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„Melon“-Plattform: Hausgemachtes Essen für die ganze Community

Melon
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Lesezeit5 Min · 972 Wörter

Auf der „Melon“-Plattform können vegane Hobbyköch:innen ihre Speisen zum kleinen Preis an Community-Mitglieder verkaufen. Dabei geht es allerdings um mehr, als einfach nur veganes Essen anzubieten. Die User:innen vernetzen sich, um gemeinsame Events und Aktionen auf die Beine zu stellen und ihr Wissen auszutauschen. Wir haben mit Gründerin Cornelia Weinzierl über die Idee und ihre Zukunftspläne für die Plattform geredet.

Wie bist du auf die Idee gekommen, die vegane Kochplattform Melon zu gründen?

Cornelia Mir ist einfach meine körperliche und mentale Gesundheit wichtig. Dafür kann man ins Gym gehen, Meditieren oder Journaling betreiben. Eine Sache, die im Alltag bei mir immer zu kurz gekommen ist: das Essen. Und das spielt natürlich eine zentrale Rolle hinsichtlich der Gesundheit.

Dann habe ich mich im Internet schlau gemacht. Es gab zwar Material, aber nichts wo ich gesagt habe: Wow, da ist eine Community, mit der kann ich meine Erfahrung teilen und mich inspirieren lassen. Dann dachte ich mir: Wie kann man die Menschen, die nach Gleichem suchen, zusammenbringen? Eigentlich über eine App, in der man Essen miteinander teilen und buchen sowie sich austauschen kann.

Es ist also mehr aus dem Community-Aspekt als aus einem „Ich will veganes Essen kaufen“-Gedanken entstanden.

Genau, es ist sehr aus dem Community-Aspekt gedacht. Natürlich stehen Essen und bewusste Ernährung im Fokus, aber das Zentrum und der Kern davon ist die Community.

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Hier können User:innen ihr Essen buchen.

Wann hast du angefangen deine Idee umzusetzen?

Gegründet habe ich am 14. Februar 2020. Die Beta-Version haben wir im September rausgebracht. Die erste richtige Version im Februar letzten Jahres, dann im September die Android-App und jetzt im Januar die iOS-App.

Gab es auch Hürden oder Herausforderungen in der Gründungsphase?

Unsere krasseste Hürde war Corona, weil direkt nach der Gründung die Pandemie losgegangen ist. Wir waren von Anfang mit dieser existenziellen Frage konfrontiert: Geht Gemeinschaft eigentlich während einer Pandemie? Wir haben dann für uns entschieden: Gerade jetzt brauchen wir das.

Wir brauchen den Austausch als Zeichen, dass wir trotzdem füreinander da sind. Das hat die Geschäftsidee, Leute zusammen an einen Tisch zu setzen, verändert. Jetzt lernen sich die Leute halt erst einmal an der Tür kennen, beim nächsten Mal reden sie mehr und dann gehen sie vielleicht mal zusammen an den Tisch. Letztes Jahr im Sommer gab es auch viele Picknicks und Spaziergänge.

Wie habt ihr angefangen, die Community aufzubauen?

Das A und O beim Community Building ist immer der Austausch mit den Mitglieder:innen und zu wissen, wer die Community ist und wo ich diese finde. Unsere Hosts – also alle Anbieter:innen von veganen Speisen – sind meistens Kochbuchautor:innen, Foodblogger:innen und Ernährungsberater:innen.

Wir haben es so aufgebaut, dass wir natürlich immer nachgefragt haben und uns selbst geprüft haben: Stimmen die Annahmen, die wir treffen? Gibt es da andere Wege? Wir haben dann kontinuierlich immer mehr herausgefunden, wer unsere Zielgruppen sind. Wir haben Events in München umgesetzt. Neue Zielgruppen über Instagram generiert. Aber das A und O war – wie so oft – die Mund zu Mund Propaganda.

Weißt du, wie viele Menschen mittlerweile Teil eurer Community sind?

Wir sind jetzt im mittleren vierstelligen Bereich hinsichtlich der Mitgliedern. Unsere Hotspots sind München, Köln, Berlin, Hamburg und Braunschweig, witzigerweise.

Kannst du dir erklären warum ausgerechnet Braunschweig?

Das haben wir uns tatsächlich auch gefragt. Aber es ist anscheinend so, dass es eine relativ aktive und vegane Gemeinschaft in Braunschweig gibt. Das sage ich auch immer, wenn es um Melon geht: wenn Leute anfangen, das wirklich aktiv zu betreiben, dann können sie sich damit etwas aufbauen und wir müssen im Grunde nichts machen.

Wie ist das, wenn man Essen einstellt: Wie viel bekommt man davon selbst? Wie viel geht an euch?

Etwas auf Melon anzubieten, ist komplett kostenfrei. Das Wichtige ist: als Privatperson muss der Preis den Kosten der Zutaten entsprechen. Es ist also nicht profitorientiert, sondern wirklich ein Community-Gedanke.

Oder auch „Personal Branding“. Ernährungsberater:innen benutzen unsere Plattform, um ihre Reichweite zu steigern, um leichter Erstkontakt zu finden. Wir bei Melon erheben pro Portion, die verkauft wird, eine Service-Gebühr zwischen 20 und 25 Prozent.

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Gründerin Cornelia Weinzierl mit Team

Wie sieht das mit Hygienevorschriften aus? Wie kann man sich sicher sein, dass bei der Zubereitung darauf geachtet wurde?

Einerseits haben wir unsere Community-Standards. Da ist ein sehr ausführlicher Teil, der über Hygienestandards aufklärt, die eingehalten werden müssen. Mit der Registrierung akzeptiert jede:r diese Community-Standards, welche jederzeit in der App abrufbar sind. Wir haben außerdem verifizierte Profile und ein Bewertungssystem.

Man kann auf jeden Fall auch vor der Buchung schon die Hosts fragen. Natürlich können wir nie garantieren, dass irgendetwas mal nicht gut laufen könnte. Aber dann haben wir ein Reporting System, mit dem wir 24/7 Hilfe leisten können.

Was sind die Zukunftspläne für Melon?

Die Zukunftspläne sind es, kurzfristig mehr Online- und Community-Features anzubieten. Beispielsweise Group-Sessions oder One-on-One-Sessions. Jede Erweiterung unseres Angebotes unterstützt dabei auf jeden Fall, dass jede:r sein eigenes Wissen teilen und erweitern kann.

Ich glaube, es wird zukünftig eine Teilung zwischen: „Ich gehe zu jemanden offline zum Essen oder ich tausche mich online mit Ernährungsberater:innen aus“, geben. Längerfristig gesehen, wollen wir Melon in Deutschland stärker etablieren. Ebenfalls ist die Expansion ein Thema für uns.

So planen wir in den nächsten Jahren marktübergreifend im europäischen Markt präsenter zu sein. Wenn ich über Melon nachdenke, dann sehe ich eine Weltkugel auf der überall kleine Melon-Pins und aktive Communities sind, die sich gegenseitig austauschen, inspirieren, unterstützen. Eine Welt die über leckeres, gesundes Essen connected ist. Das wäre meine Vision.

Michael Gnahm

Michael studiert Marketingkommunikation, weil er es mit klassischen Studiengängen wie Wirtschaftswissenschaften einfach nicht so hat. In den Journalismus ist er zufällig reingestolpert und mittlerweile voll in Love. In seiner Freizeit hört er gerne musikalische Kunstwerke aus dem Bereich des deutschen Sprechgesangs. Also komm ins Café, wir müssen reden!