Reisepass abgelaufen? So retten Sie Ihren Urlaub in 72 Stunden
Der Express-Reisepass ist die Rettung für Last-Minute-Reisende mit abgelaufenen Dokumenten. Innerhalb von drei Werktagen kann ein neuer Pass ausgestellt werden – allerdings zu einem Aufpreis.
Die Koffer sind gepackt, das Taxi zum Flughafen bestellt. Dann der Schock: Der Reisepass ist abgelaufen. Ein Szenario, das jährlich tausende Reisende in Panik versetzt. Doch keine Sorge – die Urlaubspläne müssen nicht begraben werden. Mit dem Express-Verfahren lässt sich das Problem schneller lösen als viele denken.
Drei Werktage bis zur Rettung
Wer seinen Reisepass im Expressverfahren beantragt, kann aufatmen. Das Bundesministerium des Innern und für Heimat bestätigt: Geht der Antrag bis 12 Uhr mittags beim Passhersteller ein, liege das fertige Dokument bereits am dritten darauffolgenden Werktag im Bürgeramt zur Abholung bereit. Dabei zählen ausschließlich die Tage von Montag bis Freitag – Feiertage und Betriebsschließungen beim Passhersteller bleiben unberücksichtigt.
Diese Regelung gilt bundesweit für alle inländischen Bürgerämter. Ein wichtiger Hinweis: Die Dokumentennummer kann bereits bei der Antragstellung mitgeteilt werden – praktisch für alle, die diese Information vorab für Hotelbuchungen oder Flugtickets benötigen.
Notfall im Ausland? Auch dafür gibt es Lösungen
Besonders kritisch wird die Situation, wenn der Pass während einer Auslandsreise abläuft. Auch hier existiert ein Expressverfahren. Bei Beantragung über eine deutsche Auslandsvertretung gilt: Liegt der Antrag bis 12 Uhr mitteleuropäischer Zeit beim Hersteller vor, wird das fertige Dokument innerhalb von drei Werktagen an die Kurierstelle des Auswärtigen Amts in Berlin weitergeleitet.
Von dort erfolgt der Transport per Kurier zur entsprechenden Auslandsvertretung. Die genaue Transportdauer variiert je nach Zielland erheblich – hierzu sollten Betroffene direkt bei der zuständigen Auslandsvertretung nachfragen.
Der Preis der Schnelligkeit
Schnelligkeit hat ihren Preis. Für den Express-Service fallen zusätzliche Kosten an. Der reguläre Reisepass kostet für Personen ab 24 Jahren bereits 70 Euro. Der Express-Zuschlag schlägt mit weiteren 32 Euro zu Buche, sodass sich die Gesamtkosten auf 102 Euro belaufen.
Jüngere Antragsteller unter 24 Jahren zahlen für den Standardpass 37,50 Euro, mit Express-Option insgesamt 69,50 Euro. Wer einen Reisepass mit 48 Seiten benötigt, muss mit weiteren Zusatzkosten rechnen. Hier steigt der Preis für Erwachsene im Express-Verfahren auf 124 Euro.
In besonders dringenden Fällen bietet sich der vorläufige Reisepass als Alternative an. Dieser kostet einheitlich 26 Euro und kann meist noch schneller ausgestellt werden. Allerdings ist zu beachten, dass nicht alle Länder dieses Dokument akzeptieren. Vor allem bei Reisen in die USA oder nach Kanada kann es zu Problemen kommen.
Vorbereitung ist alles
Für einen reibungslosen Ablauf sollten alle erforderlichen Unterlagen vollständig sein: ein aktuelles biometrisches Passfoto, der alte Reisepass (falls vorhanden), ein gültiger Personalausweis sowie die Gebühren in der entsprechenden Höhe. In manchen Kommunen empfiehlt sich zudem eine vorherige Terminvereinbarung, um Wartezeiten zu minimieren.
Die Digitalisierung könnte das Reisepass-Dilemma künftig entschärfen. Mehrere europäische Länder arbeiten bereits an digitalen Identitätslösungen, die Notfall-Ausstellungen beschleunigen könnten. Bis dahin bleibt das Express-Verfahren die beste Option für Vergessliche und Last-Minute-Reisende. Langfristig dürften automatisierte Erinnerungssysteme und digitale Ausweisdokumente die klassischen Panik-Situationen vor dem Urlaub reduzieren. Klug ist, wer den Ablauf seiner Dokumente im Kalender vermerkt – und so den Express-Aufschlag spart. Denn auch wenn die schnelle Lösung existiert: Vorausschauende Planung bleibt die stressfreiere und günstigere Alternative.
Quelle: wmn.de, Bundesministerium des Innern und für Heimat