work wise · Claudia Fischer

Kampf um Aufmerksamkeit

Kampf um Aufmerksamkeit
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Aktualisiert
Lesezeit5 Min · 1.031 Wörter

Claudia Fischer arbeitet bei Whalar als Director GSA. Wir haben mit ihr gesprochen …

Gründen? Sicher, aber woran hakt es denn hier für Frauen in der Startup- und  Marketingbranche? Was lässt sich tun und was haben Sie, liebe Frau Fischer, denn dafür in petto? 

Oft mangelt es nicht an Talent, sondern an Sichtbarkeit, Netzwerken und der richtigen Förderung von Frauen. Was wir tun können? Mehr Frauen auf die Bühne bringen, Mentoring-Programme stärken und aktiv Türen öffnen. Bei uns ist das keine leere Phrase, denn unser Team besteht zu einem großen Teil aus Frauen, die zum Teil in Einstiegspositionen begonnen haben und heute selbst Führungsverantwortung tragen. Sie und ich geben dieses Mindset weiter und treiben so einen echten Wandel voran. Und das nicht nur im eigenen Unternehmen. Deshalb engagiere ich mich auf Konferenzen und in Podiumsdiskussionen, um das Thema weiter voranzubringen. Außerdem begleite ich als Mentorin eine junge Frau auf ihrem Karriereweg in der Kreativwirtschaft und helfe ihr, ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Veränderung kommt nicht von allein. Sie braucht mutige Stimmen und entschlossene Macherinnen! 

Sie haben es geschafft. Welche Tricks und Kniffe, Erfahrungen und Erkenntnisse aus Ihrem Karriereweg können Sie anderen Frauen mitgeben? Was geht immer gut im Job? Und was gar nicht? 

Ein starkes Netzwerk und Unterstützung sind essenziell – ich hatte das Glück, mit Emma Harman eine Mentorin an meiner Seite zu haben, die mich gefördert und inspirierte. Doch am Ende macht man selbst den Unterschied. Was immer gut funktioniert? Eigeninitiative zeigen! Mein Motto für mein Team lautet: „Own your Project.“ Jeder sollte seinen Beitrag so exzellent leisten, dass er oder sie heraussticht – selbst, wenn es nur ein kleines Puzzlestück in einem größeren System ist. Wer Verantwortung übernimmt und Qualität liefert, wird gesehen. Was gar nicht geht? Sich von Rückschlägen entmutigen zu lassen oder Feedback persönlich zu nehmen. Der größte Fehler ist, nicht aus Fehlern zu lernen. In unserem Team leben wir eine starke Feedbackkultur, in der Feedback als Chance zur Weiterentwicklung gesehen wird. 

Ihr größter Fauxpas? 

Fauxpas gehören dazu – wichtig ist, wie man darauf reagiert. Mein größter? Wahrscheinlich der Moment, als ich in einem wichtigen Meeting mit voller Überzeugung eine Präsentation startete, um dann festzustellen, dass es die falsche Datei war. Seitdem überprüfe ich alles doppelt! Fehler sind nicht das Problem, sondern die Chance, daraus zu lernen und zu wachsen. Wer sie mit Gelassenheit nimmt, entwickelt sich am schnellsten weiter. 

Wie kann sich die Creator-Industrie weiterentwickeln, um mehr Diversität und Gleichberechtigung zu fördern? Was muss passieren? 

Wir stellen sicher, dass mindestens 30 bis 50 Prozent der Creator:Innen, die wir vorschlagen, divers sind. Es ist wichtig, Menschen zuzulassen, die nicht den typischen Nutzern entsprechen. Gerade von den unerwarteten geht oft die wahre Magie aus, weil sie Erwartungen brechen und Neues schaffen. 

Leider gibt es immer wieder negative Kommentare dazu, allerdings meist außerhalb der eigenen Community. Wir sollten uns von diesen negativen Stimmen nicht entmutigen lassen, sondern weiterhin ein inklusives und unterstützendes Umfeld fördern. Marken können sich klar gegen Hate Speech und Negativität im Internet positionieren. Unternehmen wie Ben & Jerry’s und die Telekom, mit denen wir eng zusammenarbeiten, tun dies bereits erfolgreich und setzen starke Zeichen. 

Welche Social-Media-Trends werden 2025 rocken? Gibt es Plattformen oder Formate, die Sie gerade ganz wuschig machen? Erzählen Sie doch bitte mal, wir sind so neugierig! 

Oh, es gibt ständig neue Trends, die den Markt aufmischen! Die Branche verändert sich gefühlt im Wochentakt – wie das TikTok-Verbot in den USA, das mal kommt, mal wieder nicht. Besonders spannend finde ich die Entwicklungen bei den Algorithmen, etwa der Wechsel vom Follower, hin zum Content-basierten Graphen. Das verändert die Art und Weise, wie Inhalte konsumiert werden. Aber wie bleibt man auf dem neuesten Stand der kulturellen Agenda? Das ist eine Frage, die ich oft gestellt bekomme, und die Antwort darauf ist nicht mehr ganz so simpel. Kultur ist dynamisch und unvorhersehbar. Wir können nicht mehr vorhersagen, was die heißesten kulturellen Momente sein werden. Trends wie „Silent Reviews“, „Tube Girl“ oder „Girl Dinner“ tauchen plötzlich auf und gewinnen schnell an Aufmerksamkeit. Einige davon entwickeln sich zu größeren Bewegungen, wie etwa „Women in Culture“, und treiben bedeutende Themen wie Diversität und Inklusion voran. 

Es ist also ein ständiger Prozess, am Puls der Zeit zu bleiben – und die Geschwindigkeit der Veränderungen erfordert eine neue Art von Flexibilität und Kreativität. 

Ein BP-Artikel zum Social-Media-Jahr 2025 bringt Licht in die großen Plattformen der Zukunft. Und der Markt so? Wie steht es um dessen Dynamik? 

Der Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Creatorinnen zwischen den Plattformen wird immer härter. Marken müssen ihre Inhalte plattformspezifisch optimieren und gleichzeitig kreativer werden, um aus der Contentflut herauszustechen. Wer diese Anpassungen ignoriert, könnte den Anschluss verlieren. Nutzer:Innen wollen auf Plattformen wie TikTok & Co. unterhalten oder „edutained“ werden – das bedeutet, Content muss nicht nur ansprechend, sondern auch humorvoll oder wertvoll sein. Am Ende werden Qualität und Innovation den Unterschied machen. Marken müssen da sein, wo ihre Zielgruppen sind. 

Sie expandieren munter im DACH-Markt. Was macht die Region so prickelnd? Und wie unterscheidet sich das Marketing hier von anderen Märkten? Was hält Sie in der Nacht wach? 

Die Region ist sehr spannend – vor allem, weil der Markt hier gerade in Schwung kommt. Marken investieren langfristig oder fangen gerade erst an. Was unterscheidet uns? Deutsche sind eben Detail-Fans, die alles ganz genau wissen wollen. Deshalb sind wir hier nicht nur Dienstleister, sondern echte Beraterinnen. Unser Wissen muss zugänglich und transparent sein, damit Marken das Potenzial von Creator Marketing voll ausschöpfen können – und genau da setzen wir an. Tatsächlich hält mich nachts nichts wach – ich schlafe meistens ganz gut 😉 

Portrait Claudia Fischer

Claudia Fischer

Claudia Fischer leitet als Managing Director die strategische Ausrichtung und Entwicklung des Creator- und Social-Media-Hauses Whalar in der DACH-Region. Mit ihrer langen Branchenerfahrung betreut sie Marken dabei, das volle Potenzial von Creators und Social Media gezielt auszuschöpfen. Neben der Konzeption und Umsetzung von Creator- und Social Media Strategien ist sie für die Steuerung von Marken-, Agentur- und Plattform-Partnerschaften in der DACH-Region verantwortlich. Unter ihrer Leitung konnte ihre Firma bereits Global Player Markt gewinnen, darunter Unilever, Crocs und Peugeot.