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Spitzenkämpfer Yoon: Genesis will einiges anders machen als die Konzernmutter Hyundai

Spitzenkämpfer Yoon: Genesis will einiges anders machen als die Konzernmutter Hyundai
Genesis
Erschienen
Lesezeit3 Min · 610 Wörter

Was denn genau? 

Die härteste Kampfansage an die Luxus-Autobauer im Rest der Welt kommt von Il-hun Yoon. Der Mann ist Head of Genesis Design. Was er sagt, klingt so: „Genesis ist nicht länger die kleine Schwester im Schatten des Hyundai-Konzerns. Wir sind die aufstrebende Kraft, die sich den Platz an der Spitze verdient.“

Darum geht es also: Die Marke aus Südkorea wird von der kleinen Schwester zum eigenständigen Luxusbruder der Hyundai Motor Group. Seit ihrer Einführung vor neun Jahren hat Genesis die Branche mit Automobilinnovationen aufgeheizt. Die tief in der koreanischen Kultur verwurzelte Technikgläubigkeit hilft da schon. Sie führt zum Einsatz modernster Technologie. Aber wie will sich der Luxus-Underdog zur ernst zu nehmenden Konkurrenz mausern?

Wir sind dann mal hin … 

Business Punk reiste zur Quelle nach Seoul, um zu verstehen, was sich die koreanischen Autobauer bei ihrer Arbeit so gedacht haben und was das Mucken der kleinen Schwester bedeutet. Kaum dort angekommen, werden wir gleich mit der „Son-Nim“-Philosophie bombardiert. Was das genau ist? Die traditionelle südkoreanische Gastfreundschaft. Und dann steht er da – der Genesis G90. Chic sieht er schon aus. In meinem Hinterkopf rattern die beiden Fragen: Ist der was für mich? Würde ich mir den Wagen glatt kaufen?

Ich setze mich mit Il-hun Yoon ins Cockpit. Yoons Parfum? Schwer, aber edel, genau wie der Geruch des Fahrzeugs. Und es fällt mir nicht schwer, es zu mögen – das Auto. Ich mag dieses Selbstverständnis, diese klare Art, ohne viel Tamtam, Understatement ist hier alles. Die Stadt fliegt vorbei. Wir plaudern und schauen und fühlen und sehen. Und so geht das in einer Tour. Dann reden wir da noch über ein besonderes Tool. Mit „It’s about Time“ bietet der Hersteller seinen Käufern und Interessenten einen Fünf-Sterne-Service. Fahrzeuge werden zum Kunden gebracht und abgeholt, etwa zum Service oder Reifenwechseln. Als Ansprechpartner dient dem Kunden stets nur ein zugeteilter ­Genesis-Nensch. So macht man das!

Und die Konkurrenz so? 

Was ich nach ein paar Stunden zu glauben beginne: Kleine Automarken wie Genesis werden flügge, treten aus dem Schatten der Großen heraus. Das funktioniert generalstabsmäßig und per Masterplan. Wird dieser Zwergenaufstand von den gesetzten deutschen Playern nur belächelt? Oder sieht man die Zwerge schon als „Konkurrenz belebt das Geschäft“? Die Zahlen sprechen fürs Ernstnehmen: Genesis steigerte 2023 seine Fahrzeugverkäufe in den USA auf 69 175, ein Plus von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ist bei uns noch nicht so, kann aber noch werden. 

Zurück ins Auto … In dem heißt es gerade wacker: „Mit dem G90 gehen wir einen großen Schritt nach vorn und stellen uns direkt den Giganten wie Mercedes und Audi.“ Und weiter ganz keck: „Es ist an der Zeit, dass die Welt sieht, was wir zu bieten haben und warum wir bereit sind, die Oberklasse zu revolutionieren.“ Das alles sagt er mit seiner ruhigen Stimme, der Il-hun Yoon. Sein Kollege Luc Donckerwolke fügt hinzu: „Wir sind wagemutig, progressiv und ausgeprägt koreanisch.“ Der Recke ist immerhin Chief Creative Officer der Marke und versucht beherzt, die richtige Balance zwischen koreanischem Design und europäischem Geschmack zu finden. Und ich fühl mich wie die Prinzessin, aber ganz ohne Erbse, denn wir gleiten nur so dahin.

Die Frage bleibt: Sind jene Miniautomarken, auch wenn sie einem großen Konzern angehören, wirklich eine echte Bedrohung für die etablierten Big Player? Oder nur vorübergehende ­Erscheinungen auf dem Markt? Werden sie in der Lage sein, sich langfristig zu behaupten und ihre Innovationskraft aufrechtzuerhalten, während sie sich gegen die mächtige Konkurrenz behaupten? Kurzum: Genesis, was wird aus dir?

Portrait Susie von den Stemmen

Susie von den Stemmen

Mit über 30 Jahren Erfahrung in den Medien hat Susie eine vielseitige Karriere als TV-Redakteurin, Print- und Online-Journalistin verbracht. Ihr Fokus liegt auf Kultur, Auto- und Lifestylethemen, in denen sie eine umfassende Expertise aufgebaut hat. Diese Tätigkeiten haben ihr die Möglichkeit eröffnet, faszinierende Orte zu bereisen und ein umfassendes Netzwerk im Bereich der Persönlichkeiten hinter den Marken und VIPs aufzubauen. Susies beruflicher Werdegang begann nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften und Germanistik mit einer ersten Berufsstation beim Disney Club (ARD), gefolgt von Redaktionsarbeiten für Gottschalk Late Night (RTL) und Jay Leno (NBC Los Angeles). Sie hat zahlreiche Fernsehaufträge für verschiedene Sender durchgeführt, darunter die Produktion von TV Beiträgen, Leitung von Studioredaktionen und die Akquise von Neugeschäft. Nachdem sie mit ihrer Familie nach Hamburg gezogen ist, hat sie ihre Karriere im Printbereich gestartet, zunächst bei Park Avenue für Gruner & Jahr und später bei Gala und anderen renommierten Titeln. Als VIP-, Automobil- und Kultur-Beauftragte hat sie weiterhin die Welt bereist, ihr Netzwerk ausgebaut und ihre Leidenschaft für die Auto-, Reise- und Genussszene vertieft. Aktuell leitet sie das Office! von den Stemmen in Hamburg und München. Kunden waren und sind: Bild, Cosmopolitan, Travellers World, Ramp, Audi Magazin, Air Tours, Lufthansa Magazin, DB Magazin, Tagesspiegel, Myself, Zeit Online, Instyle Men und nun auch Business Punk. Neben ihrem Wohnsitz in Hamburg ist sie dank ihrer Porsche Rennlizenz weltweit im Einsatz, um fesselnde Geschichten rund um Automobilität, Kultur und Lifestyle zu generieren.