Microsoft killt Skype: Diese 9 Alternativen machen jetzt das Rennen
Microsoft stellt Skype zum 5. Mai 2025 ein. Wer weiterhin digital kommunizieren will, braucht Alternativen. Von WhatsApp bis Discord – hier sind die besten Optionen für Videotelefonie und Messaging nach dem Skype-Aus.
Das Ende einer Ära steht bevor: Microsoft zieht bei seiner einst revolutionären Kommunikationsplattform Skype den Stecker. Ab dem 5. Mai 2025 ist Schluss – sowohl für kostenlose als auch für kostenpflichtige Accounts. Der 2003 gegründete Dienst, der für viele den Einstieg in die Welt der Internettelefonie markierte, muss moderneren Lösungen weichen. Zeit, sich nach Alternativen umzusehen.
Die naheliegende Option: Microsoft Teams
Microsoft lässt Skype-Nutzer nicht völlig im Regen stehen. Wer seine Kontakte und Chat-Verläufe behalten möchte, kann nahtlos zu Microsoft Teams wechseln. Die Anmeldung funktioniert mit den bestehenden Skype-Zugangsdaten, wodurch Chats und Kontakte automatisch importiert werden.
Teams bietet in der kostenlosen Version Videokonferenzen mit bis zu 100 Teilnehmern. Gruppenmeetings können 60 Minuten dauern, Einzelgespräche sogar bis zu 30 Stunden. Für Nutzer des Microsoft 365-Abonnements entstehen keine zusätzlichen Kosten. Mit dem Zusatzpaket „Teams Telefon“ (ab 9,40 Euro monatlich) lassen sich auch reguläre Telefonnummern anrufen.
WhatsApp: Der Allrounder für die Masse
WhatsApp ist längst mehr als ein simpler Messenger. Die Plattform hat sich zur meistgenutzten Kommunikations-App in Deutschland entwickelt und bietet mittlerweile fast alles, was auch Skype konnte: Textnachrichten, Sprach- und Videoanrufe sowie Gruppenchats mit bis zu 32 Teilnehmern.
Ein großer Vorteil: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie WhatsApp bereits installiert haben. Die App funktioniert sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem Desktop. Für die Nutzung benötigen Sie lediglich eine Telefonnummer – kein separates Konto. Sämtliche Kommunikation ist zudem durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt.
Discord: Vom Gaming-Tool zum Kommunikations-Allrounder
Was einst als Plattform für Gamer startete, hat sich zu einem vielseitigen Kommunikationstool entwickelt. Discord kombiniert die Funktionen von Teamspeak und Skype und eignet sich hervorragend für den Austausch in Communities. Besonders praktisch: Die Plattform synchronisiert Nachrichten über alle Geräte hinweg – egal ob im Browser, auf dem Desktop oder mobil.
Neben dem Nachrichtenaustausch ermöglicht Discord auch Sprach- und Videoanrufe mit mehreren Teilnehmern. Ein Manko ist das Fehlen einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Dafür können Nachrichten nachträglich gelöscht werden – eine Funktion, die bei vielen anderen Diensten fehlt.
Zoom: Der Pandemie-Gewinner für große Gruppen
Zoom hat während der Corona-Pandemie einen beispiellosen Aufstieg erlebt und sich als Standard für Videokonferenzen etabliert. Der Dienst besticht durch hochwertige Videoqualität und einfache Bedienung – egal ob über Browser, Desktop-App oder Smartphone.
In der kostenlosen Version können bis zu 100 Teilnehmer an Meetings teilnehmen, allerdings mit einer Begrenzung auf 40 Minuten. Wer länger konferieren möchte, muss auf einen der kostenpflichtigen Tarife umsteigen. Mit „Zoom Phone“ (ab 18,56 Euro monatlich) lassen sich auch klassische Telefonanrufe tätigen.
Viber: Der Sicherheits-Messenger
Viber positioniert sich als besonders sicherer Messenger mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die kostenlose App ermöglicht Einzel- und Gruppenchats sowie Sprach- und Videoanrufe über VoIP. Viber ist sowohl für mobile Geräte (Android, iOS) als auch als Desktop-Version für Windows verfügbar.
Jitsi: Die unkomplizierte Open-Source-Lösung
Jitsi punktet mit einem entscheidenden Vorteil: Für die Nutzung ist keine Registrierung erforderlich. Ein Teilnehmer erstellt einfach eine Konferenz und kann andere per URL einladen. Die Open-Source-Software ist für Windows, macOS und Linux verfügbar und ermöglicht neben Video- und Telefonkonferenzen auch den Austausch von Nachrichten.
Signal: Der Datenschutz-Champion
Signal hat sich als Messenger mit kompromisslosem Fokus auf Privatsphäre etabliert. Die kostenlose App bietet Ende-zu-Ende-verschlüsselte Nachrichten, Telefonate und Videoanrufe. Signal ist für Android und iOS sowie als Desktop-Version für Windows, macOS und Linux verfügbar – eine reine Webversion existiert allerdings nicht.
Threema: Die Schweizer Sicherheitslösung
Der Schweizer Messenger Threema setzt ebenfalls auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und hohe Sicherheitsstandards. Die App ermöglicht Einzel- und Gruppenchats sowie Telefonie und Videotelefonie. Threema ist primär für Smartphones konzipiert, bietet aber auch eine Browser- und Desktop-Version. Im Gegensatz zu den meisten Alternativen ist Threema kostenpflichtig: einmalig 4,99 Euro (Android) bzw. 5,99 Euro (iOS).
FaceTime: Die Apple-exklusive Alternative
Für Apple-Nutzer ist FaceTime eine naheliegende Skype-Alternative. Die vorinstallierte App ermöglicht Sprach- und Videoanrufe zwischen allen Apple-Geräten. Die Kommunikation erfolgt wahlweise über WLAN oder das Mobilfunknetz. Kontakte können direkt aus dem Adressbuch ausgewählt oder über Apple-ID bzw. E-Mail-Adresse identifiziert werden. Der Nachteil: FaceTime funktioniert ausschließlich auf Apple-Geräten.
Die Zukunft der digitalen Kommunikation
Mit dem Ende von Skype beschleunigt sich die Fragmentierung der digitalen Kommunikationslandschaft weiter. Microsoft konzentriert seine Ressourcen auf Teams, während spezialisierte Anbieter ihre Nischen besetzen. Für Nutzer bedeutet dies mehr Wahlmöglichkeiten, aber auch die Herausforderung, verschiedene Plattformen parallel zu nutzen.
Künftig dürften KI-gestützte Funktionen wie automatische Übersetzung, Transkription und intelligente Assistenten zum Standard werden. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für Datenschutz, was verschlüsselten Diensten wie Signal und Threema weiteren Auftrieb geben könnte. Die nächste Evolution der digitalen Kommunikation könnte in Richtung immersiver Erlebnisse gehen – mit Virtual Reality-Meetings und holografischen Projektionen, die das Gefühl echter Präsenz vermitteln.
Quellen: Chip, heise, Netzwelt