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Merz macht Riesenschritt zur Kanzlerkandidatur 

Merz macht Riesenschritt zur Kanzlerkandidatur 
Friedrich Merz, LEG
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Aktualisiert
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Für den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder ist Merz „der Favorit“. Damit hat der Unionschef einen möglichen Konkurrenten als Kanzlerkandidaten weniger.

Wichtige Vertreter der Union ermuntern ihren Parteichef Friedrich Merz nach der Kanzlerkandidatur zu greifen. Auf dem Ludwig Erhard Gipfel am Tegernsee, den die Weimer Media Group ausrichtet, hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) – immer wieder als Kanzlerkandidat gehandelt – Merz zu „seinem Favoriten“ ausgerufen und damit klar gemacht, dass er selbst zurückstehen würde, wenn Merz die Rolle wahrnimmt. Auch der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel, einflussreicher „Elder Statesmann“ in der Union ermunterte Merz, die Rolle zu übernehmen. „Wenn er ,ja‘ sage werde er es“, gab sich Waigel überzeugt.

Merz selbst lässt die Frage bislang unbeantwortet. Beobachter gehen davon aus, dass er nach den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg im Herbst die Kandidatur für sich reklamieren könnte. Ein Selbstläufer war das bisher nicht. Zwei Drittel der Deutschen halten ihn für unsympathisch, nur ein knappes Viertel hat eine gute Meinung von ihm, ist das Ergebnis jüngster Umfragen, die für ein filmisches Porträt über Merz vom ZDF in Auftrag gegeben worden waren.

Wie verhält sich Hendrik Wüst?

Bei der Frage, mit wem die Union die besten Chancen bei der Bundestagswahl 2025 habe, landet er mit 15 Prozent deutlich hinter Markus Söder und Hendrik Wüst, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, die auf 27 beziehungsweise 25 Prozent kommen. Söder zumindest dürfte ihm nun jedoch nicht mehr in die Quere kommen. Bleibt als letzter Gegenkandidat des 68-jährigen Merz der deutlich jüngere Wüst, der bei jeder Gelegenheit betont, sein derzeitiges Amt zu mögen. Er sagt allerdings zugleich, dass bei einem Kanzlerkandidaten auch auf Chancen bei der Wählerschaft geachtet werden müsse. „Wichtig ist, wer Wählergruppen erreichen kann“, sagte er jüngst einer Talkshow.

Die Union steht in Umfragen derzeit bei 30 Prozent und ist damit mit Abstand stärkste Partei. Ihre Aussichten, den Kanzler am Ende zu stellen, sind damit gut.

Sie können den Ludwig-Erhard-Gipfel live unter www.leg-live.de verfolgen. Den Ticker zum Gipfel finden Sie hier.

Portrait Oliver Stock

Oliver Stock

Oliver Stock ist Herausgeber und Chefredakteur von Business Punk. Der studierte Volkswirt und Historiker sowie Autor mehrerer Bücher und Blogger (https://einbisschenbesser.de/) kennt die Welt der Politik, der Startups und der Unternehmen: Als Journalist arbeitet der 1965 in Hannover geborene Stock für focus online, die Schweizer Weltwoche und den Börsianer aus Wien. Er war Vize-Chef bei der Wirtschaftswoche und 16 Jahre beim Handelsblatt, als Korrespondent in Zürich, als Chef der Finanzzeitung in Frankfurt und die letzten fünf davon als Anführer von Handelsblatt online. Als Kommunikationschef von Ergo, Sprecher im Wirtschaftsministerium und Startup-Mitgründer kennt er auch die andere Seite.