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#GegenHassimNetz: Telekom startet Experiment mit Eko und Diana

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Deutsche Telekom
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Aktualisiert
Lesezeit6 Min · 1.123 Wörter

Mit einem sozialen Experiment und der Aktion #GegenHassimNetz will die Telekom Eko Fresh und Diana zur Löwen auf Hasskommentare im Netz aufmerksam machen. Für die Aktion luden sie unter dem Vorwand, die nächsten Star-Influencer:innen werden zu können, mehrere Personen zum Experiment ein. Diese mussten vor Ort live im Internet performen und haben direktes Feedback der Crowd bekommen.

Dabei handelte es sich zum Großteil um Hasskommentare, die genau so im Netz zu finden sind. Allerdings war das Feedback nicht wirklich auf die Performance der Teilnehmer:innen bezogen.

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Das Live-Set für die Influencer:innen (Credits: Deutsche Telekom)

Wir haben uns mit Eko Fresh getroffen, um im Nachgang einmal über seine eigene Erfahrungen mit Hass im Netz und seine Rolle im Experiment zu sprechen.

Was das Experiment bei den angehenden Influencer:innen ausgelöst hat und wie die Aktion schlussendlich aufgelöst wurde, könnte ihr euch im Video am Ende des Interviews ansehen.

Es geht bei der Telekom-Aktion um Hass im Netz. Du bist bereits seit langer Zeit im Scheinwerferlicht. Wie hat sich das Thema in den Jahren entwickelt?

Eko Fresh: Als es neu losging war es noch eher wie der Wilde Westen im Internet. Ich war ein Zeitzeuge davon, als sich die Musik- und Entertainmentbranche aufs Internet einstellen musste. Seitdem haben sich viele Sachen verändert. Es gibt heute ein Verständnis dafür, dass wir Menschen daran arbeiten sollten, besser miteinander umzugehen.

Niemand hat ein Recht darauf, Leute durch Beleidigungen oder Hasskommentare in ihrer Entwicklung zu stoppen, zu stören oder sie auf die falsche Bahn zu bringen. Sei es auch nur im Kleinen den Tag zu vermiesen oder im Großen die Leute von Sachen abzuhalten, in denen sie irgendwann super sein werden. 

Du würdest also sagen, es ist schon besser geworden mit der Zeit?

Ja, es ist trotzdem nicht vorbei, sonst müsste es die Aktion nicht geben. Teil des Problems ist es, dass die Leute, die Hasskommentare schreiben, die Person gegenüber gar nicht als Menschen wahrnehmen, sondern einfach nur als eine Figur oder ein Produkt im Internet.

Etwas, wogegen sie dann in dem Moment sind, weil sie vielleicht mit sich selbst nicht zufrieden sind. Was in den 80ern, 90ern oder Anfang Nullerjahre noch angemessen war, ist heute vielleicht nicht mehr angemessen. Da gibt es einfach eine Lernkurve, auch in meiner Karriere.

Gibt es für dich einen Unterschied zwischen Hass im Netz und Hass von Rap-Kontrahenten? 

Eigentlich nicht, weil das ja damals keine erfundene Sache war. Das war, was wir damals gefühlt haben. Der Hass, der mir dabei entgegengebracht wurde, war aus heutiger Sicht überhaupt nicht angemessen. Ich wollte einfach mit meiner Freundin Musik machen.

Aber es war die Zeit und ich bin nicht nur dankbar für alles Gute, was mir passiert ist, sondern auch für alles, was mich stärker gemacht hat. Das hat mich für mein Leben diesbezüglich beeinflusst, dass ich noch härter daran gearbeitet habe, mein Ziel zu erreichen. Es hätte aber auch anders sein können und meine Entwicklung komplett durcheinanderbringen können. 

Wenn es um Hass im Netz geht, spielen soziale Netzwerke eine entscheidende Rolle. Hast du das Gefühl, die entziehen sich irgendeiner Verantwortung oder die könnten mehr dagegen machen? 

Ich will nicht zu politisch werden, aber du hast Recht, die könnten mehr dagegen machen. Deswegen finde ich besonders gut, dass die Telekom ein Zeichen mit dieser Aktion setzt. Die ganze Aktion wurde auch akribisch vorbereitet. Während der Aufnahmen waren zum Beispiel Psycholog:innen am Set, um das Ganze zu betreuen.

Was machst du denn heute für Erfahrungen mit Hass im Netz?

Es gibt immer mal wieder einen, der sich da verläuft, aber ich glaube im Großen und Ganzen haben sich die Leute mit mir angefreundet. Auch die, die das nicht mögen, haben gemerkt, dass ich nicht weggehe.

Viele, die mir am Anfang der Nullerjahrer Kommerzialität vorgeworfen hatten, haben dann selbst versucht, in die Charts zu kommen. Manchmal werden auch die Bot:innen mit Hass konfrontiert, nur weil sie die ersten sind, die das sagen.

Du sagst in dem Interview der Aktion, dass du den Hass in eine positive Bahn geleitet hast. Wie bist du das angegangen?

Ich musste auch lernen, damit umzugehen und mich immer positiv zu motivieren. Es war jetzt nicht der eine Tag, an dem ich das gelernt habe. Ich glaube, dass es ganz natürlich ist, zu versuchen dich in eine bessere Lage zu bringen. Ab dem Moment, ab dem du in dieser besseren Lage bist, fängt es an zu rattern und du versuchst, das, was du gelernt hast, anderen weiterzugeben.

Und was würdest du explizit Leuten raten, die mit Hass im Netz konfrontiert werden? 

Es ist immer leicht gesagt: Mach dir nichts draus. Es kann mit Leuten so viel machen. Ich glaube, dass es wichtig ist, die Leute schon in jungen Jahren zu bestärken. Auch bei mir war das so. Ich habe immer auch viel gutes Feedback erhalten. Das muss nicht nur im Rap passieren. Das kann auch im Fußballverein passieren oder sonst wo. Da gibt es Zusammenhalt, da gibt es Bestätigung.

Natürlich würde ich die Person erst einmal trösten, aber versuchen, auf der anderen Seite positive Eigenschaften vorzuhalten, die er oder sie hat. Auf der Aktionsseite gibt es auch ein paar Tipps, was man tun kann, wenn man von Hass im Netz betroffen ist.

Wenn wir noch einmal auf das Experiment zurückkommen: Wie war das denn für dich, die Leute erst einmal in eine Falle zu locken?

Ich glaube man sieht es unseren Gesichtern an. Es war auch für uns eine Grenzerfahrung, weil wir die ganze Zeit innehalten mussten und warten mussten, bis wir rausgehen. Ich konnte es teilweise nicht mehr aushalten, endlich aufzuklären. Eben aus dem Grund, weil man es am liebsten einem Menschen ersparen möchte.

Es ist aber eine wichtige Aktion, wenn man den Purpose dahinter sieht, Leuten, die im Internet angefeindet werden, ein Gesicht zu geben. Da war auch im Nachhinein jeder dieser Influencer:innen konform mit und ist Teil von #GegenHassimNetz geworden.

Was würdest du den Leuten sagen, die Hass im Netz verbreiten?

Das ist eine gute Frage. Ich würde einfach sagen, dass man versuchen sollte – dafür ist ja die Aktion da – sich selbst in denjenigen hineinzuversetzen und daran denken sollte, dass das Gegenüber auch ein Mensch ist. Egal ob er oder sie berühmt ist oder sonst irgendwas macht. Das heißt nicht, dass es kein Mensch mit Gefühlen ist, nachdem die Performance vorbei ist.

Michael Gnahm

Michael studiert Marketingkommunikation, weil er es mit klassischen Studiengängen wie Wirtschaftswissenschaften einfach nicht so hat. In den Journalismus ist er zufällig reingestolpert und mittlerweile voll in Love. In seiner Freizeit hört er gerne musikalische Kunstwerke aus dem Bereich des deutschen Sprechgesangs. Also komm ins Café, wir müssen reden!