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Ist das Zensur? Zuckerberg durfte auf Facebook nicht sagen lassen, was Sache ist

Mark Zuckerberg
Meta logo displayed on a laptop screen and Mark Zuckerberg account on Facebook displayed on a phone screen are seen in this illustration photo taken in Krakow, Poland on August 27, 2024. (Photo by Jakub Porzycki/NurPhoto)
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Mark Zuckerberg hat sich in einem Brief an den US-Justizausschuss darüber beschwert, dass die Regierung Biden massiv Einfluss auf Facebook genommen hat. Er steckt damit im gleichen Dilemma wie andere Betreiber großer Medienplattformen. Wie frei geht es da zu?

Das deutsche Grundgesetz ist mit Blick auf die Presse glasklar: „Eine Zensur findet nicht statt“, heißt es im Artikel fünf. Auf EU-Ebene ist der Satz etwas mühsamer formuliert, meint aber dasselbe: „Medienfreiheit und Medienpluralismus sind wesentliche Bestandteile der Demokratie und der Grundrechte der EU-Bürgerinnen und -Bürger“, heißt es vom Europäischen Rat. Und in der „Bill of Rights“ der USA steht: „Der Kongress soll kein Gesetz erlassen …, das die Meinungs- oder Pressefreiheit einschränkt …“. Ist an all diesen Aussagen eigentlich irgendetwas missverständlich?

Offenbar schon: Meta-Chef Mark Zuckerberg hat sich jetzt beschwert, dass Facebook seinen Nutzern während der Corona-Pandemie Inhalte vorenthalten musste, die das Weiße Haus nicht sehen wollte. Er beklagt in einem Brief an den Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses, dass sein Konzern während der Corona-Pandemie von der US-Regierung „unter Druck gesetzt“ worden sei, Inhalte im Zusammenhang mit dem Virus zu zensieren. „Im Jahr 2021 haben hochrangige Beamte der Biden-Administration, darunter das Weiße Haus, unsere Teams monatelang wiederholt unter Druck gesetzt, bestimmte COVID-19-Inhalte, darunter Humor und Satire, zu zensieren“, schreibt er.

Portrait Oliver Stock

Oliver Stock

Oliver Stock ist Herausgeber und Chefredakteur von Business Punk. Der studierte Volkswirt und Historiker sowie Autor mehrerer Bücher und Blogger (https://einbisschenbesser.de/) kennt die Welt der Politik, der Startups und der Unternehmen: Als Journalist arbeitet der 1965 in Hannover geborene Stock für focus online, die Schweizer Weltwoche und den Börsianer aus Wien. Er war Vize-Chef bei der Wirtschaftswoche und 16 Jahre beim Handelsblatt, als Korrespondent in Zürich, als Chef der Finanzzeitung in Frankfurt und die letzten fünf davon als Anführer von Handelsblatt online. Als Kommunikationschef von Ergo, Sprecher im Wirtschaftsministerium und Startup-Mitgründer kennt er auch die andere Seite.