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Hautpflege-Startup Routine Revolution: Wenn Freundschaft zum Geschäftsmodell wird

Die Routine Revolution Gründerinnen Nana und Bambi
Routine Revolution Die Routine Revolution Gründerinnen Nana und Bambi
Erschienen
Lesezeit7 Min · 1.316 Wörter

Nana und Bambi revolutionieren den Hautpflegemarkt mit wissenschaftlich fundierten Produkten für Mischhaut. Ihr Startup Routine Revolution verbindet Freundschaft mit Business-Expertise und zeigt, wie aus persönlichen Problemen erfolgreiche Geschäftsmodelle entstehen.

Es gibt Gespräche, die beginnen, wie beiläufige Alltagsbeobachtungen und sich dann zu etwas weit Größerem entwickeln. So auch bei Nana und Bambi. Zwei Freundinnen, die während ihres Studiums in London zusammenfanden, weil sie nicht nur eine Leidenschaft für Hautpflege teilten, sondern auch für das, was wirklich dahintersteckt – Forschung, Wirkung und das Bedürfnis nach Klarheit in einem überladenen Markt. Routine Revolution entstand nicht aus einem Zufall, sondern aus einer Frage: Wie schaffen wir eine Pflege, die wirklich funktioniert und die man gerne täglich nutzt?

Was als privates Experiment begann, wurde zu einem Geschäftsmodell, das nicht nur Produkte verkauft, sondern eine Haltung vermittelt – gegen die Überflutung von Versprechungen und für die Wirkung, die wirklich zählt. Eine Marke, die sich nicht in Komplexität verliert, sondern auf das Wesentliche fokussiert – und dabei gleichzeitig die persönliche Verbindung zwischen zwei Menschen in den Mittelpunkt stellt, die sich zu 100 Prozent vertrauen. Es ist ein kleiner, aber nicht unwichtiger Unterschied in einer Branche, die oft mehr verspricht als sie hält.

Das perfekte Sofa und eine gemeinsame Vision – wie sieht das perfekte „Teamwork“ bei Routine Revolution aus, wenn ihr euch nicht nur im Business, sondern auch im Wohnzimmer begegnet?

Bambi: Unser Wohnzimmer ist gleichzeitig unser Workspace. Wir leben buchstäblich in unserer Arbeit. Als wir zusammengezogen sind, war das wie damals in London: Wir wollten das volle Erlebnis! Früher die Großstadt – heute das Gründen. Bei uns war es immer: gesagt, getan.
Nana: Wir haben unterschiedliche Stärken, aber ein gemeinsames Ziel. Ich denke in Strategie, Struktur und Umsetzung. Bambi denkt in Marke, Menschen und Produkt. Unsere Aufgaben sind klar verteilt und ergänzen sich. Das schafft Tempo, Vertrauen – und vor allem Transparenz

Die Wissenschaft hinter Hautpflege ist eine ernste Sache – aber wie viel Spaß macht es, diese Wissenschaft mit Freundschaft und Leidenschaft zu verbinden? Gibt es da auch mal „Schlabberpants“ und Selfies während der Produktentwicklung?

Nana: Unser Fundament ist wissenschaftlich, unser Vorgehen systematisch. Gleich zu Beginn haben wir Tiefeninterviews geführt, um zu verstehen, wie Menschen ihre Pflegeroutinen leben – was sie brauchen und was ihnen fehlt. Diese Verbindung aus analytischer Präzision und echtem Alltagsbezug ist Teil unserer Identität. Genau das leben wir: Die besten Ideen kommen manchmal mitten in der Nacht, dann sitzen wir im Pyjama am Küchentisch und brainstormen los.
Bambi: Weil wir oft mitten im Prozess sind, habe ich immer mein Stativ dabei, ob beim Testen in der Produktion oder beim spontanen Shooting im Wohnzimmer. Für uns gehört das zusammen: wissenschaftlicher Anspruch und Nähe zur Realität. Unser Ziel ist Skincare, die funktioniert. Der Fokus liegt auf Kombinierbarkeit, Wirksamkeit und Relevanz. Unsere Nutzer:innen sollen keine INCI-Listen analysieren müssen – das übernehmen wir.

Mischhaut – ein ungeliebtes Kind der Hautpflegewelt. Was genau macht eure Hautpflege für diesen oft missverstandenen Typen besonders? Und wie habt ihr persönlich diese Herausforderung gemeistert?

Nana: Genau diese persönliche Erfahrung war für uns der Auslöser, in der Kosmetikbranche zu gründen. Mischhaut ist der häufigste Hauttyp – und zugleich der am meisten missverstandene. Das Ergebnis: unzählige Produkte und bei vielen eine überpflegte, instabile Haut. Doch unsere Haut braucht nicht mehr Produkte, sie will verstanden werden. Die Frage ist: Wie übersetzt man Komplexität in ein funktionierendes System? Unsere Antwort: fünf Schritte, abgestimmte Wirkstoffe, logische Struktur.

Ihr sagt, eure Produkte sind „ohne Kompromisse“. Aber was ist mit den Kompromissen, die ihr in eurem Business-Alltag eingehen müsst – wie sieht die Balance zwischen Wissenschaft und Selbstverwirklichung aus?

Bambi: In der Formulierung haben wir nicht verhandelt. Jede Zutat erfüllt eine klare Funktion, und das System dahinter stand fest. Beim Rest haben wir priorisiert: Standardverpackungen, schlanker Launch, internes Branding. Genau diese Entscheidungen haben uns Freiraum gegeben für eine Marke, die zu 100 % wir sind. Wir konnten unsere Werte in Design und Kommunikation übersetzen, bewusst gestalten und uns selbst als Gründerinnen verwirklichen. Keine Abstriche – sondern volle Konzentration auf das, was zählt.

„Hautpflege, die mitdenkt“ – klingt fast wie ein interaktiver Roboter für die Haut. Welche digitalen Tools nutzt ihr, um eure Produkte immer einen Schritt vorauszuhalten?

Nana: „Hautpflege, die mitdenkt“ heißt: Die Routine vereinfacht. Sie passt sich den Bedürfnissen der Haut und dem Lebensstil der Anwender:innen an. Jedes Produkt erfüllt eine klare Funktion, alles ist aufeinander abgestimmt. So entsteht Systempflege, die entlastet, Orientierung gibt und verlässlich wirkt.
Welche digitalen Tools nutzt ihr, um eure Produkte immer einen Schritt vorauszuhalten?
Bambi: Das geht nur durch echte Nähe zur Nutzer:in und digitale Tools helfen uns dabei. Wir arbeiten mit Feedback-Loops, Tracking und gezielten Nutzer:innenbefragungen, um zu verstehen, wie unsere Produkte im Alltag wirken. Vor dem Launch haben wir eine sechswöchige digitale Produktwahrnehmungsstudie mit 25 Teilnehmer:innen durchgeführt. Die Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung unserer Formulierungen, Anwendungen und Kommunikation. So bleiben wir nicht bei Annahmen – wir entwickeln dort weiter, wo echte Bedürfnisse sichtbar werden.

Euer Anspruch ist es, Hautpflege simpel zu machen. Was war der größte Fehler, den ihr selbst in der Vergangenheit bei eurer Hautpflege gemacht habt – und wie hat das eure Marke beeinflusst?

Nana: Wir waren beide auf der Suche nach dem einen „Wunderprodukt“ – und komplett überfordert von der Vielzahl an Produkten, die nicht zusammenpassen. Genau aus dieser persönlichen Erfahrung heraus ist unsere Lösung entstanden: eine Pflegeroutine, die verständlich ist, funktioniert und sich mühelos in den Alltag integrieren lässt.

Freundschaft und Business – was sind die größten „Business-Killer“ in einer Freundschaft? Habt ihr schon mal im Meeting gesagt: „Das ist jetzt nicht mehr meine beste Freundin, sondern meine Geschäftspartnerin“?

Bambi: Die Entscheidung, gemeinsam zu gründen, war bewusst. Mit der besten Freundin ein Unternehmen aufzubauen, heißt offen, ehrlich und transparent zu sein. Wir sprechen Dinge direkt an, trennen Rollen klar und vertrauen einander – emotional und fachlich. Freundschaft ist kein Business-Killer, solange man bereit ist, offen zu kommunizieren und sich auch mal professionell zu widersprechen.

Euer Motto ist Routine – aber was ist eure unkonventionellste Gewohnheit?

Nana: Perspektivwechsel ist meine Mikro-Routine. Ich versuche bewusst, Gewohntes zu hinterfragen – andere Wege zu gehen, andere Fragen zu stellen. Das hält den Kopf offen und die Routine lebendig.
Bambi: Ich liebe Journaling und schreibe regelmäßig Dinge auf, die nichts mit dem Business zu tun haben – Gedanken, Beobachtungen, kleine Ideen. Ohne festen Zweck, aber mit großem Effekt. Das schafft Abstand und bringt Klarheit.

Was ist eure geheime Formel für den Erfolg als Gründerinnen? Ist es die Wissenschaft, die Freundschaft oder ein gutes Stück Perfektionismus, das immer mitkommt?

Nana: Es ist genauso, wie Bambi sagt, wir haben uns bewusst für diesen gemeinsamen Weg entschieden und auch die in dieser Kombination Freundinnen und Businesspartnerinnen, und genau diese Mischung ist unser Geheimnis – das muss jede:r, der gründet, für sich entscheiden, eine sehr individuelle Entscheidung. Mitdenken, Reflektieren und sich die Dinge im Dialog erarbeiten, auch im Austausch mit unseren Investor:innen. Das Gründen lebt von den ständigen Herausforderungen, die einen jeden Tag aufs Neue fordern und Lösungen erwarten.

Wie viel Freiheit ist in einem so klar strukturierten Pflegekonzept noch übrig? Wird es in Zukunft eine „Routine Revolution“ für die Unentschlossenen geben, die hin und wieder gerne aus der Reihe tanzen?

Bambi: Unsere Routine ist kein Dogma, sondern eine klare Hilfestellung. Alltagstauglich, verlässlich. Und wer mehr will, kann ergänzen – mit Masken, Tools, Treatments. Unsere Community nutzt zum Beispiel unsere wiederverwendbaren Augenpads für intensivere Anwendungen.
Nana: Langfristig denken wir auch über eine Pro-Line nach – für alle, die mehr wollen, ohne die Basis zu verlieren. Denn Routine soll nicht einschränken, sondern möglich machen.

Portrait Susie von den Stemmen

Susie von den Stemmen

Mit über 30 Jahren Erfahrung in den Medien hat Susie eine vielseitige Karriere als TV-Redakteurin, Print- und Online-Journalistin verbracht. Ihr Fokus liegt auf Kultur, Auto- und Lifestylethemen, in denen sie eine umfassende Expertise aufgebaut hat. Diese Tätigkeiten haben ihr die Möglichkeit eröffnet, faszinierende Orte zu bereisen und ein umfassendes Netzwerk im Bereich der Persönlichkeiten hinter den Marken und VIPs aufzubauen. Susies beruflicher Werdegang begann nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften und Germanistik mit einer ersten Berufsstation beim Disney Club (ARD), gefolgt von Redaktionsarbeiten für Gottschalk Late Night (RTL) und Jay Leno (NBC Los Angeles). Sie hat zahlreiche Fernsehaufträge für verschiedene Sender durchgeführt, darunter die Produktion von TV Beiträgen, Leitung von Studioredaktionen und die Akquise von Neugeschäft. Nachdem sie mit ihrer Familie nach Hamburg gezogen ist, hat sie ihre Karriere im Printbereich gestartet, zunächst bei Park Avenue für Gruner & Jahr und später bei Gala und anderen renommierten Titeln. Als VIP-, Automobil- und Kultur-Beauftragte hat sie weiterhin die Welt bereist, ihr Netzwerk ausgebaut und ihre Leidenschaft für die Auto-, Reise- und Genussszene vertieft. Aktuell leitet sie das Office! von den Stemmen in Hamburg und München. Kunden waren und sind: Bild, Cosmopolitan, Travellers World, Ramp, Audi Magazin, Air Tours, Lufthansa Magazin, DB Magazin, Tagesspiegel, Myself, Zeit Online, Instyle Men und nun auch Business Punk. Neben ihrem Wohnsitz in Hamburg ist sie dank ihrer Porsche Rennlizenz weltweit im Einsatz, um fesselnde Geschichten rund um Automobilität, Kultur und Lifestyle zu generieren.