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Klimakrise: Politik im Abseits, Bürger skeptisch

Klimakrise: Politik im Abseits, Bürger skeptisch
Shutterstock/Piyaset
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Lesezeit2 Min · 425 Wörter

Eine neue Studie zeigt: Der Klimawandel wird als Bedrohung wahrgenommen, doch das Vertrauen in die Politik schwindet. Hohe Energiepreise belasten die Bürger.

Der Klimawandel ist kein Thema, das man mal eben unter den Teppich kehren kann. Auch wenn die Diskussionen zuletzt etwas leiser geworden sind, zeigt eine aktuelle Umfrage, dass viele Menschen in Deutschland den Klimawandel als ernste Bedrohung empfinden. Doch wie steht es um die Energiewende und das Vertrauen in die Politik? Eine Studie des Energiedienstleisters Westenergie hat dies genauer unter die Lupe genommen.

Klimawandel: Eine Bedrohung für die Zukunft

Laut der Umfrage sehen 73 Prozent der Deutschen, insbesondere die jüngere Generation, den Klimawandel als Bedrohung in den nächsten 20 Jahren. Die Studie mit dem Titel „Gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende“ wurde vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie durchgeführt und befragte über 2.000 Personen. Die Ergebnisse zeigen, dass 60 Prozent der Befragten die Energiewende als langfristig notwendig und sinnvoll erachten. Interessanterweise wünscht sich ein Drittel ein schnelleres Vorgehen, während 22 Prozent das Gefühl haben, dass das aktuelle Tempo bereits zu hoch ist, wie „merkur.de“ berichtet.

Vertrauen in die Politik? Fehlanzeige!

Ein erheblicher Teil der Befragten hat jedoch wenig Vertrauen in die politischen Entscheidungsträger. Nur 22 Prozent glauben, dass die Bundespolitik bei der Energiewende „das Richtige“ tut. Die Landespolitik und Kommunen schneiden mit 24 beziehungsweise 28 Prozent nur geringfügig besser ab. Wissenschaftliche Institutionen genießen mit 46 Prozent das größte Vertrauen, gefolgt von Umweltorganisationen mit 39 Prozent.

Finanzielle Belastungen durch hohe Energiepreise

Ein weiteres alarmierendes Ergebnis der Umfrage sind die hohen Energiepreise, die 43 Prozent der Teilnehmer an ihre finanziellen Grenzen bringen. Etwa ein Drittel der Befragten ist nicht bereit, mehr für Benzin, Diesel, Heizöl oder Gas zu zahlen. Zudem empfinden 63 Prozent die Lasten der Energiewende als sozial ungerecht verteilt. Johannes Venjakob, Co-Leiter des Forschungsbereichs Strukturwandel und Innovation, warnt: „Für die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende wird zum Prüfstein, wie ihre ökonomischen Effekte geschultert werden.“

Energiewende: Ein Weckruf für die Politik

Westenergie-Chefin Katherina Reiche betont die Dringlichkeit eines überparteilichen Konsenses. Sie schließt daraus, dass die Politik einen gemeinsamen Weg für die Energiewende einschlagen muss. Die kommende Bundestagswahl sieht sie als Chance, die Weichen für eine zukunftsfähige Energiepolitik zu stellen.

Die Studie zeigt deutlich, dass der Weg zur Energiewende mit vielen Herausforderungen gepflastert ist. Während der Klimawandel als Bedrohung wahrgenommen wird, fehlt es an Vertrauen in die Politik und an einer gerechten Verteilung der Kosten. Es bleibt abzuwarten, ob die politischen Akteure die Zeichen der Zeit erkennen und entsprechend handeln werden.

Quelle: merkur.de

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