Revolution in der Geldanlage: Umweltbank-ETF als nachhaltige Alternative?
Der Umweltbank-ETF verspricht eine nachhaltige Alternative zu traditionellen Welt-ETFs. Mit einem strengen dreistufigen Nachhaltigkeitskonzept könnte er die Finanzwelt verändern. Erfahre mehr über Kosten, Risiken und Chancen.
Nachhaltigkeit ist in aller Munde, doch wie sieht es bei der Geldanlage aus? Bisher galten nachhaltige Investitionen als teurer und weniger breit aufgestellt. Der Umweltbank-ETF möchte das ändern und bietet eine kostengünstige, nachhaltige Alternative zu traditionellen Welt-ETFs. Aber kann er wirklich mithalten?
Das Problem mit traditionellen „nachhaltigen“ ETFs
ETFs sind beliebt, weil sie hohe Renditen bei geringen Kosten versprechen. Besonders der MSCI World Index, der über 1.400 Unternehmen aus 20 Industrienationen umfasst, ist ein Klassiker. Doch in puncto Nachhaltigkeit schneiden diese ETFs oft schlecht ab, wie „utopia.de“ berichtet. Viele „nachhaltige“ ETFs, die mit ESG- oder SRI-Kriterien werben, lassen dennoch Unternehmen durch, die Umwelt und Sozialstandards missachten. Das Vergleichsportal „Faire Fonds“ machte deutlich, dass bis zu 30 Prozent der Unternehmen in solchen ETFs kontrovers sind, darunter Waffenhersteller und fossile Energieunternehmen.
Der Umweltbank-ETF: Ein neuer Ansatz
Der UmweltBank UCITS ETF – Global SDG Focus (ISIN: LU2679277744) setzt auf ein strenges dreistufiges Nachhaltigkeitskonzept. Ausgezeichnet mit der Rekord-Nachhaltigkeitsnote 1,7 von Ecoreporter, fordert er die bisherigen Empfehlungen heraus. Doch was macht diesen ETF so besonders?
Strenge Ausschlusskriterien
Der Umweltbank-ETF schließt ganze Branchen aus, die in Bereichen wie fossile Energien, Kernenergie oder Rüstung tätig sind. Auch Unternehmen, die gegen Menschenrechte oder Umweltstandards verstoßen, haben hier keinen Platz. Dieser Ansatz geht weit über den üblichen Best-in-Class-Ansatz hinaus, der oft nur die besten Unternehmen innerhalb einer unnachhaltigen Branche auswählt.
Positivkriterien und Klimaziele
Es reicht nicht, keinen Schaden anzurichten. Unternehmen im Umweltbank-ETF müssen aktiv zur Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) beitragen. Zudem muss die CO2-Intensität des Fonds jedes Jahr um sieben Prozent sinken, um den Pariser Klimazielen gerecht zu werden. Das ergibt einen engmaschigen Filter, durch den nur wenige kontroverse Unternehmen schlüpfen.
Kosten und Gebühren: Ein fairer Vergleich?
Mit laufenden Fondskosten von 0,80 Prozent pro Jahr ist der Umweltbank-ETF teurer als viele andere ETFs, die oft um die 0,20 Prozent liegen. Doch im Vergleich zu aktiven Fonds, die zwischen 1 und 2 Prozent kosten und oft zusätzliche Ausgabeaufschläge verlangen, ist der Umweltbank-ETF günstig. Zudem entfallen Transaktionskosten beim Kauf über einen Sparplan bis Oktober 2024.
Finanzielle Sinnhaftigkeit
Der Umweltbank-ETF investiert nicht nur in Industrienationen, sondern auch in Schwellenländer, ähnlich dem MSCI All Countries World Index (MSCI ACWI). Mit einer breiten Streuung über verschiedene Branchen und Länder ist er gut diversifiziert. Branchen wie Technologie, Gesundheitswesen und Immobilien sind stark vertreten. Der MSCI ACWI erzielte in den letzten zehn Jahren eine durchschnittliche Rendite von etwa 11 Prozent pro Jahr. Ob der Umweltbank-ETF ähnlich erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten, aber die Voraussetzungen sind vielversprechend.
Kritik und Kontroversen
Auch der Umweltbank-ETF ist nicht frei von umstrittenen Aktien. Home Depot, ein großer Posten im Fonds, steht wegen seiner Rolle bei der Abholzung tropischer Wälder in der Kritik. Laut Umweltbank wird jede Aktie regelmäßig geprüft, und bei schweren Verstößen erfolgt eine Entfernung aus dem Index. Dennoch zeigt dies, dass auch der nachhaltigste ETF nicht perfekt ist.
Ein dunkelgrüner Hoffnungsträger?
Der Umweltbank-ETF bietet eine echte Alternative für alle, die nachhaltig investieren wollen, ohne auf die Diversifikation eines Welt-ETFs zu verzichten. Mit strengen Nachhaltigkeitskriterien und einer breiten Streuung über verschiedene Branchen und Länder könnte er eine Vorreiterrolle einnehmen. Die Kosten sind höher als bei herkömmlichen ETFs, aber im Vergleich zu aktiven Fonds immer noch günstig. Wer also eine nachhaltige Geldanlage sucht, könnte hier fündig werden.