab es verschiedene Situationen. In Papua haben wir eine sehr handfeste Auseinandersetzung mitten in der Nacht zwischen zwei Einheimischen erlebt. Die haben sich die Köpfe eingeschlagen und überall lagen Äxte und Macheten. Da wurde gar nicht lange gefackelt, die Fäuste sind geflogen.

In anderen Situationen hast du dann mit der Höhe zu tun oder bist mitten auf dem Ozean. Da ist es dann die Natur, die dich an deine Grenzen kommen lässt. Natürlich hatten wir immer Sicherheitskonzepte, aber ab und zu waren wir schon auf uns allein gestellt.

Fritz Meinecke
(© Digital Dre Media)

In wie vielen Ländern wart ihr für das Projekt unterwegs?

Es waren insgesamt sechs Destinationen. Einige davon erstrecken sich über mehrere Länder. Aber der Zuschauer kann sich auf sechs völlig verschiedene Orte und Abenteuer freuen. Darunter der Dschungel in Papua, die Eiswüste in Grönland und die Savannen von Südafrika mit den fünf gefährlichsten Tieren.

Du hast auf den Reisen immer eine Begleitung dabei. Darunter wahrscheinlich bekannte Survival-Gesichter. Wird es auch Überraschungen à la Knossi geben?

Nein, das sind alles Outdoor-Experten oder Sportler aus meinem Umfeld. Alle davon auch ein wenig in der Social-Media-Bubble. Das liegt daran, dass das, was wir da gemacht haben, keinem Anfänger zuzutrauen ist. Wir müssen uns zu 100 Prozent aufeinander verlassen können, wenn es zum Beispiel um den richtigen Umgang mit Waffen geht, um uns im Ernstfall vor Eisbären in Grönland zu schützen.

Da kann ich keinen Knossi mitnehmen. Da bräuchte man ein anderes Format. Alles, was ich in dem jetzigen Format erlebe, habe ich selbst noch nie gemacht. Wir mussten selbst erst einmal Trainings absolvieren und dann hatten wir unsere eigentlichen Prüfungen.

„Fritz Meinecke – Facing the Unknown“ ab 19. April 2023 immer mittwochs auf Discovery+

Michael Gnahm

Michael studiert Marketingkommunikation, weil er es mit klassischen Studiengängen wie Wirtschaftswissenschaften einfach nicht so hat. In den Journalismus ist er zufällig reingestolpert und mittlerweile voll in Love. In seiner Freizeit hört er gerne musikalische Kunstwerke aus dem Bereich des deutschen Sprechgesangs. Also komm ins Café, wir müssen reden!