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Namaste, Nirwana – und ein bisschen Nussmilch

Namaste, Nirwana – und ein bisschen Nussmilch
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Aktualisiert
Lesezeit4 Min · 745 Wörter

Wie der Sonnhof in Tirol zeigt, dass Ayurveda mehr sein kann als dampfende Teetassen und Stirnöl-Folklore.

Der Morgen beginnt mit goldener Hirse, warmem Ghee und einem Schluck selbstgemachter Mandelmilch. Keine Glocke, kein Gong. Nur ein sanftes „Guten Morgen“ vom Serviceteam und der Duft nach frisch gekochtem Kitchari, der wie ein Versprechen durch das lichtdurchflutete Restaurant des European Ayurveda Resort Sonnhof zieht. Die Welt ist da draußen geblieben – irgendwo hinter Kufstein – und hier drinnen liegt Tirol wie in Watte gepackt.

Seit dem Umbau im Sommer 2024 wirkt das familiengeführte Haus nicht wie ein frisch aufgehübschtes Hotel, sondern wie ein Ort, der sich neu gefunden hat. Kein überinszenierter Spa-Schuppen, sondern ein intimer Rückzugsraum für Menschen, die mehr wollen als nur ein Wochenende Auszeit. Menschen, die – wie die charismatische Gastgeberin Elisabeth Naschberger-Mauracher – spüren, dass Gesundheit nicht im Außen beginnt, sondern ganz tief drinnen.

Ayurveda – aber bitte mit System

Im Sonnhof geht es nicht um Massagen, sondern um Medizin. Genauer gesagt: um European Ayurveda®, eine Form des traditionellen indischen Wissens, das hier an die Bedürfnisse der westlichen Welt angepasst wurde – wissenschaftlich begleitet, individuell dosiert und mit einer Ernsthaftigkeit betrieben, die man sonst nur aus Privatkliniken kennt.

Ein Gespräch mit Elisabeth Naschberger-Mauracher – ausgebildete Ayurveda-Expertin, Ernährungstrainerin und Visionärin mit Yoga-Diplom – fühlt sich weniger an wie ein Interview, sondern eher wie eine Session mit einer sehr wachen, sehr aufmerksamen Mentorin. „Wir wollen Menschen berühren – nicht nur am Rücken, sondern im Innersten“, sagt sie. Deshalb hat sie die letzten Jahre genutzt, um nicht nur das Haus baulich weiterzuentwickeln, sondern auch die Philosophie zu verfeinern. Die neue Ayurveda @Home App, die ab 2025 gelauncht wird, ist nur der nächste konsequente Schritt – eine Art digitales Mantra für alle, die ihr inneres Gleichgewicht zwischen Zoom-Call und Zugfahrt suchen.

Körperlesen und Kräuterkompressen

Bevor ich mich in die flauschige Ayurveda-Decke hülle, geht es zum Arzt. Dr. Sharma, ein besonnener Mediziner aus Nordindien, tastet meine Handgelenke, schaut mir tief in die Augen und nickt. Mein Dosha? Vata-Pitta, unausgeglichen, nervös, aber mit Feuer. Ich soll warm essen, viel schlafen und abends keinen Laptop mehr auf dem Schoß haben. Eine Diagnose wie eine Liebeserklärung an das einfache Leben.

Danach geht’s in einen der neuen Behandlungsräume: warmes Sesamöl fließt über Rücken, Beine, Haaransatz. Ich spüre die Hände der Therapeutin, wie sie rhythmisch den Stress aus meinem System drückt – und aus dem Nebenraum höre ich das leise, zufriedene Schnarchen einer Münchner Unternehmerin, die sich in eine Seidenbettrolle gewickelt hat. Später beim Tee erfahre ich: Sie kommt seit sieben Jahren her, zweimal im Jahr. Detox, Reset, Reboot. „Ayurveda ist wie ein Neustart für den Lebensfilm“, sagt sie, „nur ohne Schnitt und Kamera.“

Was auf den Teller kommt, kommt vom Feld

Die Küche im Sonnhof ist kein Wellness-Kompromiss, sondern ein Hochgenuss. Kein Zucker, kein Koffein, kein Alkohol – und doch vermisse ich nichts. Stattdessen: Kurkuma-Porridge mit Apfel-Chutney, gedünstete Karotten mit Kreuzkümmel, Fenchelsuppe mit Ghee. Alles leicht, warm, erdig – Essen, das nicht betäubt, sondern belebt. Viele Zutaten kommen vom eigenen Lindhof, wo die Hühner glücklicher picken als ich beim Brunchbuffet.

Am Abend serviert Küchenchef Christoph Grainer ein Menü, das sich wie eine Reise durch die Jahreszeiten anfühlt. Aubergine mit Senfkörnern, Rote-Bete-Salat mit schwarzem Sesam, Mungbohnen-Dal zum Löffeln und Loslassen. Sogar der Nachtisch – Dattelcreme mit Rosenwasser – fühlt sich an wie ein Gedicht auf der Zunge.

Beobachtungen am Rande der Wellness-Revolution

Im Ruhebereich der neuen Pool-Area liegen sie nebeneinander wie in einem futuristischen Kloster: eine junge Start-up-Gründerin aus Berlin, die einen Burnout mit Ayurveda kurieren will. Eine pensionierte Opernsängerin, die hier ihre Stimme „zurück ins Herz holen“ will. Und ein skandinavischer Manager mit Sinnkrise und Sehnenscheidenentzündung, der sich nach der Abhyanga-Massage so tiefenentspannt fühlt, dass er seine Investoren erstmal auf stumm schaltet.

Dieser Ort heilt nicht nur – er verändert.

Der Sonnhof ist kein Ort für schnelle Selfcare, sondern für langsame Transformation. Wer hier ankommt, bleibt ein bisschen länger – bei sich selbst, bei der Natur, beim Leben. Und vielleicht ist das das größte Geschenk: Nicht noch eine weitere Spa-Erfahrung zu machen, sondern die wichtigste Reise anzutreten, die man antreten kann. Die zu sich selbst.

Oder wie Elisabeth Naschberger-Mauracher es sagt: „Wir wollen Menschen nicht perfektionieren – wir wollen sie erinnern. An das, was sie schon immer waren.“

Portrait Susie von den Stemmen

Susie von den Stemmen

Mit über 30 Jahren Erfahrung in den Medien hat Susie eine vielseitige Karriere als TV-Redakteurin, Print- und Online-Journalistin verbracht. Ihr Fokus liegt auf Kultur, Auto- und Lifestylethemen, in denen sie eine umfassende Expertise aufgebaut hat. Diese Tätigkeiten haben ihr die Möglichkeit eröffnet, faszinierende Orte zu bereisen und ein umfassendes Netzwerk im Bereich der Persönlichkeiten hinter den Marken und VIPs aufzubauen. Susies beruflicher Werdegang begann nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften und Germanistik mit einer ersten Berufsstation beim Disney Club (ARD), gefolgt von Redaktionsarbeiten für Gottschalk Late Night (RTL) und Jay Leno (NBC Los Angeles). Sie hat zahlreiche Fernsehaufträge für verschiedene Sender durchgeführt, darunter die Produktion von TV Beiträgen, Leitung von Studioredaktionen und die Akquise von Neugeschäft. Nachdem sie mit ihrer Familie nach Hamburg gezogen ist, hat sie ihre Karriere im Printbereich gestartet, zunächst bei Park Avenue für Gruner & Jahr und später bei Gala und anderen renommierten Titeln. Als VIP-, Automobil- und Kultur-Beauftragte hat sie weiterhin die Welt bereist, ihr Netzwerk ausgebaut und ihre Leidenschaft für die Auto-, Reise- und Genussszene vertieft. Aktuell leitet sie das Office! von den Stemmen in Hamburg und München. Kunden waren und sind: Bild, Cosmopolitan, Travellers World, Ramp, Audi Magazin, Air Tours, Lufthansa Magazin, DB Magazin, Tagesspiegel, Myself, Zeit Online, Instyle Men und nun auch Business Punk. Neben ihrem Wohnsitz in Hamburg ist sie dank ihrer Porsche Rennlizenz weltweit im Einsatz, um fesselnde Geschichten rund um Automobilität, Kultur und Lifestyle zu generieren.