Stress-Prahlen: Warum es mehr schadet als nützt!
Stress-Prahlen kann im Job schaden. Eine Studie zeigt, dass Prahlerei nicht Anerkennung, sondern Ablehnung bringt. Tipps für bessere Kommunikation gibt’s hier.
In einer Welt, die von Leistungsdruck und Erfolgsstreben geprägt ist, scheint es fast normal, mit Stress zu prahlen. Der eine hat viel zu tun, der andere noch mehr. Treffen mit Freunden sind erst in Wochen möglich. Doch kommt das überhaupt so gut an, jedem zu erklären, wie viel Stress man doch hat?
Denn was passiert, wenn das vermeintliche Statussymbol zum Bumerang wird? Eine aktuelle Studie aus den USA nimmt sich diesem Phänomen an und zeigt auf, dass das sogenannte „Stress Bragging“ mehr Schaden anrichtet, als es nützt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Prahlerische Aussagen über Stress führen nicht zu Bewunderung, sondern zu Abneigung. Doch wie kann man über Stress sprechen, ohne in diese Falle zu tappen?
Was ist Stress Bragging?
Stress Bragging, oder das Prahlen mit Stress, ist ein Verhalten, das viele von uns schon erlebt haben – und mal ehrlich, auch selbst schon ein kleines bisschen betrieben haben. Ein Kollege oder eine Kollegin erzählt immer wieder, wie überlastet er oder sie ist, während der Chef stolz davon berichtet, wie viele Aufgaben er oder sie täglich bewältigt. Dieses Verhalten ist nicht nur eine einfache Erwähnung von Stress, sondern eine bewusste Betonung, um Anerkennung zu erlangen. Doch die Realität sieht anders aus.
Die Studie: Stress-Prahlen macht unbeliebt
Eine amerikanische Studie „I’m so stressed!“ hat das Phänomen des Stress Braggings genauer unter die Lupe genommen. Hunderte von Personen wurden befragt, und die Ergebnisse sind eindeutig: Wer mit Stress prahlt, macht sich bei Kolleginnen und Kollegen unbeliebt.
Statt Anerkennung erntet man Ablehnung. Der Grund dafür ist einfach: Menschen, die ständig betonen, wie gestresst sie sind, wirken überfordert und unfähig, ihre Aufgaben zu meistern. Das Magazin „Elle“ beschreibt, dass der Eindruck entsteht, man sei den Aufgaben im Job nicht gewachsen.
Stress als Zeichen von Erfolg?
Ein weiteres Problem des Stress Braggings ist die ungesunde Arbeitsatmosphäre, die dadurch entsteht. Überlastung wird fälschlicherweise als Zeichen von Erfolg oder Produktivität angesehen. Doch diese Haltung ist gefährlich. Die Überforderung des Einzelnen könnte andere anstecken, die sich ebenfalls unter Druck gesetzt fühlen. Langfristiger Stress kann sogar zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen wie Burnout führen. Daher ist es wichtig, bei anhaltendem Stress ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Richtige Kommunikation von Stress
Wie nun also kommunizieren, dass man „gestresst“ ist? „Ich bin so gestresst“ ist nämlich ab sofort verboten. „Wmn.de“ hat einige Beispiele zusammengetragen, die man stattdessen verwenden kann, ohne einen falschen Eindruck zu übermitteln.
- „Ich bin gerade stark gefordert und brauche etwas Ruhe, um mich auf meine Aufgaben zu konzentrieren.“
- „Ich merke gerade, dass ich ziemlich gestresst bin und eine kurze Pause brauche, um wieder klar zu denken.“
- „Im Moment fällt mir alles etwas schwer, weil der Stress gerade hoch ist. Könnten wir das später besprechen?“
Diese Formulierungen helfen, den eigenen Stress zu kommunizieren, ohne andere vor den Kopf zu stoßen. Sie zeigen, dass man die eigene Überforderung ernst nimmt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Stress-Prahlen vermeiden
Stress-Prahlen mag auf den ersten Blick harmlos erscheinen, kann jedoch langfristig negative Auswirkungen auf das Arbeitsklima und die eigene Gesundheit haben. Stattdessen sollte der Fokus darauf liegen, Stress ehrlich und sachlich zu kommunizieren und sich gegebenenfalls Hilfe zu suchen. So kann man nicht nur das eigene Wohlbefinden verbessern, sondern auch ein positives Arbeitsumfeld fördern.