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Trump rechnet mit Europa ab: Öl statt Hilfe für die Ukraine?

US-Präsident Trump kritisiert Europas Unterstützung der Ukraine.
picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Ben Curtis
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US-Präsident Trump kritisiert Europas Unterstützung der Ukraine. Zahlen zeigen: Mehr Geld für russisches Öl als für ukrainische Hilfe. Ein Weckruf für Europa?

Donald Trump hat in seiner jüngsten Rede im Kapitol einmal mehr die europäische Politik ins Visier genommen. Sein Fokus: Die Unterstützung der Ukraine im Angesicht der anhaltenden russischen Aggression. Die Botschaft? Europa gibt mehr Geld für russisches Öl aus, als es der Ukraine an Hilfe bereitstellt. Eine provokante Behauptung, die in den europäischen Hauptstädten für Aufsehen sorgt.

Trump und die europäische Unterstützung der Ukraine

In seiner Rede lobte Trump zunächst den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für dessen Bereitschaft zu schnellen Friedensverhandlungen. Doch die eigentliche Schlagzeile lieferte er mit seiner Kritik an Europa. „Europa hat traurigerweise mehr Geld dafür ausgegeben, russisches Öl und Gas zu kaufen, als für die Verteidigung der Ukraine“, so Trump. Diese Aussage kommt nicht aus dem Nichts. Eine finnische Energie-Denkfabrik, CREA, veröffentlichte kürzlich einen Bericht, der genau diese Diskrepanz aufzeigt. Laut dem Bericht zahlte die EU im dritten Jahr der Invasion 21,9 Milliarden Euro für russische fossile Brennstoffe, während die Finanzhilfen für die Ukraine bei 18,7 Milliarden Euro lagen.

Die Zahlen sprechen für sich

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass Trump mit seiner Kritik nicht ganz unrecht hat. Die EU gab laut dem „Guardian“ 39 Prozent mehr für Importe russischer fossiler Brennstoffe aus, als sie für die Ukraine vorgesehen hatte. Diese Summe umfasst allerdings keine militärischen Hilfen. Dennoch ist die Symbolik dieser Zahlen nicht zu übersehen. Sie stehen für eine gewisse Unentschlossenheit in Europa, den russischen Aggressor zu sanktionieren und gleichzeitig die Ukraine tatkräftig zu unterstützen.

Russische Energieimporte: Ein zweischneidiges Schwert

Die Abhängigkeit Europas von russischen Energieressourcen ist kein Geheimnis. Im dritten Quartal 2024 war Russland der zweitgrößte Erdgaslieferant Europas. Fast 18 Prozent der Erdgasimporte stammten aus Russland. Auch bei Flüssiggas (LNG) liegt Russland mit 19 Prozent auf den vorderen Plätzen. Diese Abhängigkeit wirft Fragen auf, insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Importe von russischem Flüssiggas im dritten Quartal 2024 sogar um 9 Prozentpunkte höher lagen als im Vorjahr. Europa kauft Ende 2024 mehr Flüssiggas aus Russland als noch vor dem Überfall auf die Ukraine.

Ein kritischer Blick auf die europäische Unterstützung

Während die Zahlen für sich sprechen, bleibt die Frage, ob Europa wirklich alles tut, was es kann, um die Ukraine zu unterstützen. Christoph Trebesch, ein Ökonom am IfW Kiel, weist im „Guardian“ darauf hin, dass es eine auffällige Diskrepanz zwischen der Höhe der Hilfen für die Ukraine und der Unterstützung in früheren Kriegen gibt. Europäische Geberländer geben im Durchschnitt weniger als 0,1 Prozent ihres BIP pro Jahr aus. Diese Zahlen werfen ein kritisches Licht auf die europäische Solidarität mit der Ukraine.

Die Rede von Donald Trump ist mehr als nur eine Kritik. Sie ist ein Weckruf an Europa, die eigenen Prioritäten zu überdenken. Während die EU seit der Invasion im Februar 2022 Exporte nach Russland um 62 Prozent und Importe um 85 Prozent reduziert hat, bleibt die Abhängigkeit von russischen Energieressourcen ein zentrales Thema. Die Frage ist, ob Europa bereit ist, diese Abhängigkeit zu überwinden und die Ukraine stärker zu unterstützen. Denn eines ist sicher: Die Welt schaut genau hin.

Quellen: Bild.de, Guardian, CREA

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