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Schminkfilter versagen bei dunklen Hauttönen – Pinterest will das ändern

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Gesichtserkennungssoftware hat ein Rassismusproblem: Trotz jahrelanger Entwicklung ist die Fehlerquote bei automatischer Gesichtserkennung bei ethnischen Gruppen bis zu hundertmal höher als bei Weißen. Besonders heikel ist das, wenn es um die Fahndung nach Kriminellen geht und Unschuldige zu Unrecht als Verdächtige und Risikopersonen eingestuft werden.

Doch nicht nur bei der Polizeiarbeit sind falsche Ergebnisse von Gesichtserkennungssoftware ein Problem, sondern auch in der Kosmetikbranche. Klar im Vorteil ist hier, wer dem „klassischen“ westlichen Schönheitsideal entspricht. Schmink- und Stylingtipps sind meist für Frauen mit heller Haut gemacht – Diskriminierung pur.

Pinterest hat die Probleme bei der Gesichtserkennung auf dem Schirm. Nadia Fawaz, Pinterest Research Scientist & Tech Lead, schreibt auf Medium: „Angesichts von Schatten, verschiedenen Lichtverhältnissen und anderen Störfaktoren ist es eine komplexe Herausforderung für Bilderkennungsprogramme, die Gesichtsfarbe auf einem Foto korrekt zu erkennen.“

Welcher ist dein Hautton? Quelle: Pinterest

Die Plattform hat reagiert: Seit Januar gibt es die Möglichkeit, Beauty-Produkte wie Lippenstift virtuell zu testen, nachdem man zuvor seinen Hautton angegeben hat. Das ist wichtig, denn die Farbe eines Lippenstifts variiert je nach Haut- beziehungsweise Lippenton des Trägers / der Trägerin. In Zukunft will die Plattform verstärkt auf künstliche Intelligenz (KI) für die Hauttonbestimmung setzen, um so noch inklusiver zu werden.

Auch Algoface möchte einen Beitrag zu Inklusion in der Kosmetikbranche und darüber hinaus leisten. Das KI-Startup aus den USA hat es sich zur Mission gemacht, die akkurateste und objektivste künstliche Intelligenz der Welt zu konzipieren.

Die Unabhängigkeit der Software wurde bei AlgoFace schon vom ersten Tag an durch ein entsprechendes Training forciert, so AlgoFace-CTO Taleb Alashkar. Wichtig sei dabei vor allem, dass keine Hauttöne fehlen. Denn beim Training wird entschieden, ob die Software voreingenommen ist oder nicht.

https://www.youtube.com/watch?v=e76Nz0wTpO8

Portrait Insa Schniedermeier

Insa Schniedermeier

Insa ist seit 2020 bei Business Punk und schreibt für Print und Online. Ursprünglich kommt sie aus der Wirtschaft, hat BWL studiert und einige Jahre in großen Unternehmen und Beratungen gearbeitet. Wenn Insa nicht schreibt, findet man sie meist in Laufschuhen oder Yogapants.