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Miele-Schock: Die Industrie steht in Flammen

Miele, Quelle: Shutterstock
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Brandalarm schrillt in der deutschen Industrie: BASF, Bosch, Volkswagen, Bayer – ein Schwergewicht nach dem anderen verkündet Massenentlassungen. 

Doch es ist nicht nur eine Konjunkturdelle, die wir erleben – der gesamte Industriestandort Deutschland steht auf dem Spiel. Die Wirtschaft ruft die Politik dringend dazu auf, sich sofort um die Wettbewerbsfähigkeit zu kümmern.

Das jüngste Opfer auf der Liste ist Miele: Der renommierte Hausgeräte-Hersteller muss etwa 2000 Arbeitsplätze abbauen, wobei das Waschmaschinenwerk in Gütersloh besonders bedroht ist. Die Produktion wird aufgrund der ungünstigen Standortbedingungen in Deutschland schrittweise nach Polen verlagert. Eine bittere Pille für das Unternehmen, das mitten in seinem Jubiläumsjahr stehen muss – vor genau 125 Jahren wurde Miele gegründet und ist weltweit für seine hochwertigen Produkte bekannt.

Markus Miele, geschäftsführender Gesellschafter in vierter Generation, bringt die Herausforderungen auf den Punkt: „Wenn die Kosten an einem Standort zu hoch sind, wird es schwierig.“ Deutschland habe seit jeher hohe Lohnkosten, aber jetzt seien auch die Energiekosten, Abgaben und die Bürokratie auf Rekordniveau. Er appelliert dringend an die Politik, den Strompreis zu senken und die Bürokratie abzubauen, um die Innovationskraft zu stärken.

Der Miele-Schock steht symbolisch für die Krise der deutschen Industrie. Die Verbände warnen vor einem Flächenbrand im produzierenden Gewerbe, und die Zahlen sprechen für sich: Die Chemieindustrie hat innerhalb von zwei Jahren 23 Prozent ihrer Produktion verloren, ein historischer Einbruch in energieintensiven Branchen droht.

Die deutschen Unternehmen suchen ihr Heil zunehmend im Ausland. Laut einer Umfrage verlagern bereits 67 Prozent der Unternehmen Produktionen ins Ausland, vor allem in den Bereichen Maschinenbau, Chemie und Automobil. Die USA gewinnen an Attraktivität, während China schwächelt.

In den Chefetagen wächst das Misstrauen gegenüber der Politik, den Abwärtstrend zu stoppen. Die Investitionsquote gehört zu den niedrigsten aller Industrieländer, und die Energiewende belastet die Wirtschaft zusätzlich. Die steuerlichen Hürden und die marode Infrastruktur verschärfen die Lage.

Christian Miele war noch bis Ende letzten Jahres Vorsitzender des Startup-Verbands. Der Miele-Schock hat auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck aufgeschreckt. Er betont die Notwendigkeit, Investitionen anzukurbeln und die Bürokratie abzubauen. Doch trotz Einigkeit in der Regierung bleibt die Umsetzung vieler wirtschaftspolitischer Maßnahmen fraglich.

Die Uhr tickt für die deutsche Industrie. Es braucht dringend wirksame Maßnahmen, um den Standort zu stärken und die Arbeitsplätze zu sichern. Sonst droht der Flächenbrand in der deutschen Industrie unaufhaltsam voranzuschreiten.

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Business Punk Redaktion

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