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Geschlechtsspezifisches Lohngefälle in Europa: Frauen verdienen bis zu 21% weniger!

Geschlechtsspezifisches Lohngefälle in Europa: Frauen verdienen bis zu 21% weniger!
Gender pay gap. Embargoed to 0001 Saturday September 24 File photo dated 27/01/15 of plastic models of a man and woman standing on a pile of coins and bank notes. Britain's gender pay gap won't close until 2069 unless more women are encouraged to take up careers in industries such as science and engineering, a new report is warning. Issue date: Saturday September 24, 2016. Research by accountancy giant Deloitte suggests that women should take advantage of technology-driven changes in the labour market by studying and working in areas like science, technology, engineering and mathematics (STEM), where pay is more balanced. See PA story CITY PayGap. Photo credit should read: Joe Giddens/PA Wire URN:28728289
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Lesezeit3 Min · 658 Wörter

Das geschlechtsspezifische Lohngefälle bleibt in Europa hartnäckig bestehen. Frauen verdienen bis zu 21 Prozent weniger als Männer, trotz höherer Bildung. Warum ist das so und welche sind Länder besonders betroffen?

Das geschlechtsspezifische Lohngefälle ist ein heiß diskutiertes Thema und betrifft Frauen in Europa nach wie vor stark. Trotz Fortschritten in den letzten Jahren bleibt der Unterschied signifikant. Warum verdienen Frauen weniger als Männer? Dieser Artikel beleuchtet die Fakten und zeigt, wo die größten Unterschiede bestehen.

Frauen verdienen weniger: Die nackten Zahlen

Die Diskrepanz zwischen den Löhnen von Männern und Frauen ist erschreckend. Im Jahr 2022 betrug das unbereinigte geschlechtsspezifische Lohngefälle in der EU 12,7 Prozent. Das heißt, Frauen verdienen im Durchschnitt 87,3 Euro für jede 100 Euro, die ein Mann erhält. In Ländern wie Estland ist die Kluft noch größer: Hier beträgt das Gefälle satte 21,3 Prozent. Das bedeutet, Frauen müssten etwa 1,5 Monate länger arbeiten, um den gleichen Jahreslohn wie ihre männlichen Kollegen zu erhalten.

Wo ist die Kluft am größten?

In einigen Ländern ist das geschlechtsspezifische Lohngefälle besonders ausgeprägt. Estland führt die traurige Liste mit 21,3 Prozent an, gefolgt von Österreich (18,4 Prozent) und der Schweiz (17,9 Prozent). Auf der anderen Seite der Skala steht Luxemburg mit einem negativen Wert von -0,7 Prozent, dort verdienen Frauen also sogar etwas mehr als Männer. Italien, Rumänien und Belgien weisen ebenfalls relativ geringe Unterschiede von weniger als fünf Prozent auf.

Fortschritte, aber langsam

Die Europäische Kommission hat sich die Verringerung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles auf die Fahnen geschrieben. Zwischen 2012 und 2022 sank das Gefälle in der EU um 3,7 Prozentpunkte. Doch dieser Fortschritt ist langsam. In einigen Ländern wie Slowenien und Lettland hat sich die Kluft sogar vergrößert. Spanien, Estland und Island hingegen verzeichneten deutliche Verbesserungen.

Privat vs. öffentlich: Wer zahlt besser?

Ein Blick auf die verschiedenen Sektoren zeigt, dass das Lohngefälle im privaten Sektor oft größer ist als im öffentlichen. In 21 von 24 europäischen Ländern verdienen Frauen im privaten Sektor weniger als Männer. In der Tschechischen Republik beträgt das Gefälle im privaten Sektor 20,5 Prozent, in Deutschland 19,9 Prozent. Interessanterweise ist das Gefälle im öffentlichen Sektor in einigen Ländern wie Portugal und Slowenien größer.

Warum verdienen Frauen weniger?

Die Gründe für das geschlechtsspezifische Lohngefälle sind vielfältig. Ein Hauptgrund ist die sogenannte sektorale Segregation: Frauen sind oft in weniger gut bezahlten Branchen wie Pflege und Bildung überrepräsentiert. Auch Teilzeitarbeit spielt eine Rolle. 2022 arbeiteten in der EU 28 Prozent der Frauen in Teilzeit, bei den Männern waren es nur etwa 8 Prozent. Zudem gibt es Lohndiskriminierung und ungleiche Verteilung unbezahlter Arbeit. Frauen verbringen mehr Zeit mit Hausarbeit und Kinderbetreuung, was ihre Karrieremöglichkeiten einschränkt.

Die gläserne Decke

Ein weiterer Faktor ist die sogenannte „gläserne Decke“. Frauen sind in Führungspositionen unterrepräsentiert und verdienen in diesen Positionen oft weniger als Männer. Nur 35 Prozent der Frauen waren im Jahr 2021 Führungskräfte in der EU. In keinem EU-Land lag der Anteil der Frauen in Führungspositionen über 50 Prozent.

Bildung hilft, aber nicht genug

Interessanterweise sind Frauen in der EU besser ausgebildet als Männer. Im Jahr 2022 hatten 37,1 Prozent der Frauen einen tertiären Bildungsabschluss, verglichen mit 31,4 Prozent der Männer. Dennoch sind Frauen weniger erwerbstätig. Die Erwerbstätigenquote der Frauen lag bei 83,6 Prozent, während die der Männer bei 88,9 Prozent lag.

Der Weg zur Gleichstellung

Trotz der Fortschritte bleibt noch viel zu tun. Die EU fördert Maßnahmen wie die gleichmäßige Aufteilung des Elternurlaubs, um die Situation zu verbessern. Es gibt jedoch noch viele Hindernisse auf dem Weg zur vollständigen Gleichstellung.

Fazit

Das geschlechtsspezifische Lohngefälle ist ein komplexes und vielschichtiges Problem, das mehr als nur gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit umfasst. Es erfordert umfassende Maßnahmen und ein Umdenken in vielen Bereichen, um die bestehenden Ungleichheiten zu beseitigen.

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