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Safer Spaces: Warum Jägermeister und Flutwelle das Nachtleben neu denken   

Safer Spaces: Warum Jägermeister und Flutwelle das Nachtleben neu denken   
Erschienen
Aktualisiert
Lesezeit2 Min · 450 Wörter

Was macht ein Kräuterlikör aus der Provinz in einem Panel über Feminismus und Awareness? Ziemlich viel, wenn man Jägermeister fragt. Gemeinsam mit dem feministischen Musikmagazin Flutwellestartet die Marke eine Initiative für „Safer Spaces“ in der Musikszene und im Nachtleben. Ziel: mehr Sicherheit und Inklusion für wirklich alle – egal ob FLINTA*, Menschen mit Migrationshintergrund oder mit Behinderung. Klingt nach einer klaren Ansage. Aber wie sicher ist das Konzept? 

Die Statistik spricht Bände, das Nachtleben bleibt stumm.

Laut einer SKiD-Studie des Bundeskriminalamtes meiden 58 % der Frauen nachts bestimmte Orte aus Angst. Marginalisierte Gruppen fühlen sich oft unsichtbar und noch öfter unsicher. Und das in einer Szene, die Freiheit, Kreativität und Feiern verspricht. Ein Widerspruch? Definitiv. Doch genau hier setzt die Diskussion um Safer Spaces an: Wie schaffen wir Räume, die Schutz bieten und gleichzeitig das Nachtleben nicht ersticken? 

Awareness als Fluchtweg 

„Awareness-Konzepte sollten genauso selbstverständlich sein wie Fluchtwege,“ fordert Jule Detlefsen, Gründerin von  Flutwelle und Moderatorin des Panels. Harte Worte, die ins Schwarze treffen. Denn während jeder Veranstalterin weiß, wie viele Feuerlöscher nötig sind, bleibt das Thema Safer Spaces oft eine graue Zone. Es ist das fehlende Puzzlestück in Sicherheitskonzepten – eines, das längst überfällig ist. 

Panel Talk Flutwelle x Jägermeister, Jule Detlefsen, Bildcredits Zeitfang
Panel Talk Flutwelle x Jägermeister, Bildcredits Zeitfang

Die Verantwortung der Branche 

Panelgast Falko Suhr, Brand Manager bei Jägermeister, weiß, dass Brands mehr tun können als nur coole Drinks zu servieren. „Unsere Reichweite nutzen wir, um Themen wie Safer Spaces ins Rampenlicht zu rücken.“ Ein nobles Ziel, aber reicht das? Künstler wie FRISO, der mit softem Rap die Bühne erobert, bringen die Perspektive der Branche mit: „Wir Musiker*innen sind nicht nur Entertainer – wir tragen Verantwortung.“ Fans wie Merle Schering fordern mehr: „Ich will sicher feiern, ohne dauernd über Fluchtwege nachdenken zu müssen.“ 

Panel Talk Flutwelle x Jägermeister, Elimako, Bildcredits Zeitfang

Safer Spaces: Marketing-Gag oder echte Veränderung? 

Die Zusammenarbeit zwischen Jägermeister und Flutwelle könnte einen Anfang markieren – oder in gut gemeinten PR-Floskeln versanden. Es bleibt die Frage, ob die Industrie bereit ist, die notwendige Zeit und Ressourcen zu investieren. Awareness-Teams, klare Kommunikationsstrategien und ein Null-Toleranz-Ansatz bei Diskriminierung wären ein Anfang.

Fazit: Ein Fluchtweg allein reicht nicht 

Die Musikszene und das Nachtleben sind Spiegel unserer Gesellschaft: divers, lebendig – und oft problematisch. Jägermeister und Flutwelle zeigen, dass Safer Spaces kein unrealistischer Traum sein müssen. Doch wie bei jedem guten Konzept braucht es mehr als Absichtserklärungen: Es braucht Taten. Die Party ist schließlich für alle da. Oder etwa nicht? 

Portrait Susie von den Stemmen

Susie von den Stemmen

Mit über 30 Jahren Erfahrung in den Medien hat Susie eine vielseitige Karriere als TV-Redakteurin, Print- und Online-Journalistin verbracht. Ihr Fokus liegt auf Kultur, Auto- und Lifestylethemen, in denen sie eine umfassende Expertise aufgebaut hat. Diese Tätigkeiten haben ihr die Möglichkeit eröffnet, faszinierende Orte zu bereisen und ein umfassendes Netzwerk im Bereich der Persönlichkeiten hinter den Marken und VIPs aufzubauen. Susies beruflicher Werdegang begann nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften und Germanistik mit einer ersten Berufsstation beim Disney Club (ARD), gefolgt von Redaktionsarbeiten für Gottschalk Late Night (RTL) und Jay Leno (NBC Los Angeles). Sie hat zahlreiche Fernsehaufträge für verschiedene Sender durchgeführt, darunter die Produktion von TV Beiträgen, Leitung von Studioredaktionen und die Akquise von Neugeschäft. Nachdem sie mit ihrer Familie nach Hamburg gezogen ist, hat sie ihre Karriere im Printbereich gestartet, zunächst bei Park Avenue für Gruner & Jahr und später bei Gala und anderen renommierten Titeln. Als VIP-, Automobil- und Kultur-Beauftragte hat sie weiterhin die Welt bereist, ihr Netzwerk ausgebaut und ihre Leidenschaft für die Auto-, Reise- und Genussszene vertieft. Aktuell leitet sie das Office! von den Stemmen in Hamburg und München. Kunden waren und sind: Bild, Cosmopolitan, Travellers World, Ramp, Audi Magazin, Air Tours, Lufthansa Magazin, DB Magazin, Tagesspiegel, Myself, Zeit Online, Instyle Men und nun auch Business Punk. Neben ihrem Wohnsitz in Hamburg ist sie dank ihrer Porsche Rennlizenz weltweit im Einsatz, um fesselnde Geschichten rund um Automobilität, Kultur und Lifestyle zu generieren.