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Investment-Trend Blue Economy – Profit dank Umweltschutz?

Meer mit Delfin
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Die Blue Economy boomt: Investoren entdecken das Meer als lukratives Geschäftsfeld. Doch wie passen Umweltschutz und Profit zusammen? Ein Blick auf Chancen und Herausforderungen.

Das Meer – Sehnsuchtsort, Urlaubsparadies und jetzt auch ein aufstrebender Wirtschaftszweig. Unter dem Schlagwort „Blue Economy“ entdecken immer mehr Investoren das Potenzial der Ozeane. Doch wie lässt sich der Schutz der Meere mit dem Streben nach Profit vereinbaren? Ein tieferer Blick in diese spannende Entwicklung zeigt, dass hier sowohl Chancen als auch Herausforderungen schlummern.

Küsten als Klimaschützer

Seegraswiesen, Salzmarschen und Mangrovenwälder binden weltweit bis zu 216 Millionen Tonnen CO₂ jährlich und sind damit wichtige Helfer für den Klimaschutz. Das ist das Ergebnis eines Forschungsberichts des Öko-Instituts und des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung. Diese Ökosysteme sind nicht nur bedeutend für den Klimaschutz, sondern auch für die Artenvielfalt und Wasserqualität unverzichtbar.

Judith Reise, Senior Researcher des Öko-Instituts Berlin, betont in „Update Wirtschaft“ auf „tagesschau24“ die Bedeutung der Küstengebiete: „Sie sind insbesondere ein wichtiger Lebensraum für die allermeisten Meerestiere, dort pflanzen sie sich fort, davon sind sie abhängig. Aber sie sind auch enorm wichtig für die Filterung des Wassers, sie sorgen für eine gute Wasserqualität und als Lebensraum eben unersetzlich.“ Der Schutz dieser Gebiete ist also nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein ökonomisches Anliegen.

Blue Economy: Was steckt dahinter?

Die Bedeutung der Meere für die menschliche Ernährung und Wirtschaft ist nicht neu – das Interesse von Finanzinvestoren hingegen schon. Unter dem Begriff „Blue Economy“ entsteht ein neues Investitionsfeld. So hat die Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank, DWS, einen Blue-Economy-Fonds entwickelt. Dieser Fonds investiert gezielt in Unternehmen, die im maritimen Sektor tätig sind.

Umweltschützer oder Umweltsünder?

Interessant ist, dass der WWF Deutschland beratend zur Seite steht, wenn es um die Auswahl der Fond-Unternehmen geht. Dennoch wirft die Aufnahme von Royal Caribbean, einem der größten Kreuzfahrtunternehmen, Fragen auf, schließlich gelten die schwimmenden Kolosse als größte Umweltsünde überhaupt.

Paul Buchwitz verwaltet den Fond und verteidigt in „Update Wirtschaft“ die Entscheidung: „Die Kreuzfahrtindustrie wächst sehr stark. Die hat natürlich einen großen Einfluss auf das Ökosystem Meer, etwa durch die Emissionen, hier wird noch mit Schweröl gefahren.“ Umso wichtiger ist es, die Unternehmen in den Umweltschutz einzubinden, etwa durch einen Fond.

Die Unternehmen im Fonds müssen nämlich einen Fragebogen zu ihren Klimazielen ausfüllen. „Wir fragen etwa, ob es Pläne gibt, die dazu führen, dass die Emissionen reduziert werden. Und wir wollen richtig konkrete Ziele vereinbaren bei solchen Unternehmen“, so Buchwitz. Ziel ist es, Unternehmen durch Dialog zu mehr Umweltschutz zu bewegen. Ob ein globaler Konzern wie Royal Caribbean sich von einem vergleichsweise kleinen Fonds beeinflussen lässt, bleibt hingegen fraglich.

Politische Vorgaben und Innovation

Neben dem Druck durch Investoren spielt auch die Politik eine Rolle, denn die EU und andere politische Einrichtungen verlangen mehr Umweltschutz in den Meeren. So müssen Seeschiffe seit 2020 ihren Schwefeldioxid-Ausstoß um 85 Prozent reduzieren.

Innovation und technischer Fortschritt können ebenfalls zum Schutz der Meere beitragen. Ein Beispiel ist die Stadt Miami, die regelmäßig von Fluten betroffen ist. Hier wurden Millionen in Pumpsysteme investiert, die das Wasser schnell abpumpen. Solche Technologien bieten Investitionsmöglichkeiten und tragen zugleich zum Küstenschutz bei.

Verlorene Küstenökosysteme

Doch der technische Fortschritt hat auch Meeresökosysteme geschädigt oder gar zerstört. „In den letzten hundert Jahren haben wir bereits 50 Prozent der wichtigen Küsten-Ökosysteme verloren“, erklärt Judith Reise vom Öko-Institut und nennt Infrastrukturmaßnahmen, Hafenbau und Aquakulturen als Hauptursachen. Auch die Landwirtschaft trägt zur Verschmutzung bei, indem Nährstoffe über Flüsse ins Meer gelangen und Algenwachstum fördern.

Blue Economy: Wem nützt es wirklich?

Die Blue Economy bietet sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Investoren entdecken das Meer als lukratives Geschäftsfeld, doch der Schutz der Meere darf dabei nicht zu kurz kommen. Politische Vorgaben, Innovation und technischer Fortschritt können helfen, die Balance zwischen Profit und Umweltschutz zu finden. Letztlich bleibt die Frage, ob wirtschaftliche Interessen und Naturschutz wirklich Hand in Hand gehen können.

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