drive & thrive · 20.000 Euro Auto

Play hard, pay wenig! Das Imperium schlägt zurück: Volkswagen kann jetzt auch billig

Play hard, pay wenig! Das Imperium schlägt zurück: Volkswagen kann jetzt auch billig
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Lesezeit3 Min · 597 Wörter

Wer ist denn nun die wahre Macht in der Auto-Industrie? Sind es endgültig die Chinesen mit ihrem China Speed zu Lidl-Preisen? Oder kommt da noch was? Seit dieser Woche ist klar: Das Imperium schlägt zurück. Volkswagen CEO Thomas Schäfer macht den Luke Skywalker und zeigt der mobilen Welt sein neues Lichtschwert. Ein Auto für 20.000 Euro! Die Weltpremiere des ID.Every1 – billig für everyone.

Für seine Weltpremiere hat sich Volkswagen am Mittwoch eine Messehalle in Düsseldorf ausgesucht. Als Alternative wäre auch ein Kino gut gewesen, denn die Vorstellung klingt nach: Das Erwachen der Macht. Oder: Die Rückkehr der Jedi Ritter (aus Wolfsburg). Auf jeden Fall schlägt das Imperium zurück.

Volkswagen im Attacke-Modus. Der Hoffnungsträger trägt einen eng geschnittenen, grauen Anzug, braune Schuhe, das Einstecktuch in Wagenfarbe. Thomas Schäfer, der Luke Skywalker der deutschen Auto-Industrie.

Seine Mission ist so wichtig, dass er sie gleich von drei Telepromptern abliest: Volkswagen zu dem zu machen, was es mal war. Etwas fürs Volk – und immer auch etwas wagen.

Wer glaubt, dass Supercars die Krönung der automobilen Schöpfung sind? Falsch, so das Learning des Abends. Große Autos, große Margen. Kleine Autos, kleine Margen. Dieser Pitch gehe längst nicht mehr auf.

Der Volkswagen-Fighter sagt: „Champions League bedeutet, High-Quality-Fahrzeuge mit toller Reichweite und Cutting-Egde-Technology für 20.000 Euro anbieten zu können. Und wenn Volkswagen das macht: dann richtig.“

Zuletzt gibt er zu, sei das Volkswagen-Feeling etwas verblasst. Jetzt zückt er sein Lichtschwert: „We advance. We attack. We achieve.“ Tripple-A.

An seiner Seite? Der Jedi-Meister des Konzerns höchstpersönlich: VW-Boss Oliver Blume sitzt nur eine Lichtschwert-Länge entfernt in der Halle. Dieses Projekt sei auch für ihn eine Herzensangelegenheit.

Das Signal: Wolfsburg als Burg gegen die dunkle Bedrohung, gegen die Klonkrieger der Branche – klar, das sind die chinesischen Automarken wie BYD, Chery oder Geely, die den Markt mit subventionierten Modellen fluten. Neupreis: zwischen 25.000 und 35.000 Euro. Deutsche Autobauer konnten das bisher nur doppelt oder dreimal so teuer. Egal, wie schön die Fahrzeuge sind – sie kommen damit nicht mehr durch den Preis-TÜV.

Jetzt zeigt Volkswagen, wie richtig billig geht. „This is for you“ klingt durchs Soundsystem der Düsseldorfer Messehalle. Dann beamt er sich auf die Erde: Der ID.Every1. Das vollelektrische Auto für everyone. 

Preis: nur 20.000 Euro, soviel wie Kunden manchmal nur für Extra-Ausstattungen draufzahlen mussten. Höchstgeschwindigkeit Tempo 130, weil die meisten sowieso nur im Stau stehen.

Reichweite: 250 Kilometer für den Stadtverkehr. Ab 2027 ist es abfahrbereit.

Volkswagen will also wieder mehr Volk sein. Über die XXL-Screens der Messehalle läuft der neue Markenfilm. Es ist ein wahres Manifest, zwei gewaltige Minuten. Werbe-König Amir Kassaei höchstpersönlich hat es kreiert. „What does it mean, Volkswagen? It means, we are not just building cars. We are building relationships.“ Dazu der Sound-Klassiker „Under pressure“. Ein Song, den David Bowie und Queen zusammen im Jahr 1981 aufgenommen haben. Das Lied erzählt vom Stress und Druck, den die Menschen im modernen Leben haben. Dass wir zusehends gefühllos und egoistisch werden. Und das Liebe und Mitgefühl doch die Lösung sind. 

„Warum können wir der Liebe nicht noch eine Chance geben“, fragen David Bowie und Queen vor über 40 Jahren. Die Frage könnte gar nicht aktueller sein.

Wir Business Punks haben jetzt endlich einen neuen Song: Die Platte, dass nur chinesische Autobauer günstig und effektiv können, ist ausgespielt. 

Play hard, aber pay wenig.

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Portrait Tom Junkersdorf

Tom Junkersdorf