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McKinsey-Studie: 29 Firmen tragen Deutschlands Wachstum

Frankfurter Skyline als Symbol für die deutsche Wirtschaft.
Tobias Reich / Unsplash+ Frankfurter Skyline als Symbol für die deutsche Wirtschaft.
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Eine exklusive McKinsey-Analyse für die WirtschaftsWoche findet 14 Zukunftsfelder für deutsches Wachstum und eine unbequeme Zahl: Nur 29 Unternehmen treiben fast die Hälfte der Produktivität.

29 Unternehmen stehen laut McKinsey für 47 Prozent des deutschen Produktivitätswachstums. Diese Zahl, die Jan Mischke, Partner beim McKinsey Global Institute, gegenüber der WirtschaftsWoche nennt, ist der eigentliche Aufreger einer Studie, die sonst vor allem Zuversicht verbreiten will. McKinsey hat berechnet, in welchen Feldern die Weltwirtschaft bis 2040 am stärksten wächst und diese Prognose mit den spezifischen Stärken der deutschen Industrie abgeglichen.

Herausgekommen sind 14 „Wachstumsarenen“, von Dekarbonisierung über Automatisierung bis zu neuen Materialien. Die Kernthese: Deutschland muss sich nicht neu erfinden, sondern vorhandene Stärken bündeln. Ein kompletter Umbau des Landes sei dafür nicht nötig, so die Berater laut WirtschaftsWoche.

Wenige Firmen tragen vieles

Dass eine so kleine Gruppe von Unternehmen fast die Hälfte des Produktivitätswachstums stemmt, zeigt, wie konzentriert Innovation in Deutschland stattfindet. Mischke leitet daraus eine fast schon einfache Formel ab: „Würden in den kommenden Jahren 29 weitere Champions hinzukommen, wäre Deutschlands Wachstumsproblem deutlich kleiner“, sagt er laut WirtschaftsWoche.

Das klingt nach einer überschaubaren Aufgabe, verschiebt aber die Verantwortung dorthin, wo sie politisch unbequem ist: zu einzelnen Konzernen und deren Investitionsentscheidungen, nicht zu pauschalen Standortreformen. Offen bleibt, welche Branchen und Firmen konkret zu dieser Gruppe zählen, die Studie selbst benennt keine Namen. Wachstumsdebatten, die sich an ganzen Sektoren wie der Autoindustrie abarbeiten, greifen nach dieser Lesart zu kurz, weil der entscheidende Hebel bei einer kleinen Zahl von Akteuren liegt.

Mittelstand als Beleg

Die WirtschaftsWoche unterlegt die Daten mit einem Beispiel aus Einbeck in Südniedersachsen, einer Stadt mit rund 31.000 Einwohnern, Fachwerkhäusern und einem mittelständischen Automobilzulieferer. Die Stadt steht für das, was McKinsey eigentlich beweisen will: Wachstum entsteht nicht nur in Berlin oder München, sondern auch in der vermeintlichen Provinz, wenn Unternehmen sich auf die richtigen Zukunftsfelder konzentrieren.

Der Automobilzulieferer aus Einbeck ist dabei kein Einzelfall, sondern ein Hinweis darauf, dass etablierter Mittelstand sich in neue Wachstumsarenen hineinbewegen kann, ohne seine industrielle Basis aufzugeben. Einbeck selbst beschreibt die WirtschaftsWoche als geografischen und statistischen Durchschnitt Deutschlands, weder Boomtown noch Abstiegskandidat, was die Beispielwahl zusätzlich plausibel macht.

Ambition statt Ressourcenmangel

Mischke widerspricht im Interview mit der WirtschaftsWoche der These, Deutschland fehle es an Grundlagen für Wachstum: „Deutschland verfügt grundsätzlich über starke technologische Kompetenzen, Talente und erhebliches Kapital“, sagt er. Der Engpass liege woanders: darin, diese Ressourcen „mit ausreichend großen Ambitionen auf neue Wachstumsfelder zu konzentrieren“.

Das ist eine deutliche Ansage an Vorstände und Investoren, die in der Autoindustrie verharren, obwohl diese laut Mischke „nur einen Teil“ der deutschen Wirtschaft abbildet. „Die deutsche Wirtschaft ist an vielen Stellen deutlich resilienter, stärker und innovativer“, ergänzt er. Die eigentliche Herausforderung liegt demnach weniger in fehlendem Kapital als in strategischer Zurückhaltung etablierter Unternehmen, die lieber bestehende Geschäftsmodelle verteidigen als neue Wachstumsfelder aggressiv zu besetzen.

Auf einen Blick

  • McKinsey identifiziert für die WirtschaftsWoche 14 globale Wachstumsfelder, in denen Deutschland bis 2040 wettbewerbsfähig bleiben könnte.
  • Laut McKinsey-Partner Jan Mischke stehen nur 29 Unternehmen für 47 Prozent des deutschen Produktivitätswachstums.
  • Mischke sieht den Engpass nicht in fehlendem Kapital oder Talent, sondern in mangelnder unternehmerischer Ambition.
  • Die WirtschaftsWoche zeigt am Beispiel der niedersächsischen Stadt Einbeck, dass Wachstum auch abseits großer Metropolen entstehen kann.

Quellen: WirtschaftsWoche, KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren bewegt er sich an der Schnittstelle von Medien, Marketing und Technologie. Stationen? Sport1, ProSiebenSat.1, Bertelsmann – er war beim Start von Sport1.de dabei hat unter anderem die erste Affiliate-Kampagne in Polen ausgerollt hat. Später hat er mit getperformance das erste TV-Performance-Tracking entwickelt und Marken wie Trivago ins Fernsehen katapultiert. Als Gesellschafter von Promipool wurde er Publisher und baute ein starkes, unabhängiges Content-Portfolio auf. Heute bringt er mit seinem Team und Partnern eigene, komplexe KI-Workflow-Lösungen in Verlage und Agenturen, die mehr können als Buzzwords – unter anderem steuern sie die komplette digitale Plattform von Business-Punk.com.