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OpenClaw: Der Agent zieht aufs Smartphone

OpenClaw: Der Agent zieht aufs Smartphone
KI-generiert
Erschienen
Lesezeit2 Min · 311 Wörter

OpenClaw ist zurück – diesmal nicht als Hype, sondern als App auf deinem Smartphone. Der Agent zieht aus dem Browser aus und macht sich in deiner Hosentasche breit.

Was als virales Experiment begann, will jetzt Alltag werden. Die Frage ist nur: Funktioniert das – oder ist es der nächste schön verpackte KI-Overpromise?

KI-Agent für unterwegs

Mit den neuen Apps dockt OpenClaw direkt ans Smartphone an, gesteuert über das sogenannte Gateway – eine Routing-Schicht, die Anfragen an Agenten und deren Tools verteilt. Klingt nach smarter Automatisierung, ist es auch auf dem Papier: Agenten schreiben Code, planen Mahlzeiten, organisieren Tasks. In der Realität bleibt das System aber fehleranfällig. Wer zu viel erwartet, bekommt schnell Chaos statt Effizienz – autonome Systeme sind eben nur so gut wie ihr Setup.

Vom Hype zur Plattform

Seinen Durchbruch hatte OpenClaw mit MoltBook, einem angeblich komplett von KI-Agenten betriebenen sozialen Netzwerk. Das Narrativ: Maschinen reden mit Maschinen, Content entsteht von selbst, der Mensch wird Zuschauer. Die Story ging viral, weil sie perfekt ins aktuelle KI-Momentum passte. Kurz darauf wechselte Gründer Peter Steinberger zu OpenAI – ein Move, der dem Projekt zusätzliche Gravitas verlieh.

Marketing mit Macken

Dann kam der Reality-Check: MoltBook war nicht das reine Agenten-Ökosystem, als das es verkauft wurde. Teile der Accounts wurden von Menschen gesteuert, die KI simulierten. Der große Wurf entpuppte sich als halb echte Demo, halb Inszenierung. Clever? Ja. Sauber? Eher nicht. Der Imageschaden blieb überschaubar – der Buzz war stärker.

Agenten greifen an

Trotzdem: Der Trend ist real. KI-Agenten verlassen die Demo-Phase und landen auf echten Geräten, in echten Anwendungen, mit echtem Nutzungsdruck. OpenClaw auf dem Smartphone ist genau dieser Shift – von der Spielerei zur potenziellen Infrastruktur. Ob das Ganze stabil genug ist, um mehr als ein Nerd-Tool zu sein, wird sich erst zeigen. Klar ist nur: Die Agenten kommen nicht mehr. Sie sind schon da.

Günther Suchy

Günther Suchy ist bei Business Punk Head of Digital Editorial. Daneben ist er Professor für Kommunikation und Journalismus an der Duale Hochschule Baden-Württemberg am Campus Ravensburg – also einer, der die Medienwelt nicht nur lehrt, sondern lebt. Der promovierte Volkswirt kennt den Journalismus und die digitalen Medien jenseits des Elfenbeinturms: Er leitet das Hochschulradio „Das kleine U-Boot“, baut crossmediale Ausbildungs- und Produktionsformate auf und hält dabei immer den Finger am Puls der Branche. Bevor er an die Hochschule nach Ravensburg kam, war Suchy unter anderem in der Unternehmenskommunikation von MAN und in leitenden Funktionen digitaler Medienprojekte tätig – sowie als Online-Redaktionsleiter der Automotive-Formate bei Motorvision (DSF). Seine Lehr- und Forschungsprojekte bringen ihn immer wieder in die Welt hinaus: Nach China, Chile, Marokko oder Bhutan, wo er 2024 und 2025 am Royal Thimpu College lehrte und das Nationale Olympische Komitee zum Thema „Nachhaltigkeitskommunikation im Sport“ beriet. An der Universität Durban in Südafrika gibt er Seminare zum Thema "Green Startups". Zwischen Subkultur, Startup-Mindset und System fühlt er sich zu Hause – und genau aus dieser Perspektive schreibt er für Business Punk.