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Innovativer Bitzel und die Zukunft der Erdbeeren 

Innovativer Bitzel und die Zukunft der Erdbeeren 
Erschienen
Lesezeit4 Min · 716 Wörter

Lebensmittel sind das nächste heiße Ding? Jaroslav Beck sieht das so. Sechs andere Start-ups beim Next Unicorn Award Pitch wählen den breiteren Ansatz.  

Lieber Future Food? Aber sicher, sagt Jaroslav Beck von der Firma Cans. Weil er im Restaurant nichts Süßes im Glas haben wollte und man dem Mann nur öden Alkohol oder schnöden Sprudel anbot, entwickelte er eben Cans, Wasser, Saft, Bitzel. Kein Zucker, kein Süßstoff, kein Farbstoff. Nebenbei sagt Jaroslav auf der Die Business Punk der Weimer Media Group in Frankfurt auch: „Wir launchen unsere Marke jetzt in Deutschland und ich bin sehr nervös.“ Cans stammt aus Prag. 

Bei der „tz“ heißt es über den Gründer: „Jaroslav Beck, der Name klingt nach einem coolen Techno-Track, oder? Und das ist er auch irgendwie. Der Mann hinter dem mega-erfolgreichen VR-Spiel Beat Saber hat nämlich nebenbei noch eine ganz andere Leidenschaft: Er ist der Erfinder von „Cans“, einem Getränk, das so erfrischend ist wie seine Musik. Aber wie kommt man von virtuellen Beats zu echten Getränken? Ganz einfach: durch Prokrastination!“ Seit 15 Monaten gibt es nun die Firma, Credo: „Ich bin nicht süß.“ Was ihn freut: „Die Leute schwenken ihre Dosen und die sind leer. Dies macht mich wirklich sehr glücklich.“ 

Jaroslav Beck, Cans

Und während Beck es schon geschafft hat, versuchen andere ihr Glück. Sechs Start-ups wagen den Next Gen Unicorn Award Pitch. Jedes hat vier Minuten dafür zu erklären, warum es bald eine Milliarden-Bewertung haben wird. Dann entscheidet die Jury, wer gewinnt. Oder eben nicht ganz oben steht. 

Frontnow: „Warum kaufen wir Dinge? Bedürfnisse werden bedient. Morgens bin ich müde, habe Augenringe. Gebe ich das in einen Shop ein, bekomme ich roten Nagellack angezeigt. Wir machen die Händler wieder marktfähig. Marktanteil aller deutschen Player? 52 Prozent, der Rest gehört Amazon. Die Lösung: der virtuelle Kundenberater.“ 

19 Monate gibt es die Firma. In deren Worten: „Du bekommst alles, was du brauchst, um dein Online-Geschäft zu maximieren und deine Pre-Sales KPIs zu steigern – so konzipiert, dass es mit deinem Geschäftswachstum skaliert und große Datenmengen ohne zusätzliche IT-Komplexität verarbeitet.“ 

Marc Funk, Frontnow

Dann pitcht Kilian Schmidt. Der Mann ist Co-Founder und CEO von Kertos und bringt Jahre Erfahrung in Datenschutz und Legal Tech mit. „Gründen bedeutet Clipboard, Consultant. Und der Berater schaut, was passiert. Wir unterstützen Firmen beim alltäglichen Wahnsinnsritt durch die Bürokratie.” 

Kilian Schmidt, Kretas

Macht Recoupling glücklich? „Bleibt doch zusammen“, sagt Jaane Henning. Nach zwei Wochen sind die Nutzer glücklicher. What? 200.000 Downloads global. Zehn Sprachen und die User bleiben bei der Firma. Worum es geht? „Damit deine Beziehung noch glücklicher wird. 87 Prozent unserer User merken erste Veränderungen schon nach zwei Wochen Nutzung – sie streiten weniger, ihre Kommunikation verbessert sich und sie haben mehr Verständnis füreinander.“ 

Jaane Henning, Recoupling

Maximilian Hartmann von vGreens legt los. Das ist eine KI betriebene Nahrungsmittelproduktion. Erdbeeren überall und immer? In Echtzeit wird erkannt, was die Erdbeeren glücklich macht. Und die Produktionsanlage gibt es ihnen. Nun wird weltweit skaliert. Ergebnis: Fünf Farmen auf Kontinenten. In 36 Monaten will man ein Prozent der weltweiten Erdbeerernte produzieren. Die Zukunft? Heidelbeeren und Melonen. 

Maximilian Hartmann, vGreens

Max Hechler von Hoorai nimmt uns dann mit in Firmen. Was ist denn das genau? „Die B2B SaaS Plattform verbindet wissenschaftlich fundierte Forschung zu Persönlichkeitsmerkmalen und Teamdynamiken mit KI und einem Gamification-Ansatz, um wirklich effektive Teamkonstellationen aus euren vorhandenen Mitarbeitenden zu identifizieren.“ Kurzum: Nicht kündigen, dabeibleiben. Und neu einordnen lassen. Denn zu viele streichen sehr fix die Segel und hauen in den Sack. 

Max Hechler, Hoorai

Und zuletzt: Valerie Henssen von Vegdog, einem Start-up für veganes Hundefutter. Do good, feed better. So wurde man fix zum EU-Marktführer im Bereich. Oder auch: Viva la Petfood. Am Ende zeigt das Video einen Jagdhund, der sich wie wild aufs eigene Futter stürzt. Nächster Schritt: die EU-Expansion. 

Valerie Henssen, Vegdog

Aber wer gewann den nun? Also da wäre auf Platz 3: Vegdog. Auf der 2 landete Recoupling. Tusch für die Nummer 1: vGreens. Die Zukunft liegt in Lebensmitteln, wie schon Cans-Gründer Beck erfasst hat. Und Erdbeeren gehen immer. 

Matthias Lauerer