work wise · Deutsche Bahn

Scholz‘ VW-Bemerkung ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten 

Scholz‘ VW-Bemerkung ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten 
Foto: Picture Alliance
Erschienen
Aktualisiert
Lesezeit2 Min · 337 Wörter
Seite1 / 2

Der Kanzler sagt, die VW-Belegschaft dürfe jetzt nicht Fehler des Managements ausbaden müssen. Dabei ist Volkswagen in Wahrheit seit Jahrzehnten ein vom Staat mitgelenkter Konzern. 

Ist es Panikmache, oder sind die Horrorszenarien für VW in Deutschland real? Drei Werksschließungen, überall Lohnkürzungen, Nullrunden für zwei Jahre: Die Liste der Grausamkeiten für die Belegschaft, die der Betriebsrat heute herum gereicht hat, könnte dramatisch werden für die Betroffenen. Sie könnte aber auch nur eine Maximalforderung sein, die der Betriebsrat publik macht, um Streiks vorzubereiten und am Ende den eigenen Verhandlungserfolg besser aussehen zu lassen. Wer weiß das schon, solange sich die Arbeitgeberseite über ihre Pläne nicht äußert. 

Was dagegen klar ist: Wenn Kanzler Olaf Scholz jetzt von Fehlern des Managements spricht, die die Mitarbeiter nicht ausbaden dürften, dann ist das an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Denn VW ist nach der Deutschen Bahn der größte Staatskonzern, den sich Deutschland leistet.  

Portrait Oliver Stock

Oliver Stock

Oliver Stock ist Herausgeber und Chefredakteur von Business Punk. Der studierte Volkswirt und Historiker sowie Autor mehrerer Bücher und Blogger (https://einbisschenbesser.de/) kennt die Welt der Politik, der Startups und der Unternehmen: Als Journalist arbeitet der 1965 in Hannover geborene Stock für focus online, die Schweizer Weltwoche und den Börsianer aus Wien. Er war Vize-Chef bei der Wirtschaftswoche und 16 Jahre beim Handelsblatt, als Korrespondent in Zürich, als Chef der Finanzzeitung in Frankfurt und die letzten fünf davon als Anführer von Handelsblatt online. Als Kommunikationschef von Ergo, Sprecher im Wirtschaftsministerium und Startup-Mitgründer kennt er auch die andere Seite.