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Karriere auch nach der Elternzeit: Warum viele Mütter lieber Vollzeit arbeiten wollen

Mütter müssen, besonders in Teilzeit, Beruf und Kinderbetreuung unter einen Hut bekommen können.
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In Deutschland fehlt es nicht nur an Arbeitskräften, sondern laut einer Umfrage von Stepstone bleibt auch viel Potenzial ungenutzt: 65 Prozent der Mütter mit Kindern unter zehn Jahren würden nach ihrer Elternzeit lieber in Vollzeit statt in Teilzeit arbeiten – wenn die Kinderbetreuung es zuließe.

Mütter wollen mehr – das Potenzial bleibt ungenutzt

Die repräsentative Umfrage von Stepstone zeigt, dass viele Mütter nach ihrer Elternzeit größeres Interesse an einer Vollzeitbeschäftigung haben. Aktuell arbeiten viele von ihnen jedoch in Teilzeit, vor allem aufgrund der Herausforderungen in der Kinderbetreuung. Dabei könnten nach einer Berechnung von Stepstone in Deutschland bis zu 700.000 Vollzeitäquivalente bzw. 28 Millionen Wochenarbeitsstunden hinzugewonnen werden, wenn diesen Müttern die Möglichkeit zur Vollzeitarbeit gegeben würde.

Anspruch und Wirklichkeit: Eine große Kluft

Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei Stepstone, betont, dass die Zahlen zeigen, dass Anspruch und Wirklichkeit im Bereich Familie und Karriere in Deutschland zu weit auseinanderliegen. Diese Diskrepanz geht jedoch zu Lasten der dringend benötigten Arbeitsleistung, besonders in Zeiten des Arbeitskräftemangels. Zimmermann fordert in diesem Zusammenhang, dass Eltern die Möglichkeit erhalten sollten, dem Arbeitsmarkt erhalten zu bleiben. Dies könne durch Leistungen der Arbeitgebenden und unterstützende Infrastruktur erreicht werden.

Denn die entsprechende Infrastruktur bröckelt schon seit langer Zeit. Mehr als 400.000 Kita-Plätze fehlen aktuell in Deutschland. Dabei wären ausreichende Betreuungsmöglichkeiten eine so wichtige Grundlage, damit Eltern – und insbesondere Mütter – auch nach der Familiengründung ihrer Karriere so nachgehen könnten, wie sie es sich wünschen.

Elternzeit: Ein Wendepunkt in der Karriere?

Die Umfrage „Working Parents & Beyond“ von Stepstone zeigt, dass die Elternzeit für Frauen weiterhin ein Wendepunkt in der Karriere ist. Nur die Hälfte der Mütter kehrt in die gleiche berufliche Position zurück, während 17 Prozent eine neue Position im Unternehmen finden und drei Prozent den Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin nach der Pause verlassen. Erschreckende Zahlen, die oft daraus entstehen, dass insbesondere Führungspositionen aus Sicht der Unternehmen nicht in Teilzeit ausgeführt werden können. Bei den Vätern hingegen setzen ganze 85 Prozent ihre Arbeit in ihrer früheren Rolle fort. Ein interessanter Aspekt ist auch, dass 75 Prozent der Mütter ihre Arbeitszeit verringern, während dies nur bei 17 Prozent der Männer der Fall ist.

Wieso die Familiengründung keine Teilzeitfalle sein muss

Die Geburt des ersten Kindes muss und sollte keine Teilzeitfalle oder gar Karriere-Aus der Mutter bedeuten. Denn eigentlich gibt es zahlreiche alternative Karrieremodelle, selbst wenn man nicht zur 40-Stunden Arbeitswoche zurückkehren möchte, oder es die aktuelle Situation nicht zulässt. Topsharing – ein Modell der geteilten Führung – wird bereits in vielen Unternehmen erfolgreich umgesetzt. Hier teilen sich zwei oder mehrere Personen eine Führungsposition, was es leichter möglich macht, auch in Teilzeit als Führungskraft zu arbeiten.

Doch abgesehen von diesem Modell ist es je nach Unternehmen auch für eine Einzelperson absolut machbar, ein Team in Teilzeit zu führen. Hierfür müssen Arbeitgebende die Voraussetzungen schaffen, um mehr Frauen eine Karriere mit Kind zu ermöglichen. Stellvertretende innerhalb des Teams helfen beispielsweise dabei, dass Mitarbeitende auch weiterhin eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner haben, auch wenn die Führungskraft bereits im Feierabend ist. Ein tolles Add-on: Durch die Stellvertretung werden in diesem Modell auch direkt neue Führungskräfte ausgebildet. Und auch flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit zum Homeoffice helfen Müttern extrem dabei, auch in Teilzeit ein Team zu führen.

Die Umfrage zeigt, dass es höchste Zeit ist, die Bedürfnisse von Eltern aufzugreifen und Möglichkeiten zu schaffen, die es ihnen ermöglichen, Familie und Karriere besser zu vereinbaren. Nur so kann Geschlechtergleichheit hergestellt und dem Arbeitskräftemangel effektiv entgegengewirkt werden.

Mehr zur Stepstone Studie: https://www.eqs-news.com/de/news/media/stepstone-studie-elternzeit-vor-allem-fur-frauen-wendepunkt-in-der-karriere/1947011

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