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Im Visier der Bafin: Raisins Zitterpartie um Finanzholding-Status

Raisin im Fokus der Bafin
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Raisin im Fokus der Bafin: Wird das Fintech zur Finanzholding? Strengere Auflagen drohen. Ein Börsengang könnte frühestens 2026 realistisch sein.

Raisin, das Berliner Fintech-Unternehmen, das mit seinen Plattformen „Weltsparen“ und „Zinspilot“ bekannt geworden ist, steht unter genauer Beobachtung der Bafin. Die Finanzaufsicht prüft, ob Raisin als Finanzholding eingestuft werden sollte, was strengere Regulierungen nach sich ziehen würde. Doch was bedeutet das für das Unternehmen und seine Zukunftspläne? Ein genauer Blick auf die aktuellen Entwicklungen und möglichen Konsequenzen.

Bafin und die Finanzholding-Debatte

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat Raisin ins Visier genommen. Der Grund: Es wird untersucht, ob das Unternehmen als Finanzholding klassifiziert werden sollte. Eine solche Einstufung könnte weitreichende Folgen haben, da sie strengere regulatorische Anforderungen mit sich bringen würde. Derzeit unterliegt nur die Tochtergesellschaft Raisin Bank der direkten Kontrolle der Bafin, während der Mutterkonzern, die Raisin SE, davon ausgenommen ist.

Ein Finanzholding-Status würde der Bafin jedoch direkten Zugriff auf die Geschäftsführung der Raisin SE ermöglichen. Die Frage, die im Raum steht, ist, ob ein wesentlicher Teil des Geschäftes von Raisin erlaubnispflichtig ist. Raisin selbst argumentiert, dass für die Vermittlung von Einlagen keine Lizenz notwendig sei, und somit die Kriterien für eine Finanzholding nicht erfüllt seien. Ob die Bafin dieser Argumentation folgen wird, bleibt abzuwarten.

Raisin: Ein Blick hinter die Kulissen

Gegründet im Jahr 2012 von Tamaz Georgadze, hat sich Raisin schnell einen Namen gemacht. Die Plattformen ermöglichen es Privatanlegern, Tages- und Festgeldangebote von Banken zu vergleichen und ihr Geld auch im Ausland anzulegen, wo oft höhere Zinsen locken. Im Gegenzug erhält Raisin Provisionen von den Banken. Die Raisin SE fungiert dabei als Konzernobergesellschaft für 14 Tochtergesellschaften, die entweder direkt oder indirekt gehalten werden.

Die Raisin Bank bietet Verrechnungskonten für die Einlagen der Kunden der Plattformen an und stellt das Onlinebanking zur Verfügung. Diese Struktur könnte der Bafin als Grund dienen, Raisin als Finanzholding einzustufen, insbesondere nach dem Wirecard-Skandal, der die Notwendigkeit einer strengeren Überwachung von Finanzkonglomeraten deutlich gemacht hat.

Der Weg zum Börsengang

Ein weiteres spannendes Thema ist der mögliche Börsengang von Raisin. Trotz erster Gespräche mit Banken im vergangenen Jahr, ist ein IPO (Initial Public Offering) für 2023 nicht geplant. Die Marktbedingungen sind derzeit nicht ideal, was teilweise auf die enttäuschende Entwicklung der Börsengänge von Springer Nature und Douglas zurückzuführen ist. Diese Beispiele haben gezeigt, dass ein unüberlegter Börsengang negative Folgen haben kann.

Viele potenzielle Börsenkandidaten, darunter auch Raisin, beobachten gespannt die geplante Neuemission des schwedischen Fintechs Klarna. Diese könnte maßgeblich beeinflussen, wie sich der Markt für IPOs in diesem Jahr entwickelt. Experten halten einen Börsengang von Raisin im Jahr 2026 für realistisch. Das Unternehmen könnte bis dahin weiter wachsen und an Wert gewinnen, um die Anforderungen internationaler Investoren zu erfüllen.

Zukunftsaussichten und Herausforderungen

Raisin hat kürzlich schwarze Zahlen geschrieben, was ein positives Signal für die Zukunft des Unternehmens ist. Dennoch bleibt die Frage, wann das Marktumfeld günstig genug für einen Börsengang sein wird. Ein Insider betont, dass es vor allem darum gehe, den richtigen Zeitpunkt zu finden, um eine hohe Bewertung zu erzielen. Die Bewertung von Raisin ist bereits auf 2,3 Milliarden Euro gestiegen, was das Unternehmen etwas wertvoller macht als den bereits börsennotierten Frankfurter Online-Broker Flatexdegiro.

Aktuell bleibt die Zukunft von Raisin ungewiss. Die Entscheidung der Bafin könnte das Unternehmen vor neue Herausforderungen stellen. Gleichzeitig bietet der mögliche Börsengang enorme Chancen. Eines ist sicher: Die Entwicklungen rund um Raisin bleiben spannend und werden die Finanzwelt weiterhin in Atem halten.

Quellen: Handelsblatt, Manager Magazin

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