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Renter-Boom auf Social Media: Arbeitest du noch oder likest du schon?

Immer mehr Rentner sind auf Social Media.
Shutterstock Immer mehr Rentner sind auf Social Media.
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Die Generation 65+ stürmt Social Media – und zwar massiv. Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt: Immer mehr Rentner verbringen ihre Zeit auf Facebook, Instagram und Co. Was steckt hinter diesem digitalen Generationenwandel?

Die Vorstellung vom Rentner, der nur Zeitung liest und Fernsehen schaut, ist Geschichte. Laut Bitkom nutzen mittlerweile 442 von 1.004 befragten Personen ab 65 Jahren aktiv soziale Netzwerke – das ist fast jeder Zweite. Die Generation Silberhaar scrollt, liked und kommentiert, als gäbe es kein Morgen. Während die arbeitende Bevölkerung zwischen Meetings und Deadlines kaum Zeit für Instagram findet, haben Rentner den digitalen Raum für sich entdeckt. Die Frage ist nicht mehr, ob Ältere Social Media nutzen, sondern wie intensiv.

Vom Außenseiter zum Power-User

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Nutzung sozialer Netzwerke in der Generation 65+ hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Was früher als Ausnahme galt, ist heute Normalität.

Facebook bleibt dabei die unangefochtene Nummer eins – die Plattform bietet genau das, was diese Zielgruppe sucht: Kontakt zu Familie und Freunden, Austausch über Hobbys und eine überschaubare Benutzeroberfläche. Instagram und andere visuell orientierte Plattformen holen jedoch auf. Die Rentner-Generation hat verstanden, dass Social Media mehr ist als Zeitverschwendung – es ist ein Werkzeug für soziale Teilhabe.

Zeit ist das neue Gold

Während Berufstätige ihre Social-Media-Nutzung zwischen Arbeit und Privatleben jonglieren müssen, haben Rentner einen entscheidenden Vorteil: Zeit. Die Bitkom-Studie zeigt, dass viele der befragten Nutzer täglich mehrere Stunden in sozialen Netzwerken verbringen.

Das ist keine Überraschung – wer nicht mehr um 6 Uhr morgens aufstehen muss, kann sich den Luxus erlauben, in Ruhe durch den Feed zu scrollen. Diese Entwicklung hat Konsequenzen für Marken und Content-Ersteller: Die Generation 65+ ist keine Randgruppe mehr, sondern eine kaufkräftige und engagierte Zielgruppe, die gezielt angesprochen werden will.

Marken verschlafen den Trend

Trotz der wachsenden Bedeutung älterer Nutzer hinken viele Brands hinterher. Die meisten Social-Media-Strategien zielen weiterhin auf die Generation Z und Millennials ab – ein Fehler. Rentner haben nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Sie sind loyale Kunden, die Wert auf Qualität legen und bereit sind, dafür zu zahlen.

Wer diese Zielgruppe ignoriert, verschenkt Potenzial. Erfolgreiche Marken haben das längst erkannt und passen ihre Content-Strategien an: weniger Hektik, mehr Substanz, klare Botschaften statt kryptischer Memes. Die Rentner-Revolution auf Social Media ist keine Modeerscheinung – sie ist gekommen, um zu bleiben.

Business Punk Check

Die Wahrheit über den Social-Media-Boom der Generation 65+: Während Agenturen noch über Gen-Z-Trends philosophieren, erobert eine völlig unterschätzte Zielgruppe die Plattformen. Rentner sind nicht nur zahlreich, sondern auch aktiv, kaufkräftig und loyal. Doch die meisten Brands verschlafen diesen Shift komplett. Wer jetzt nicht umdenkt, verliert eine Zielgruppe, die mehr Zeit, mehr Geld und mehr Engagement mitbringt als jeder 20-Jährige.

Die Herausforderung: Content muss authentisch, verständlich und wertig sein – Clickbait und Influencer-Gedöns funktionieren hier nicht. Early Adopters sollten jetzt Strategien entwickeln, die auf Substanz statt Hype setzen. Wer wartet, bis der Mainstream aufwacht, hat verloren. Die Rentner-Revolution ist real – und sie verändert die Spielregeln des digitalen Marketings fundamental.

Häufig gestellte Fragen

Warum nutzen immer mehr Rentner Social Media?

Die Generation 65+ hat Zeit, digitale Kompetenz und den Wunsch nach sozialer Teilhabe. Social Media bietet ihnen die Möglichkeit, mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben, Hobbys zu teilen und am gesellschaftlichen Diskurs teilzunehmen. Die Plattformen sind benutzerfreundlicher geworden, und Smartphones haben die Einstiegshürde massiv gesenkt.

Welche Social-Media-Plattformen bevorzugen Rentner?

Facebook dominiert klar bei der Generation 65+, da die Plattform übersichtlich ist und den Fokus auf persönliche Verbindungen legt. Instagram gewinnt jedoch an Bedeutung, besonders für visuell orientierte Inhalte wie Reisen, Hobbys und Enkelkinder. TikTok und Snapchat spielen in dieser Altersgruppe kaum eine Rolle – zu hektisch, zu unübersichtlich.

Wie sollten Marken die Generation 65+ auf Social Media ansprechen?

Authentizität und Klarheit sind entscheidend. Rentner durchschauen Marketing-Bullshit sofort und reagieren allergisch auf Influencer-Hype. Erfolgreiche Strategien setzen auf wertige Inhalte, klare Botschaften und echten Mehrwert. Weniger ist mehr – lieber ein gut gemachtes Video als zehn halbgare Posts. Und: Diese Zielgruppe liest tatsächlich noch längere Texte.

Lohnt sich Social Media Marketing für die Generation 65+ finanziell?

Absolut. Rentner sind kaufkräftig, markenloyaler als jüngere Zielgruppen und haben Zeit, sich intensiv mit Produkten auseinanderzusetzen. Der ROI ist oft höher als bei Gen Z, weil die Conversion-Rate stabiler ist. Wer jetzt in diese Zielgruppe investiert, sichert sich einen Wettbewerbsvorteil, bevor der Markt übersättigt ist.

Wird die Social-Media-Nutzung der Generation 65+ weiter steigen?

Ja, und zwar massiv. Die nächste Rentner-Generation ist mit Computern und Internet aufgewachsen – die Digital Natives von gestern sind die Rentner von morgen. Marken, die jetzt Strategien entwickeln, positionieren sich für einen Markt, der in den nächsten Jahren explodieren wird. Wer wartet, verpasst den Anschluss.

Quellen: Bitkom

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren bewegt er sich an der Schnittstelle von Medien, Marketing und Technologie. Stationen? Sport1, ProSiebenSat.1, Bertelsmann – er war beim Start von Sport1.de dabei hat unter anderem die erste Affiliate-Kampagne in Polen ausgerollt hat. Später hat er mit getperformance das erste TV-Performance-Tracking entwickelt und Marken wie Trivago ins Fernsehen katapultiert. Als Gesellschafter von Promipool wurde er Publisher und baute ein starkes, unabhängiges Content-Portfolio auf. Heute bringt er mit seinem Team und Partnern eigene, komplexe KI-Workflow-Lösungen in Verlage und Agenturen, die mehr können als Buzzwords – unter anderem steuern sie die komplette digitale Plattform von Business-Punk.com.