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Mazda MX-5: Nackt. Ehrlich. Glücklich.

Mazda MX-5: Nackt. Ehrlich. Glücklich.
Erschienen
Lesezeit3 Min · 637 Wörter

Manchmal muss man sich daran erinnern, woher der Spaß kommt. Bei Mazda weiß man das ganz genau. Die Japaner aus Hiroshima haben in ihrer DNA nicht nur Wankel-Ikonen und Design-Preise – sie haben vor allem eines: eine Leidenschaft für das pure, reduzierte, fahraktive Auto. Und das zeigt sich nirgends klarer als beim MX-5. Seit 1989 ist der kleine Roadster das gallische Dorf gegen PS-Wahn, SUV-Schwemme und Übertechnisierung. Der MX-5 ist der erfolgreichste Roadster der Welt, mehrfacher Guinness-Rekordhalter, Liebling der Puristen – und hat geschafft, was vielen legendären europäischen Roadstern der 50er und 60er Jahre nicht vergönnt war: Er lebt noch. Und er fährt besser denn je. Mit Liebe zum Detail, Leichtbau, Hinterradantrieb und einer gehörigen Portion japanischem Understatement. Jinba Ittai – die Einheit von Pferd und Reiter – nennt Mazda das. Wir nennen es: die Kunst, mit wenig Auto maximalen Spaß zu haben.

Der erste Kick

Manchmal braucht es keine fünf Bildschirme, keine Sitzmassage, keinen selbstfahrenden Beichtstuhl auf Rädern – manchmal reicht ein Sitz, ein Lenkrad, ein knackiger Schalthebel. Genau das liefert der Mazda MX-5. Und zwar seit 35 Jahren. Ein Roadster, der dir das Autofahren nicht erklärt, sondern es spüren lässt. Beim Einsteigen merkst du sofort: Hier sitzt du auf der Straße – nicht drüber. Der Hintern tief, der Blick geradeaus auf eine Haube, die sich dezent zurückhält. Nichts hier schreit nach Show, aber alles nach Spaß.

Fashion-Police für Karossen

Flach, breit, frech. Der MX-5 bleibt seiner puristischen Kodo-DNA treu und bekommt für 2024 ein Facelift, das man eher fühlt als sieht: neue LED-Lichtsignatur, frische Felgen, neue Farben. Besonders schön: Aero Grey. Klingt langweilig, sieht aber aus wie „Regen in Tokio um Mitternacht“ – edgy, aber stilvoll. Die perfekte Tarnung für einen Kurvenräuber, der unterm Radar fliegt, aber in der Kurve zubeißt.

Wohnzimmer oder Raumschiff?

Innen? Reduktion auf das Wesentliche – mit ein paar netten Gimmicks. Neues 8,8-Zoll-Display, drahtloses CarPlay, ein paar digitale Anzeigen. Aber ehrlich: Hier zählt nicht der Screen, sondern die Szene. Die Sitze – fest und direkt. Das Cockpit – ergonomisch wie eine alte Turnhalle, nichts lenkt ab. Das Bose-Soundsystem mit Lautsprechern in den Kopfstützen? Nett. Aber wer den Motor hört, braucht keine Playlists.

Vibes auf der Überholspur

Fahrgefühl? Purer Stoff. Der 2.0-Liter-Saugbenziner mit 184 PS reagiert wie ein Espresso nach einer schlaflosen Nacht: direkt, wach, kompromisslos. 6,5 Sekunden auf 100, 219 km/h Spitze – klingt nach wenig im Datenblatt, fühlt sich aber nach viel an, wenn das Dach offen ist und der Wind dich anschreit. Neu für 2024: Track Mode und Sperrdifferenzial. Übersetzt heißt das: Mehr Hintern, weniger Elektronik. Der MX-5 lässt dich tanzen, bis du schwitzt. Wer’s sanfter mag, nimmt den RF mit Klappdach – bleibt aber Geschmackssache. Offen bleibt King.

Gimmicks & Gedöns

Der MX-5 ist kein Technikwunder, aber alles, was da ist, ist durchdacht. Spurhalteassistent? Check. Notbremsassistent? Check. Und jetzt auch endlich kabelloses Android Auto (die Apfel-Fans hatten’s ja schon lange). Aber: Die echte Verbindung entsteht hier immer noch per Gaspedal und Schaltknauf. Weniger Display-Wischen, mehr Kurvenräubern. Und genau das macht den MX-5 sympathisch in einer Zeit, in der jeder Kleinwagen glaubt, ein Spaceship zu sein.

Drop the Mic

Der Mazda MX-5 ist und bleibt die letzte Bastion des ehrlichen Autofahrens. Er will dich nicht überreden, er will dich verführen – mit Simplizität, Agilität und einem Fahrgefühl, das süchtig macht. Wer wissen will, warum Autofahren mal Spaß gemacht hat: Hier ist die Antwort. Der MX-5 bleibt der kleine Punk im Anzug – und wir hoffen, er bleibt es noch lange.

Technische Daten & Preise

  • Motoren: 1.5 Skyactiv-G (132 PS) / 2.0 Skyactiv-G (184 PS)
  • 0–100 km/h: 8,3 s (132 PS) / 6,5 s (184 PS)
  • Höchstgeschwindigkeit: 204 km/h (132 PS) / 219 km/h (184 PS)
  • Verbrauch (kombiniert): 6,2 – 6,9 l/100 km
  • CO₂-Emissionen: 140 – 156 g/km (CO2-Klasse E)
  • Preis: ab 33.890 € (132 PS Roadster), ab 38.590 € (184 PS Roadster), RF-Variante ab 35.890 €

Portrait Susie von den Stemmen

Susie von den Stemmen

Mit über 30 Jahren Erfahrung in den Medien hat Susie eine vielseitige Karriere als TV-Redakteurin, Print- und Online-Journalistin verbracht. Ihr Fokus liegt auf Kultur, Auto- und Lifestylethemen, in denen sie eine umfassende Expertise aufgebaut hat. Diese Tätigkeiten haben ihr die Möglichkeit eröffnet, faszinierende Orte zu bereisen und ein umfassendes Netzwerk im Bereich der Persönlichkeiten hinter den Marken und VIPs aufzubauen. Susies beruflicher Werdegang begann nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften und Germanistik mit einer ersten Berufsstation beim Disney Club (ARD), gefolgt von Redaktionsarbeiten für Gottschalk Late Night (RTL) und Jay Leno (NBC Los Angeles). Sie hat zahlreiche Fernsehaufträge für verschiedene Sender durchgeführt, darunter die Produktion von TV Beiträgen, Leitung von Studioredaktionen und die Akquise von Neugeschäft. Nachdem sie mit ihrer Familie nach Hamburg gezogen ist, hat sie ihre Karriere im Printbereich gestartet, zunächst bei Park Avenue für Gruner & Jahr und später bei Gala und anderen renommierten Titeln. Als VIP-, Automobil- und Kultur-Beauftragte hat sie weiterhin die Welt bereist, ihr Netzwerk ausgebaut und ihre Leidenschaft für die Auto-, Reise- und Genussszene vertieft. Aktuell leitet sie das Office! von den Stemmen in Hamburg und München. Kunden waren und sind: Bild, Cosmopolitan, Travellers World, Ramp, Audi Magazin, Air Tours, Lufthansa Magazin, DB Magazin, Tagesspiegel, Myself, Zeit Online, Instyle Men und nun auch Business Punk. Neben ihrem Wohnsitz in Hamburg ist sie dank ihrer Porsche Rennlizenz weltweit im Einsatz, um fesselnde Geschichten rund um Automobilität, Kultur und Lifestyle zu generieren.